WEF 2017 und der Heli-Landeplatz Jürgen Rüegg


Von
Kristian Kapp


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Die meisten Staatschefs und Minister sowie weitere WEF-Teilnehmer reisen per Helikopter nach Davos. Der temporäre Heliport Stilli ist ihr Landeplatz. Seit zehn Jahren hat dort Jürgen Rüegg die Leitung inne. (Kristian Kapp, swissinfo.ch)

Spielt das Wetter mit, herrscht emsiges Treiben beim Heliport Stilli in Davos. Bis zu 500 Helikopter können dann in der WEF-Woche gezählt werden. Es sind die Staatsoberhäupter und Minister, die sich grösstenteils ans World Economic Forum fliegen lassen; aber auch zivile WEF-Teilnehmer wählen in grosser Zahl den Luftweg. Sie alle landen auf Jürgen Rüeggs Heliport.

Hauptberuflich ist der seit 1991 in Davos wohnhafte Bündner Verkehrspolizist. Das WEF war für ihn stets mit Arbeit verbunden, zunächst in der Streckensicherung und im Ordnungsdienst. Seit zwölf Jahren ist er in Milizfunktion als Mission Commander tätig bei Missionen der Polizei, die mit Helikoptern durchgeführt werden. Dazu gehören 2017 zum zehnten Mal der Auf- und Abbau sowie die Leitung des Davoser Heliports während des WEF.

Während 24 Stunden landen hier Helikopter, vorwiegend aus Zürich kommend, aber auch aus Genf oder Mailand. Dies gilt indes nur für die militärischen Flüge, die so genannten "völkerrechtlichen". Dabei werden die "gefährdeten" Personen transportiert, Staatspräsidenten oder Minister. Für die restlichen Flüge, die von privaten Transportgesellschaften ausgeführt werden, gilt die offizielle "Öffnungszeit" von 8 bis 22 Uhr.

Rüeggs Arbeitstage während des WEF sind entsprechend lang, im Schnitt ist er rund 14 Stunden im Einsatz. Zu den besonderen Bedingungen bei der Arbeit am WEF gehört zudem die Kälte. "Es ist Winter, alles friert ein, du hast meistens kalt", sagt Rüegg. In der Tat zeigt das Thermometer beim Besuch von swissinfo.ch minus 19 Grad an.

Die "völkerrechtlichen Flüge" haben Priorität, wegen ihnen wird der temporäre Heliport überhaupt erstellt. Für die zivilen Transportgesellschaften wäre der Aufwand eines eigenen Landeplatzes zu gross, darum benützen auch sie Rüeggs Heliport.