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Panama-Papiere


Name des FIFA-Präsidenten auf verdächtigem Vertrag


Auch der neue FIFA-Chef, Gianni Infantino, ist durch die sogenannten Panama-Papiere in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Laut verschiedenen Medienberichten steht seine Unterschrift auf einem dubiosen Vertrag. Der FIFA-Präsident weist die Vorwürfe zurück. Er ist bestürzt darüber, dass seine Integrität angezweifelt wird.

Die Süddeutsche Zeitung, der Tages-Anzeiger und englische Medien berichten, dass der 46-Jährige in seiner Zeit bei der UEFA in dubiose Geschäfte mit einer Briefkastenfirma verstrickt gewesen sei. Dabei ging es um Fernsehrechte.

Infantino, seit Februar FIFA-Präsident, hat demnach vor zehn Jahren als Direktor der UEFA-Rechtsabteilung Verträge mit der Briefkastenfirma Cross Trading gezeichnet, deren argentinische Eigentümer zwei der heutigen Angeklagten im FIFA-Skandal sind. Die südamerikanischen TV-Rechtehändler Hugo und Mariano Jinkis erwarben durch diese Verträge Rechte an der Champions League und verkauften diese mit hohem Gewinn in Lateinamerika weiter.

Infantino wies die Vorwürfe per Communiqué vehement zurück. Die UEFA habe alle Fakten dieser Verträge offengelegt, hiess es. Er habe nie persönlich mit Cross Trading oder deren Besitzer verhandelt. Im Übrigen sei die Ausschreibung der TV-Rechte von der Marketing-Abteilung der UEFA gemacht worden.

In den vergangenen Monaten sendete die Süddeutsche Zeitung bereits mehrere schriftliche Anfragen an Infantino. Sprecher der FIFA erklärten den Journalisten, Infantino habe "persönlich" in seiner Zeit bei der UEFA mit den beiden TV-Rechtehändlern und deren Firma weder "geschäftlich" noch "wissentlich anderweitig zu tun gehabt". Auch die UEFA leugnete die Verbindung zunächst. Erst vor wenigen Tagen räumte der Verband dann doch ein: Der fragliche Vertrag trage Infantinos Unterschrift. Am 6. April 2016 führten die Behörden als Folge der Panama-Enthüllungen eine Hausdurchsuchung am UEFA-Hauptsitz in Nyon durch.

Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in der jüngsten skandalumwitterten FIFA-Geschichte:

2. Dezember 2010
Die Fußball-Weltmeisterschaft für 2018 wird an Russland, jene für 2022 an Katar vergeben. Korruptionsvorwürfe gelangen an die Öffentlichkeit.

17. Dezember 2014
Der ehemalige US-Anwalt Michael Garcia scheidet aus Protest gegen den Umgang mit den WM-Vergaben aus der FIFA-Ethikkommission aus.

27. Mai 2015
Bei Durchsuchungen in einem Zürcher Hotel, in dem der FIFA-Weltkongress stattfindet, verhaften Schweizer Behörden sieben FIFA-Beamte wegen Korruptionsverdachts. Auch das US-Justizministerium kündigt Korruptionsuntersuchungen an.

2. Juni 2015
Wenige Tage nachdem er für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden war, sagte der unter Druck geratene damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter, dass er zurücktreten werde, wenn im Februar 2016 ein Nachfolger gewählt werde.

21. Dezember 2015
Die Ethikkommission der FIFA sperrt Sepp Blatter und UEFA-Chef Michel Platini, einst als potenzieller Nachfolger für Blatter gehandelt, für acht Jahre von allen Fussballaktivitäten, wegen eines Betrags von 2 Millionen Franken, den Blatter angeblich an Platini bezahlt hat. Später wird die Sperre auf sechs Jahre verkürzt.

26. Februar 2016
UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino wird zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt. Er verspricht, "das Bild und den Respekt der FIFA wieder zu beleben". Infantino ist nach Sepp Blatter (1998-2015) und Ernst Thommen (sechsmonatige Präsidentschaft 1961) bereits der dritte Präsident aus der Schweiz.

4. April 2016 
In der Affäre um die Panama-Papiere wird Infantino gezwungen, seinen Ruf zu verteidigen, nachdem Berichte publik wurden, dass er während seiner Zeit bei der UEFA im Jahr 2006 einen Vertrag mit einer Offshore-registrierten Marketing-Agentur unterzeichnet hatte, die in den FIFA-Bestechungsskandal von 2015 verstrickt sein soll, bei dem es um die Vergabe von Fernsehrechten für die Übertragung der Champions League geht.

6. April 2016
Die Schweizer Behörden durchsuchen die Zentrale der Europäischen Fussball-Union in Nyon VD. Das bestätigte die UEFA.

SRF-Tagesschau vom 6. April 2016

swissinfo.ch und Agenturen

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