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Bildung Die Hotline für Analphabeten

Illettrismus im digitalen Zeitalter bedeutet mehr, als nicht lesen und schreiben können.

(Keystone)

Eine neue Hotline in der Schweiz bietet Hilfe für Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können oder denen andere Grundkompetenzen für das digitale Zeitalter fehlen.

Die Zahlen überraschen: Fast 800'000 Erwachsene in der Schweiz, also rund 14% der arbeitenden Bevölkerung, sind von einer Leseschwäche betroffen. Dies gemäss dem Schweizer Dachverband Lesen und Schreibenexterner Link, der zusammen mit der Interkantonalen Konferenz für Weiterbildung eine Hotline-Kampagne gestartet hat.

Unter der Gratisnummer 0800 47 47 47 erhalten Anrufer im ganzen Land individuellen Rat. Die Berater vermitteln den Hilfesuchenden beispielsweise Weiterbildungskurse in ihrer Region. Die Kampagne mit dem Titel "Einfach Besserexterner Link" bezweckt eine Sensibilisierung für die Wichtigkeit der Weiterbildung im digitalen Zeitalter, in dem eine schnelle Auffassungsgabe immer wichtiger wird.

Das Parlament der Schweiz entschied im April, dass das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bis November 2017 ein Programm einführen soll, um die "Grundkompetenzen" der Schweizerinnen und Schweizer zu fördern. Die Hotline ist Teil dieser Kampagne und wird vom SBFI finanziert.

Breites Spektrum

Illettrismus – auch funktionaler Analphabetismus genannt – bedeutet nicht, dass Personen überhaupt nicht schreiben und lesen können, sondern umfasst ein breiteres Spektrum. Laut Schweizer Dachverband Lesen und Schreiben lassen sich die Grundkompetenzen in fünf Niveaus einteilen: Von 1 (In einem kurzen Text ein einzelnes Informationselement wiederfinden) bis 5 (Aus einem dichten Text anspruchsvolle Schlussfolgerungen ziehen.)

In der Schweiz – wo die Schulabschlussrate eigentlich hoch ist – liegen die Ursachen für funktionalen Analphabetismus in gesundheitlichen oder familiären Problemen oder individuellen Eigenschaften wie Konzentrationsprobleme oder Lernschwierigkeiten. Das Phänomen nimmt mit dem Alter zu, einerseits wegen schlechterer Schulbildung in der Vergangenheit oder weil nicht regelmässig genutzte Grundkompetenzen vergessen gehen.

Laut Bund ist die Anzahl der Schweizer und Schweizerinnen, die nur Niveau eins oder zwei erreichen, allgemein erstaunlich hoch. Die meisten Betroffenen sind in der Landwirtschaft, Fischerei, Industrie oder im Baugewerbe beschäftigt.


Übertragung aus dem Englischen: Sibilla Bondolfi, swissinfo.ch und Agenturen/dos

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