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Schweiz bekommt erste Heilige

Soll als erste Schweizerin heilig gesprochen werden: die Ordensfrau Maria Bernarda Bütler.

Die Schweizer Ordensfrau Maria Bernarda Bütler (1848-1924) wird am 12. Oktober heilig gesprochen, wie der Vatikan am Samstag ankündigte. Die Schweiz erhält damit ihre erste Heilige.

Die Schweizer Bischofskonferenz begrüsst diese Nachricht und bezeichnet Maria Bernarda als Vorbild und Fürsprecherin für die Gläubigen.

Nun soll auch die Schweiz eine Heilige erhalten. Bisher sind die Heiligen hierzulande nicht gerade stark vertreten: Die Schweiz hatte bisher nur den Nationalheiligen Bruder Klaus.

Bruder Klaus wurde 1947 heilig gesprochen. Rund 60 Jahre später will ihm Papst Benedikt XVI. eine Frau zur Seite stellen.

Am Samstag hat der Papst angekündigt, Maria Bernarda Bütler im Oktober heilig zu sprechen.

Die Schweizer Bischöfe nahmen mit grosser Freude Kenntnis von der Nachricht, wie Walter Müller, Informationsbeauftragter der Bischofskonferenz, mitteilte.

Die Bischöfe empfehlen den Gläubigen, die neue Heilige als Vorbild und Fürsprecherin zu betrachten.

1995 wurde Maria Bernarda Bütler selig gesprochen. Das Wunder, das für die Heiligsprechung nötig ist, ist in einem vatikanischen Dekret vom Juli 2007 festgehalten. Auf die Fürbitte der Seligen Maria Bernarda hin wurde demnach eine Ärztin im ordenseigenen Spital von Cartagena in Kolumbien von einer schweren Lungenkrankheit geheilt.

Missionarin in Südamerika

Maria Bernarda Bütler wurde 1848 als Verena Bütler in Auw im Kanton Argau geboren. 1867 trat sie mit 19 Jahren ins Kapuzinerinnenkloster Maria Hilf in Altstätten bei St. Gallen ein und erhielt den Ordensnamen Maria Bernarda. 1880 wurde sie Oberin.

Ab 1888 war sie als Missionarin in Ecuador tätig. 1895 ging sie wegen eines politischen Umsturzes nach Cartagena in Kolumbien, wo sie die "Kongregation der Franziskaner-Missionsschwestern von Maria Hilf" gründete.

Sie starb 1924 im Alter von 76 Jahren in Cartagena.

Die Tätigkeit der Gemeinschaft für alle Gesellschaftsschichten in Seelsorge, Kranken- und Behindertenpflege, Schule, Erwachsenenbildung sowie im Spitalbau trugen ihr eine Verehrung ein, die auch nach ihrem Tod andauerte.

Gälte heute als Feministin

Für Regula Grünenfelder vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) ist Maria Bernarda eine äusserst interessante Persönlichkeit.

"In der heutigen Zeit wäre sie eine global denkende Feministin", sagt Grünenfelder über die Schweizerin, die im letzten Jahrhundert in die Welt zog, um für Solidarität zu kämpfen.

"Es ist wichtig, sie als Rollenmodell für Frauen in der heutigen Kirche zu betrachten. Mit einem offenen Herzen, der globalen Verantwortung und konkretem Engagement können diese zum Wohl der Gesellschaft beitragen."

Bildung und Krankenpflege

Der von Bernarda Bütler gegründete Orden zählt heute rund 840 Mitglieder. Die meisten Schwestern leben in Lateinamerika und sind vor allem in der Bildung und der Krankenpflege tätig.

Die "Provinz Schweiz-Österreich" des Ordens zählt 77 Schwestern. Die Gemeinschaft führt in der Schweiz drei Betagtenheime in Rheineck, Schwyz und Auw.

Weitere Heiligsprechungen

Papst Benedikt XVI. will Maria Bernarda zusammen mit zwei weiteren Frauen und einem Mann heilig sprechen.

Die Nonne Anna Muttathupandathu (1910-1946) wird als erste Inderin in den Heiligenstand erhoben. Aus Lateinamerika gehört Narcisa de Jesus Martillo Moran (1832-1869) zu den Auserwählten. Sie wirkte in Ecuador und später auch in Peru.

Der in Neapel geborene Priester und Ordensgründer Gaetano Errico (1791-1860) ist der einzige Mann unter den neuen Heiligen.

swissinfo und Agenturen

Bruder Klaus

Die Schweiz hatte bisher nur einen Heiligen: Bruder Klaus. Der Obwaldner Einsiedler Niklaus von Flüe lebte im 15. Jahrhundert. Er wurde 1947 heilig gesprochen.

Bruder Klaus gilt als Schweizer Nationalheiliger. 1481 vermittelte er zwischen den Mitgliedern der Eidgenossenschaft und verhinderte eine Eskalation.

Der überlieferte Ratschlag "Macht den Zaun nicht zu weit" kann als Prinzip der Schweizer Neutralität betrachtet werden.

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