Junge und Politik Politisch, aber...: So tickt die Schweizer Jugend




Wenn es um Abstimmungen geht, informieren sich junge Schweizerinnen und Schweizer zuerst bei ihren Eltern. Das zeigt eine nationale Umfrage. Das Resultat steht im Widerspruch zu den gängigen Vorstellungen des Verhältnisses der Jugend zur Politik.

Die Jungen sind von Smartphone, Tablet und den sozialen Netzwerken fast nicht zu trennen. Aber wenn es um Politik geht, wenden sich junge Schweizer und Schweizerinnen immer noch zuerst an ihre Eltern oder die Schule.

Die Jungen sind von Smartphone, Tablet und den sozialen Netzwerken fast nicht zu trennen. Aber wenn es um Politik geht, wenden sich junge Schweizer und Schweizerinnen immer noch zuerst an ihre Eltern oder die Schule.

(Keystone)

Wo informieren sich die Jungen zurerst, wenn es um Abstimmungsthemen? Daheim bei Mama und Papa am Familientisch. Die sonst so beliebten digitalen Medien spielen für einmal nur eine marginale Rolle. Apps für Smartphones, Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Online-Informationsplattformen figurieren am Schluss der Informationsquellen.

Die politischen Prioritäten der 15- bis 25-Jährigen scheinen sich nicht stark von jenen der älteren Bürgerinnen und Bürger zu unterscheiden. Wenn es nach den jungen Befragten ginge, sollten in der Schule die Themen über Ausländer und Asylpolitik prioritär diskutiert werden. Das Institut gfs.bern, das die Umfrage durchführte, erinnert daran, dass das Thema Asyl laut dem Sorgenbarometer 2016 auch für die Gesamtbevölkerung an erster Stelle steht.

Die Teilnahme der Jungen an Abstimmungen und Wahlen ist bekanntlich niedriger als jene der Gesamtbevölkerung. 2015, während der letzten eidgenössischen Wahlen, begaben sich nur rund 30% der 18- bis 24-Jährigen an die Urne, während die generelle Stimmbeteiligung 48,5% betrug.

Der wichtigste Grund für die Politikabstinenz ist aber nicht ein mangelndes Interesse oder das Gefühl, von der Politik nicht betroffen zu sein, sondern eher die Tatsache, dass Abstimmen eine zu komplizierte Sache ist. Unter den Gründen für die Stimmabstinenz wird die unverständliche Sprache der Politiker an erster Stelle genannt.

Easyvote-Politikmonitor 2016

Die komplette Studie mit allen Grafiken finden Sie hierexterner Link.

Die Umfrage des Instituts gfs.bern mit einer repräsentativen Auswahl von 1477 Jungen in der Schweiz zwischen 15 und 25 Jahren wurde im Auftrag des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente (DSJexterner Link) im Rahmen des Projekts easyvoteexterner Link durchgeführt.

Ziel von easyvote ist es, die Beteiligung der Jungen an Abstimmungen und Wahlen in der Schweiz zu erhöhen. Mit dem Politikmonitor, der von nun an jährlich durchgeführt wird, soll die Wirkung von easyvote gemessen werden.


(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)

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