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"Das EWR-Nein war ein Fehler"

Christophe Büchi (links) und Roger de Weck: EWR-Nein mit klaren Folgen. Keystone/Yvonne Böhler

Vor zehn Jahren lehnte das Schweizer Stimmvolk den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) knapp ab. Heute bezeichnet der Publizist Roger de Weck das Nein als Fehler.

Dieser Inhalt wurde am 06. Dezember 2002 - 07:57 publiziert

Die Schweiz habe seither das kleinste Wirtschaftswachstum in Westeuropa.

Am 6. Dezember 1992 lehnte das Schweizer Stimmvolk den EWR knapp ab. Die französischsprachigen Kantone hingegen sagten Ja.

"Ein Land vor unruhigen Zeiten" - so lautete die Überschrift zum Kommentar im Zürcher "Tages Anzeiger" am Tag nach dem historischen Nein.

Dessen Autor, Chefredaktor Roger de Weck, fragte sich damals, ob die Schweiz die nötige Energie aufbringen werde, um den Konsens zwischen der pro europäischen Romandie und der ablehnenden Deutschschweiz zu finden.

Im Gespräch mit swissinfo will de Weck zehn Jahre danach die Schweiz nicht auf den Graben zwischen der Deutsch- und der Westschweiz reduzieren, aber "die Bereitschaft, für andere Landesteile etwas zu tun ist deutlich gesunken und zwar auf beiden Seiten".

Das EWR-Nein hat laut de Weck der Schweiz mehr Nach-, als Vorteile gebracht: "Wir haben eine der tiefsten Wachstumsraten in Europa."

Schweiz unter Druck

Der Westschweiz-Korrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung", Christophe Büchi sieht im Nein wirtschaftliche Nachteile: "Die Schweiz ist unter Druck geraten, namentlich in der Frage des Bankgeheimnisses."

Die feindlichen Gefühle zwischen Romandie und Deutschschweiz hingegen haben sich laut Büchi abgeschwächt.

swissinfo

Fakten

EWR-Abstimmung:
50,3% Nein gegen 49,7% Ja (23'105 Stimmen Unterschied)
14 ganze und 4 halbe Kantone dagegen, 6 ganze (alle welschen) und 2 halbe (BS und BL) Kantone dafür
Mit 78,7% zweithöchste Stimmbeteiligung der Nachkriegszeit

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In Kürze

Der Publizist Roger de Weck ist 1953 in Freiburg geboren. Aufgewachsen ist er zweisprachig (bilingue) in Genf und Zürich.
Als Journalist arbeitete de Weck für die "Tribune de Genève", "24 Heures" und die "Weltwoche". Von 1992 bis 1997 war er Chefredaktor beim Zürcher "Tages-Anzeiger". Und von 1997 bis 2000 war er bei der renommierten deutschen Zeitung "Die Zeit" Chefredaktor.
Seit 2001 arbeitet Roger de Weck als unabhängiger Publizist.

Christophe Büchi ist Westschweizer Korrespondent für die "Neue Zürcher Zeitung". Er hat auch für die "Weltwoche" und einige andere Deutschschweizer Wochenzeitungen gearbeitet.
Als Freiburger ist ihm die Sprachgrenze geläufig, er kennt beide Kulturen sehr gut und ist zum Spezialisten geworden. Vor kurzem hat er zu diesem Thema ein Buch mit dem Titel "Mariage de raison: Romands et Alémaniques - une histoire suisse" herausgegeben.

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