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Preis für ETH-Forscherin: Bohnenernte sichern

ETH-Professorin Silvia Dorn hat den SFIAR Award 2009 für entwicklungsorientierte Agrarforschung erhalten. Ihr Team hat zusammen mit dem internationalen Forschungszentrum CIAT in Kolumbien die Lagerungsverluste von Bohnen wesentlich reduzieren können.

"Getrocknete Bohnen sind das Brot der Armen in den Tropen", sagt Silvia Dorn, Professorin am Institut für Pflanzenwissenschaften an der ETH Zürich. Weil Käfer jeweils einen grossen Teil der Bohnenernte zerstören, verlieren Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in Entwicklungsländern sowohl Nahrung wie auch mögliche Einnahmen. "Innert weniger Wochen kommt es zum Totalverlust der gelagerten Bohnen", erklärt Silvia Dorn.

Sie hat zusammen mit Doktoranden der ETH und Cesar Cardona vom Internationalen Zentrum für Tropische Landwirtschaft (CIAT) in Kolumbien eine Strategie entwickelt, die solche Nach-Ernte-Verluste stark reduziert. Ihr Beitrag zur Ernährungssicherheit wurde nun vom Schweizerischen Forum für internationale Agrarforschung (SFIAR) mit dem Award 2009 ausgezeichnet.

Zwei Fliegen auf einen Schlag

Das Preisgeld von 10'000 Franken leitet Dorn grösstenteils an das CIAT weiter: "Mit ein paar Tausend Franken können beachtliche Resultate erzielt werden, die unzählige Menschen in Lateinamerika wie auch in Afrika und Asien vor Hunger bewahren." Die ETH-CIAT-Erkenntnisse würden dank internationaler Zusammenarbeit weltweit gestreut.

Den SFIAR Award 2009 erhielt Silvia Dorn in Bern, an einem Symposium zum Welternährungstag, welches das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das FAO-Komitee Schweiz organisiert haben.

SFIAR-Sekretär Felix Hintermann lobt ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern und insbesondere die "Doppelstrategie" des Forschungsprojekts. "Einerseits konnte eine neue Bohnensorte gezüchtet werden, die gegen die Käfer resistenter ist. Andererseits wurde ein Nützling identifiziert, der die Schädlinge zerstört. Dank der Kombination dieser zwei Komponenten können Verluste bei der Lagerung stark reduziert werden."

Begehrte Schweizer Fachleute

Dorns Forschungsprojekt trägt den Titel "Nachernteschutz von getrockneten Bohnen durch kombinierten Einsatz von Schlupfwespen und Pflanzenresistenz". Biologische Bekämpfung mit Nützlingen hat sich auch in einem weiteren Projekt in den Tropen bewährt: Der Schweizer ETH-Agronom Hans Rudolf Herren erhielt 1995 den Welternährungspreis, weil er Schlupfwespen als natürlichen Feind eines Maniok-Schädlings in Westafrika grossflächig und mit Erfolg einsetzte.

Silvia Dorn war damals mit von der Partie. "Die Schweiz hat hervorragende Fachleute für Ernährungssicherheit, die einer epidemischen Ausbreitung von Schädlingen entgegenwirken können", so Dorn. Seit Anfang der 90er-Jahre erforscht die Professorin für Angewandte Entomologie Schädlinge und Nützlinge von Kulturpflanzen. In der Folge wurde die Forscherin vom CIAT um Hilfe angefragt.

Armut als Ansporn

Für die 62-jährige Wissenschaftlerin ist eine umsetzungsorientierte Forschung zentral: "Die entwickelte Strategie eignet sich hervorragend für die Nutzung auf Kleinbetrieben in den Tropen", freut sich Dorn über den Erfolg. Alle Erkenntnisse wurden in internationalen Fachzeitschriften publiziert, und die Nutzung wird über das CIAT-Netzwerk zu den Anwendern gebracht.

"Meine zentralen Anliegen sind Ernährungssicherheit und der Kampf gegen Armut, die beide zusammenhängen", erläutert Dorn ihre Motivation. Als junge Mutter sei sie vor Jahren glücklich gewesen, ihre Kinder problemlos zu ernähren. Dass sehr viele Mütter ihren Kindern nichts zu essen geben können, habe sie bei der Forschung besonders angespornt.

Viera Malach, swissinfo.ch und InfoSüd

SFIAR und der Award 2009

Das Schweizerische Forum für internationale Agrarforschung (Swiss Forum for International Agricultural Research, SFIAR) ist eine informelle Vereinigung verschiedener Interessengruppen aus Schweizer Institutionen wie auch Privatpersonen, die sich für die entwicklungsorientierte Agrarforschung einsetzen.

Die Mitglieder rekrutieren sich aus Forschungs-Einrichtungen, Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), dem privaten Sektor, Bauernverbänden und öffentlichen Stellen.

Der SFIAR Award wurde erstmals 2008 vergeben. Er hat zum Ziel, Schweizer Forschung zu landwirtschaftlichen Entwicklungsproblemen in Entwicklungsländern und Schwellenländern anzuregen wie auch die neuesten Erfolge in der Schweiz zu würdigen.

Die Projekte müssen in Partnerschaft erfolgen wie auch in Kontakt mit landwirtschaftlichen Betrieben. Zudem müssen sie Wirkung zeigen.

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