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Astronomie Drei erdähnliche Planeten entdeckt



Die Sicht eines Künstlers, wie es auf einem Planeten des Trappist-1 aussehen könnte.

Die Sicht eines Künstlers, wie es auf einem Planeten des Trappist-1 aussehen könnte.

(NASA/JPL-Caltech)

Was für eine Entdeckung! Ein Mini-Sonnensystem mit einem Zwergstern und sieben Planeten in der Grösse der Erde, von denen drei möglicherweise bewohnbar sind. "Trappist-1" erregt seit gestern grosses Aufsehen.

"Die Wahrscheinlichkeit, auf diesen Planeten Leben zu finden, ist grösser als auf dem Mars", sagte der französische Astrophysiker Amaury Triaudexterner Link – der an der Genfer Sternwarte doktorierte und inzwischen in Cambridge arbeitet – gegenüber dem französischsprachigen Schweizer Fernsehen RTS.

Sein Schweizer Kollege Didier Quélozexterner Link, der ebenfalls an der Universität Cambridge arbeitet, widerspricht ihm nicht. Der Entdecker (zusammen mit Michel Mayor) des ersten Exoplaneten im Jahr 1995 ist fest davon überzeugt, dass der chemische Prozess des Lebens überall im Universum existiert.

Und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sich auch auf einem der drei Planeten des Systems Trappist-1 Leben entwickelt hat. Die Frage ist bloss: Bis zu welchem Evolutionsstadium? Man weiss es noch nicht…

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Die Entdeckung wurde in einem Wissenschaftsmagazinexterner Link publiziert und vom NASA-Forschungschef Thomas Zurbuchen – ebenfalls ein Schweizer – publik gemacht. Der Entdeckung ging eine fünfjährige Zusammenarbeit zwischen der amerikanischen Raumfahrtbehörde und den Astrophysikern von den Universitäten Cambridge und Lüttich voraus. Im Übrigen waren es die belgischen Forscher, die das neue Sonnensystem benannt haben, und zwar nach ihren Teleskopen, aber auch nach dem berühmten Bier des Trappisten-Ordens.

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Das Sonnensystem Trappist-1externer Link befindet sich 39 Lichtjahre von der Erde entfernt (im Verhältnis zur Galaxie ist das quasi nähere Umgebung). Die sieben kleinen Planeten drehen sich sehr schnell und nah um ihren Zwergstern, der kaum grösser als Jupiter ist.

Drei Planeten befinden sich in der Temperaturzone des Sonnensystems, in der Wasser flüssig sein kann, was die Voraussetzung für Leben ist. Im Wasser können sich komplexe Moleküle, welche die Basis der lebenden Materie bilden, am besten vermehren.

Ist das auf einem oder mehreren Planeten bereits passiert? Es wird noch einige Jahre dauern, das herauszufinden. Nächstes Jahr wird die NASA ein neues Teleskopexterner Link lancieren, mit dem die Atmosphäre weit entfernter Planeten erforscht werden kann. Und falls die Forscher erhöhte Konzentrationen von Sauerstoff finden, ist die Existenz von Sauerstoff produzierenden Organismen so gut wie sicher. Mit anderen Worten: Pflanzen, also Leben!

Der beste Ort, um Leben zu finden

Er gehört zu den Forschern, die Trappist-1 entdeckt haben: swissinfo.ch hat dem Schweizer Astronomen Didier Quélozexterner Link, Professor in Cambridge, zwei Fragen gestellt.

swissinfo.ch: Der Stern Trappist-1 ist kaum grösser als der Planet Jupiter. Er wird als "ultra kalt" klassifiziert. Was heisst das?

Didier Quéloz: Das bedeutet, dass seine Oberflächentemperatur zwischen 2500 und 2800 Grad beträgt, im Vergleich zu unserer Sonne mit 5800 Grad. Diese Art von Stern ist in unserer Galaxie weit verbreitet. Diese Sterne verbrennen ihren Wasserstoff so langsam, dass sie praktisch ewig existieren werden. Die Planeten, die um diese Sterne kreisen, bieten uns die besten Chancen auf Leben.

swissinfo.ch: Warum? Worin unterscheidet sich die Entdeckung von den zahlreichen bereits bekannten Sonnensystemen mit kleinen Planeten?

D.Q.: Es ist eine gewaltige Entdeckung. Meiner Meinung nach ist sie ebenso wichtig wie die Entdeckung des ersten Exoplaneten, die wir mit Michel Mayor vor 22 Jahren gemacht haben. Sie markiert einen Paradigmenwechsel bei der Suche nach ausserirdischem Leben.

Nur bei relativ kalten und wenig leuchtenden Sternen wie Trappist-1 können wir die Atmosphäre der umkreisenden Planeten beobachten. Bei einem Planeten wie der Erde macht die Atmosphäre nur 1 bis 2% der Planetmasse aus, sie bildet eine sehr schmale Schicht. Wenn man sie also sehen will, darf uns der Stern nicht zu sehr blenden.

Bald werden wir ein wunderbares Instrument zur Verfügung haben, das James Webb Space Teleskop. Es wäre extrem frustrierend, ein solches Gerät zu bekommen, ohne zu wissen, wo man damit hinzielen soll, um die Atmosphäre von Exoplaneten zu studieren und allenfalls Spuren von Leben zu finden. Mit dem Sonnensystem Trappist-1 haben wir nun bereits ein erstes Ziel.

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Glauben Sie an ausserirdisches Leben? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!


(Übertragung aus dem Französischen: Sibilla Bondolfi)

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