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Vorbeugen, um die eigene Haut zu retten

Am 7. Mai hat die Krebsliga-Kampagne gegen hautschädigende Strahlen begonnen.

Rund 15'000 Menschen erkranken in der Schweiz jährlich an Hautkrebs. Damit liegt die Schweiz europaweit hinter Norwegen an zweiter Stelle.

Ziel des 2. Nationalen Hautkrebstages vom 7. Mai ist es deshalb, die Bevölkerung für die Früherkennung und den Sonnenschutz zu sensibilisieren.

Hautkrebs ist in der Schweiz keine Seltenheit. Von den rund 15'000 Erkrankungen pro Jahr entfallen deren 1600 auf ein Melanom, den bösartigsten Hauttumor. 220 Personen sterben jährlich an einem Melanom.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Erkrankungen in der Schweiz mehr als verdoppelt. Höher ist sie derzeit nur noch in Norwegen. Die Heilungschancen bei Melanomen stehen jedoch gemäss Krebsliga gut, sofern der Tumor früh entdeckt wird.

Aus Anlass des Hautkrebstages haben Dermatologen in der ganzen Schweiz kostenlose Erstuntersuchungen angeboten. Seit Mitte April wurden von rund 400 Apotheken zudem Fragebogen zur Ermittlung des Hautkrebsrisikos verteilt.

Der Hautkrebstag wird von der Krebsliga Schweiz in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Pharmasuisse durchgeführt, gleichzeitig mit 15 anderen europäischen Ländern ("Melanoma Monday").

Schweiz besonders betroffen

Die Krebsliga schätzt, dass 5 bis 10% der schweizerischen Bevölkerung ein hohes Hautkrebsrisiko aufweisen. Hauptsächlich handelt es sich um Personen mit heller Haut, zahlreichen Pigmentflecken oder erblichen Risiken sowie solche, die bereits früher einmal einen Hautkrebs hatten.

Ein höheres Risiko besteht auch bei Menschen, die in ihrer Kindheit häufig einen Sonnenbrand hatten oder sich regelmässig ohne Schutz natürlichen oder künstlichen UV-Strahlen aussetzen.

In den letzten Jahren hat sich die Situation in der Schweiz sehr beunruhigend entwickelt. Die Zahl der Melanome hat sich mehr als verdoppelt. "Die Schweizer Bevölkerung hatte wegen ihres Wohlstandes mehr als andere die Möglichkeit, mehrmals jährlich an Ferienorte zu verreisen, wo ihre Haut schädlicher UV-Strahlung ausgesetzt ist", erklärt Barbara Iseli, Kommunikationsbeauftragte Prävention der Krebsliga Schweiz, gegenüber swissinfo.

"Wenn sie arbeiten, sind sie zwar weniger draussen, sind sie aber im Freien, erwischen sie den riskantesten Moment, jenen während der Mittagspause, wenn die Sonne am gefährlichsten ist."

Nicht zu vergessen, dass in den Schweizer Alpen das Risiko gefährlicher Strahlung teilweise grösser ist, da in den Bergen die UV-Strahlung stärker ist als im Flachland.

Bessere Sensibilisierung

Die Menschen befolgten oft nicht einmal die einfachsten Präventions-Ratschläge, hält die Sprecherin der Krebsliga weiter fest. So sollte man sich in den heissesten Stunden im Schatten aufhalten, sich nur mit Bekleidung und einem Sonnenhut über längere Zeit ins Freie wagen und eine Sonnenschutzcreme mit adäquatem Sonnenschutz verwenden.

Es sei schwierig, so Iseli, den Menschen diese richtigen Verhaltensweisen einzuschärfen. Denn mit ihrem fehlerhaften Verhalten erreichten die Menschen eine Verschlimmerung des Krebsrisikos.

Die Zahl der Todesfälle an dieser schweren Krankheit ist in den letzten Jahren zwar stabil geblieben und bewegt sich bei rund 220 pro Jahr. "Gegenüber früher sind die Menschen mehr für dieses Problem sensibilisiert und wenden sich früher an den Arzt", sagt Barbara Iseli. "Das ist fundamental wichtig, weil mit einer frühzeitigen Diagnose des Hautkrebses eine 90-prozentige Heilungs-Chance besteht."

2006 wurde in der Schweiz eine einwöchige Kampagne durchgeführt. "Wir haben 10'000 Personen untersucht und 177 Melanome diagnostiziert. "Ein bemerkenswerter Erfolg, aber wir sind sicher, dieses Jahr noch mehr zu erreichen", so Iseli.

swissinfo, Anna Passera und Agenturen
(Übertragung aus dem Italienischen: Etienne Strebel)

Hautkrebs

Melanom
Auch "Schwarzer Hautkrebs" genannt, ist das Melanom die schädlichste Form eines Hauttumors, weil er Metastasen bildet. Im Gegensatz zu anderen Hauttumoren sind davon auch junge Menschen betroffen. Eine frühe Diagnose ist wichtig, da dieser Tumor meist heilbar ist, wenn er im Frühstadium behandelt wird.

Schutz
Der Schutz vor Ultraviolettstrahlen der Sonne ist offenbar komplizierter als bisher angenommen. Forscher um den Zürcher Dermatologen Stephan Lautenschlager haben festgestellt, dass nicht jede Kleidung die Haut ausreichend schützt.

Locker gewebter Baumwollstoff oder Leinen bieten gemäss ihrer Studie nicht genug Schutz. Besser seien Jeansstoff, Wolle und Polyester.

Zudem würden Sonnencrèmes häufig falsch eingesetzt. Meist werde zu dünn und zu wenig häufig aufgetragen. Ausserdem sei wissenschaftlich nicht erwiesen, ob Sonnencrèmes das Hautkrebsrisiko tatsächlich verringern.

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