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"Forum Geneva 2000" eröffnet

Bundesrätin Dreifuss und UNO-Generalsekretär Annan eröffnen das Forum Genf 2000. Keystone

Die wirtschaftliche Globalisierung muss von einer gerechten sozialen Verteilung begleitet sein. Dies haben Bundesrätin Ruth Dreifuss und UNO-Generalsekretär Kofi Annan bei der Eröffnung des "Forum Geneva 2000" am Sonntag (25.06.) in Genf gefordert.

Dieser Inhalt wurde am 25. Juni 2000 - 07:34 publiziert

Es sei inakzeptabel, dass ganze Bevölkerungsgruppen und Länder weiterhin von Wohlstand und Wissen ausgeschlossen seien, sagte Dreifuss. Der sozialen Dimension müsse bei jeder wichtigen Entscheidung Rechnung getragen werden. Die schreienden Ungleichheiten könnten nur Instabilität zur Folge haben.

Auch UNO-Generalsekretär Annan erklärte, Wirtschaftswachstum allein sei keine Garantie, dass die Mehrheit der Bewohner eines Landes in Würde leben könne. "Eine gesunde Gesellschaft sorgt sich um alle Mitglieder", betonte Annan.

Bilanz der Fortschritte

Das "Forum Geneva 2000" findet parallel zur Folgekonferenz zum Weltsozialgipfel statt, die am Montag in Genf eröffnet wird. Fünf Jahre nach dem Gipfel von Kopenhagen möchte die UNO-Vollversammlung an einer Sondersession in Genf bis zum 30. Juni eine Bilanz der im Kampf gegen die Armut erzielten sozialen Fortschritte ziehen.

Für das "Forum Geneva 2000" haben sich rund 3500 Vertreter der "Zivilgesellschaft" eingeschrieben; dazu gehören in erster Linie nichtstaatliche Organisationen (NGO). Die Parallel-Veranstaltung wurde von der Schweiz organisiert.

Auch in den Industrieländern seien die Früchte des wirtschaftlichen Aufschwungs und der technologischen Entwicklung sehr ungleich verteilt, sagte Dreifuss. NGOs, Gewerkschaften, Wirtschafts- und Regierungsvertreter müssten soziale Ziele und Massnahmen gemeinsam definieren. Nötig sei eine sinnvolle und transparente Aufgabenverteilung, damit sich die Regierungen und die Wirtschaft nicht aus der Verantwortung stehlen könnten.

Absage an Globalisierungs-Gegner

Dreifuss und Annan erteilten gleichzeitig den Globalisierungsgegnern eine Absage. "Mit einer solchen Haltung können die anstehenden Probleme nicht gelöst werden", betonte Dreifuss.

Eine künstliche Drosselung der Wirtschaftsprozesse würde vielmehr die unhaltbaren Zustände nur verschlimmern. Globalisierung müsse eine gerechte Verteilung von Gütern und Kenntnissen und eine Mondialisierung der Menschenrechte in Anerkennung der kulturellen Unterschiede bedeuten.

Damit reagierten sie unter anderem auf die Demonstration vom Nachmittag, an der gegen 3000 Gegnerinnen und Gegner der Weltwirtschafts- Globalisierung den Sozialgipfel als "Maskerade" bezeichneten. Solche Sozialgipfel würden nur das Elend organisieren, nicht jedoch wirkungsvoll bekämpfen, kritisierten die Demonstrierenden.

Privatwirtschaft soll zu gerechteren Welt beitragen

Annan forderte den Einbezug der Privatwirtschaft bei der Suche nach einer gerechteren Welt. "Wir wären verrückt, wenn wir nicht versuchten, die Unternehmen in etwas einzubinden, das über kurzfristige Profite hinausgeht", betonte der UNO-Generalsekretär.

Die OECD-Länder müssten ihre Märkte für Produkte aus Entwicklungsländern mehr öffnen. Die reichen Länder müssten gleichzeitig den armen Staaten eine grössere Schuldenentlastung gewähren und mehr Gelder für Entwicklungshilfe zur Verfügung
stellen, forderte Annan.

swissinfo und Agenturen

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