WEF 2017 und die Gästebetreuung Maya Schmuker

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Maya Schmuker beschert das WEF eine kleine Nebenarbeit. Die gebürtige Davoserin amtet während des Forums als Reiseleiterin für Angehörige der WEF-Teilnehmer. Sie bringt ihnen dabei Davos etwas näher. (Kristian Kapp, swissinfo.ch)

"Ich bin dem WEF gegenüber sehr positiv eingestellt", sagt Maya Schmuker. Die 63-Jährige ist in Davos geboren, dort aufgewachsen und nach einem Abstecher nun seit 33 Jahren ununterbrochen dort wohnhaft. Sie arbeitet im Winter an der Kasse der Jakobshorn-Bergbahnen und im Sommer als Reiseleiterin. Letzteres beschert ihr seit Jahren ebenfalls einen Nebenjob am WEF, so auch 2017.

Sie begleitet vorwiegend Ehefrauen und Partnerinnen von Teilnehmern des Forums. "Entweder zeige ich ihnen bei Fahrten in der Limousine die Stadt. Oder ich begleite ganze Gruppen von Frauen am jährlichen ‚Damenprogramm’." Dabei wird den aus aller Welt angereisten Frauen in einem Restaurant von einem Käser gezeigt, wie typisch Schweizer Käsefondue hergestellt wird. "Danach essen wir allesamt Fondue, selbst zum Dessert gibt es danach Schokoladen-Fondue", erzählt Schmuker. Zum Programm gehört hin und wieder auch eine längere Zugfahrt. "Dann begleite ich die Damen nach St. Moritz beim Shoppen."

Maya Schmuker hofft, dass das WEF noch lange in Davos bleibt. "Es ist eines unserer zwei Markenzeichen", erklärt sie. "Wenn ich im Ausland gefragt werde, wo ich wohne, sage ich jeweils:  'Dort wo das WEF und der Spengler Cup stattfinden'." Der Spengler Cup ist das traditionsreichste Eishockey-Klubturnier der Welt und feierte im Dezember 2016 sein 90-Jahr- Jubiläum. Schmuker weiss, dass das WEF in Davos nicht nur Freunde hat. "Es gibt hier Leute, die es hassen und Leute, die es lieben." Die beiden Lager würden sich in etwa die Waage halten. "Ich denke sogar, dass es eher mehr Befürworter gibt."

Für viele Leute ist das WEF ein gutes Geschäft, auch für Private, die in der Forumswoche ihre Wohnungen an Teilnehmer vermieten. Es gebe aber auch Branchen, für die das WEF keinen Segen bringe. Im Gegenteil: "Die Skilehrer und Bergbahnen zum Beispiel. In der WEF-Woche kommt niemand zum Skifahren, da die Hotels und Ferienhäuser alle bereits belegt sind." Zwar versuchen die Bergbahnen, Gäste mit Spezialfahrten und arrangierten Fahrten anzulocken, es harze dennoch. Auch hier gibt es Profiteure. "Während des WEF gehen vor allem die Einheimischen gerne Skifahren. Denn die Pisten sind praktisch leer, auch die Forumsteilnehmer meiden sie im Gegensatz zu früher immer häufiger."