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Umweltschutz Keine Plastiktüten für Gemüse und Früchte

In Italien sind Plastiktüten für Obst und Gemüse in Geschäften bald kostenpflichtig. Und in Deutschland testete die Supermarktkette Rewe Alternativen zu den dünnen Plastiksäckchen, wie beispielsweise Mehrweg-Frischenetze. Und was macht die Schweiz?

Sacchetti con verdura e frutta

Der Multi Bag von Coop (links) und der Veggie Bag von Migros.

(Coop/Migros)

Der politische Kreuzzug gegen Plastiktüten begann in der Schweiz vor rund zehn Jahren, als der Parlamentarier Dominique de Buman eine Motionexterner Link gegen die Verschmutzung durch Wegwerf-Plastiksäcke einreichte.

Damals empfahl die Regierung (der Bundesrat) die Motion zur Ablehnung. Begründung: Es handle sich primär um ein Problem der Entwicklungs- und Schwellenländer, wo die Abfallentsorgung häufig nicht funktioniere und weggeworfene Säcke an Strassenrändern oder in Flussläufen entsorgt würden, was zur Verschmutzung ganzer Landstriche sowie der Ozeane führe. In der Schweiz hingegen sei die durch Plastiksäcke entstehende Umweltbelastung "nicht erheblich". Die öffentliche Abfallentsorgung erfolge zuverlässig und die bei der Verbrennung von Abfällen freigesetzte Energie werde in allen Kehrichtverbrennungsanlagen zur Produktion von Strom und Wärme genutzt.

Private Vereinbarung

Das Parlament jedoch stimmte der Motion zu. Um sie umzusetzen, hätte es eine Änderung des Bundesgesetzes über den Umweltschutz gebraucht. Doch die Verwaltung beschloss, die Gesetzgebungsarbeit zu umgehen und auf eine private Vereinbarung mit den Grossverteilern zu vertrauen. 2016 schrieb das Parlament die Motion ab.

Seit November 2016 hörten die grossen Ladenketten – eine nach der anderen – auf damit, gratis Plastiksäckchen abzugeben. Bei den zwei grössten Detailhändlern Migros und Coop kosten die Plastiksäckchen für die Einkäufe nun 5 Rappen und müssen bei der Kasse explizit verlangt werden. Ergebnis: Die Verwendung der Plastiksäcke ist bei Migros um 80% und bei Coop um 85% zurückgegangen. Coop schätzt die jährliche Einsparung von Plastik auf 850 Tonnen. 

Nicht bei Früchten und Gemüse

Anders als in Italien dürfen in der Schweiz die Plastiktüten für Früchte und Gemüse weiterhin gratis abgegeben werden. Doch wie lange noch? Einige Verkäufer verlangen bereits Geld für die dünnen Plastiksäcke. Und in den Regalen von Migrosexterner Link und Coopexterner Link finden sich als freiwillige Alternative waschbare Mehrwegbeutel. Damit das Gewicht des Beutels beim Wägen von Früchten oder Gemüse nicht mitzählt, wird die Ware ohne Beutel gewogen. Verschiedene Gemüse und Früchte können nach dem Wägen in den Beutel gelegt werden, die Etiketten mit den Preisen werden alle auf denselben Beutel geklebt.

Es existieren noch keine Daten dazu, wie häufig dieser Mehrweg-Beutel verwendet wird. Laut Migros ist die Resonanz positiv, die Kunden schätzten den "Veggie bag".


Adaptierung aus dem Italienischen: Sibilla Bondolfi

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