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Vladimir Petkovic sorgt mit der Schweiz in Budapest für einen spektakulären und historischen 3:2-Sieg. Sein Coaching war so entscheidend wie der Charakter der mental robusten Mannschaft.

Das Drehbuch des Schweizer 3:2-Spektakels ist speziell. Es war eine Partie der unzähligen Kapitel und Geschichten, ein Abend mit einem aus SFV-Optik perfekten und geschichtsträchtigen Ende. Nie zuvor seit einem 0:9-Debakel 1911 hat die Schweizer Nationalmannschaft auswärts gegen die einst führende Fussball-Nation Osteuropas ein Pflichtspiel gewonnen.

Unter Vladimir Petkovic ist das Nationalteam offenbar mittlerweile in der Lage, Grenzen zu verschieben - und zwar auch dann, wenn sie zweimal eine Führung verspielt, weil "wir zu tief verteidigten", wie der Chef-Stratege in seiner Analyse betonte.

Das Ergebnis gefiel ihm selbstredend, aber die Art, wie die Mannschaft unter Druck geraten war, störte ihn. "Wir hatten das Spiel lange souverän gesteuert, in der zweiten Hälfte haben wir dem Gegner dann aber zu viel Raum überlassen."

Als der robuste Bundesliga-Stürmer Adam Szalai den Osteuropäern in der 72. Minute das zweite Comeback eines teilweise stürmischen Abends ermöglicht hatte und nach den späten Turbulenzen ein erster Punktverlust drohte, wechselte Petkovic in der vorletzten Minute den Matchwinner Valentin Stocker ein. "Gut für den Trainer, gut für die Mannschaft, dass jene, die reinkommen, alles geben."

Der SFV-Selektionär schätzte das Happy End in Budapest nicht nur mit Blick auf die weiteren Etappen in der WM-Qualifikation hoch ein. Er nahm befriedigt zur Kenntnis, einem Team standgehalten zu haben, das "sehr gut gespielt hat und viel Qualität zeigte. Nicht zum ersten Mal zeigten wir Charakter."

Storck blendet Tabelle aus

Anders ist die Gefühlslage bei den einheimischen Verlierern. Bernd Storck sah zwar ein "gutes und intensives Spiel. Wir haben immer versucht, Fussball zu spielen und sind mehrfach zurückgekommen." Sie hätten aber zu viele Fehler begangen und könnten sich von den guten Eindrücken nichts kaufen: "Wir haben keine Punkte gewonnen, das ist sehr ärgerlich."

Die Tabelle interessiere ihn nicht, behauptete der deutsche Teamchef nach dem bitteren Fehltritt gegen "die Topmannschaft Schweiz". Die EM-Euphorie ist markant abgeflacht, Ungarn hat nach 180 Minuten nichts ausser ein torloses Remis gegen die Färöer vorzuweisen und ist auf den vorletzten Platz abgesackt - drei Punkte hinter dem überraschend vor EM-Titelhalter Portugal klassierten Aussenseiter von den Schafsinseln.

sda-ats

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