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Picassos Frühwerk in der Fondation Beyeler Der junge Picasso - Blaue und Rosa Periode

Die Ausstellung der Fondation Beyeler zeigt einen noch unfertigen Picasso, auf der Suche nach seiner Identität als Maler. Die Schau selbst ist eine Klasse für sich. Es ist die aufwendigste und teuerste Ausstellung, die in Riehen bei Basel je zu sehen war.

Die gezeigten Werke aus der Frühzeit des Malers sind Meilensteine auf Picassos Weg zum berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Noch nie wurden diese in einer so dichten und qualitativ hochstehenden Ausstellung gemeinsam präsentiert.

Als Auftakt der Ausstellung setzt der Kurator Raphaël Bouvier «Yo Picasso», ein selbstbewusstes Selbstporträt in leuchtenden Farben, wie sie zur Zeit des damals modischen Postimpressionismus gebraucht wurden, in Szene. Das Bild hängt gleich beim Eingang, es markiert unmissverständlich den Aufbruch.

Im Alter von gerade einmal 20 Jahren begab sich der aufstrebende Künstler Pablo Ruiz Picasso (1881–1973) auf die Suche nach neuen Bildthemen und Ausdrucksformen. Diese Suche ist auch das Thema der Ausstellung, durch zehn Räume hindurch in chronologischer Abfolge.

Arm und allein in Paris

Auf das farbenfrohe Selbstporträt folgen die blauen Gemälde. Angeleitet von der Trauer Picassos über seinen verstorbenen Freund Casemagas, der zusammen mit ihm von Barcelona nach Paris gereist war, dominieren ab 1901 die in blautönen gehaltenen Werke. Der Künstler blickt auf die seelischen Abgründe und Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Seine Bilder zeugen vom Leid gescheiterter Existenzen, das er in den ärmlichen Quartieren von Paris selbst erlebt – allein und mittellos.

Etwa um 1905, nun in Paris etabliert, beginnt er in der sogenannten Rosa Periode den Hoffnungen und Sehnsüchten der Zirkusleute – Gaukler, Akrobaten und Harlekine – Bildwürdigkeit zu verleihen.

Die Eröffnung der Ausstellung war ein Grossanlass mit mehreren hundert Journalisten, die sich in die Räume der Fondation Beyeler drängten. Mit dabei war auch Ehrengast Claude Picasso, 71. Der Sohn des genialen Künstlers ist heute der Nachlassverwalter des umfangreichen Werks seines Vaters. Es gebe bestimmt viele unnötige Picasso Ausstellungen, sagte er kürzlich in einem Interview, diese hier gehöre aber mit Sicherheit nicht dazu.

In der umfassenden Ausstellung zu sehen sind rund 80 meist nur sehr selten ausgeliehene Gemälde und Skulpturen aus renommierten Museen in Europa, den USA, Kanada, Russland, China und Japan, die zu den berühmtesten Meisterwerken weltweit zählen.

Das Ausstellungsprojekt, das mit seiner mehrjährigen Vorbereitungszeit das bisher aufwendigste und kostspieligste in der Geschichte der Fondation Beyeler ist, wird zweifellos einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres 2019 in Europa sein.



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