"Flieg Sputnik!"

Russlands Roman Pawljutschenko feiert den Sieg mit fliegender Fahne. Keystone

Ein in allen Belangen besseres Russland steht nach einem verdienten 3:1-Sieg gegen Holland im EM-Halbfinal. Die Euro verliere mit den Oranjes ihren Farbtupfer und habe mit Russland einen Turnierfavoriten, heisst es in der Schweizer Presse.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juni 2008 - 11:40 publiziert

"Die Russen knacken die Orange", titelt die Westschweizer Zeitung Le Matin Dimanche. "Die Russen kommen – Holland geschlagen von neuer Weltmacht?", lautet die Schlagzeile im SonntagsBlick. Für die SonntagsZeitung ist "der Oranje-Express entgleist", und die NZZ am Sonntag gibt sich kurz und bündig: "Flieg Sputnik!"

Russland habe Holland "entzaubert", schreibt die Zeitung Sonntag.CH. "Insgesamt war es ein hochverdienter Sieg der Russen, die sich mit dieser Galavorstellung zum Turnierfavoriten aufgeschwungen haben. Wer kann dieses überragende Team ohne Schwachpunkte stoppen?", fragt sich das Blatt.

Temporeiches Kombinationsspiel

Die hoch gelobten Holländer hätten sich unheimlich schwer getan, so die SonntagsZeitung. "Sie fanden nicht zu ihrem Spiel, von ihrem berühmten Tempofussball war nichts zu sehen.

Tempofussball spielten eben die anderen, die Russen: "Das temporeiche Kombinationsspiel der Russen wird zum Inbegriff der Euro 2008", schreibt die NZZ am Sonntag. "Weil sie in der Verlängerung keine Kraft mehr haben, scheiden die Niederländer gegen die flinken Russen aus."

Hervorragend war der russische Stürmer Andrei Arschawin, "Mann des Spiels", für Le Matin Dimanche "die russische Perle". Die Holländer hätten in ihren Reihen keinen Spieler gehabt, "der allein oder fast allein den Unterschied machen kann, wie Andrei Arschawin".

Der Triumph von Hiddink

Der Erfolg der Russen sei auch der persönliche Triumpf des Trainers Guus Hiddink, "der die Auswahl seiner Heimat aus dem Turnier warf", schreibt die NZZ am Sonntag. Für sie ist "Globetrotter Hiddink im Erfolgstrott".

Und weiter heisst es: "Sogar in der globalisierten Fussball-Blase ist es noch nicht Alltag, dass ein ehrenwerter Bürger sein Heimatland aus einem Turnier bugsiert." Diese Rarität habe in Basel der niederländische Globetrotter Guus Hiddink serviert.

"Hervorragend eingestellt" seien die Russen vom holländischen Trainer Guus Hiddink worden, meint die SonntagsZeitung. Diese hätten die Angreifer aus Holland bereits sehr früh gestört, "entsprechend wenig Torchancen konnten sich die Männer von Marco van Basten erarbeiten".

Hiddink, der "Landesverräter"

"Jetzt ist Hiddink ein Landesverräter", titelt der SonntagsBlick und schreibt: "Die orange Party ist vorbei. Ein sackstarkes Russland siegte 3:1 nach Verlängerung. Noch zwei Siege: Dann muss Guus Hiddink saufen!"

Hiddink, der Holländer, habe das Russenmärchen wahr gemacht. Er habe sich vor dem Spiel gewünscht, ein Landesverräter zu sein, wenn es ein Weiterkommen seines Teams bedeuten würde. Und wenn seine Mannschaft so weiterspiele, sei sie ein ganz heisser Kandidat auf den Titel.

Zum Schluss gibt das Boulevardblatt dem Russen-Coach einen guten Rat: "Und Hiddink sollte sich schon mal darauf vorbereiten, eine gehörige Menge Wodka trinken zu müssen. Das hatte er für den Fall des Titelgewinns versprochen."

swissinfo, Jean-Michel Berthoud

Russland-Holland 3:1 n.V.

St. Jakob Park Basel : 38 374 Zuschauer .

Schiedsrichter: Michel (Slq). Tore: 56. Min. Pavlyuchenko 0-1, 86. Min.Van Nistelrooy 1-1, 112. Min. Torbinski 1-2, 116. Min. Arshavin 1-3.

Niederlande:: Van der Sar; Boulahrouz (54. Min. Heitinga), Ooijer, Mathijsen, van Bronckhorst; de Jong, Engelaar (62. Min. Afellay); Kuyt (46. Min. van Persie), van der Vaart, Sneijder; van Nistelrooy.

Russland: Akinfeev; Anyukov, Ignashevich, Kolodin, Zhirkov; Semak; Saenko (81. Min. Torbinski), Semshov (69. Min. Bilyaletdinov), Zyryanov; Pawljutschenko (115. Min. Sychev), Arshavin.

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