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"Goldene Rose" schlägt Wurzeln in Luzern

Nach 43 Jahren in Montreux nun in Luzern: die "Goldene Rose".

(swissinfo.ch)

Das traditionelle Festival der Fernseh-Unterhaltung begann am Dienstag - in neuer Umgebung in Luzern und nicht mehr wie bisher in Montreux.

Für sein Lebenswerk posthum geehrt wird in diesem Jahr der kürzlich verstorbene Schauspieler, Regisseur und Autor Sir Peter Ustinov.

Die "Goldene Rose" fand ganze 43 Jahre lang am Genfersee in Montreux statt. Jetzt ist die Veranstaltung nach Luzern umgezogen. Die Leuchtenstadt sei der passendere Ort für das Festival der Fernseh-Unterhaltung, das von Grund auf neu gestaltet wurde.

"Das Festival ist grösser geworden, wir haben mehr Kategorien in diesem Jahr und es sind auch mehr Beiträge zur Bewertung eingetroffen als je zuvor", sagt Festivalsprecherin Angela Stephenson gegenüber swissinfo. "Luzern bietet die bessere Infrastruktur um den gestiegenen Ansprüchen gerecht zu werden."

Die "Goldene Rose" dauert sechs Tage und zeichnet Fernsehbeiträge der Sparte Unterhaltung aus dem In- und vor allem Ausland aus. Die Veranstalter sprechen von der "Kernaufgabe, die besten internationalen Fernsehformate zu prämieren".

In diesem Jahr kommt eine neue Kategorie dazu: Es werden TV-Soaps, Darsteller und Event-Fernsehen ausgezeichnet.

Mehr Beachtung

Die "Goldene Rose" – von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, zu der auch swissinfo gehört, organisiert – richtet sich vor allem an die Vertreter von TV-Anstalten.

Doch in diesem Jahr hat sich die Organisation entschlossen, das Ereignis mehr in die Öffentlichkeit zu tragen.

So wurden neue Auszeichnungen geschaffen. Es gibt nun einen Preis für die besten Darsteller in einer Fernseh-Soap, einen für den besten Komiker oder die beste Komikerin.

Erstmals in der Geschichte der "Rose d'Or" werden auch prominente Persönlichkeiten ausgezeichnet. In den folgenden Kategorien dürfen die besten internationalen TV-Stars eine "Goldene Rose" entgegennehmen: Als beste Darstellerin oder bester Darsteller einer Comedy, Sitcom, Soap oder als Moderatorin oder Moderator einer Gameshow.

Diese Preise werden an der grossen Gala-Award-Night am 17. April übergeben.

Ausstellung auf dem Titlis

"In der nahen Zukunft wird die 'Goldene Rose' nicht nur von den Profis im Fernsehbusiness wahrgenommen werden, sondern auch von der Öffentlichkeit", sagt der Direktor des Festivals, George Luks.

Deshalb finden sich in diesem Jahr Unterhaltungs- und Musikveranstaltungen, die – zum ersten Mal in der Geschichte der "Goldenen Rose" – auch für das breite Publikum zugänglich sind.

Eine der Attraktionen soll die neue "Ruhmeshalle" auf dem Titlis sein. Der über 3000 Meter hohe Berg liegt in der Nähe von Luzern.

In einer Eisgrotte werden persönliche Requisiten oder Filmausschnitte berühmter Persönlichkeiten mit herausragenden Leistungen in der TV-Unterhaltung gezeigt. Die Grotte wird auch nach dem Festival in Luzern geöffnet bleiben.

Stars

Die "Goldene Rose" wartet auch mit bekannten Gesichtern auf. So werden der Sänger Harry Belafonte und die Sängerin Nana Mouskouri anwesend sein. Aber auch Alt-James-Bond Sir Roger Moore, der in der Schweiz wohnt.

Sie alle werden am "Bal de la Rose d’Or" zu Gunsten der Schweizer Sektion des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF teilnehmen. An diesem Anlass sollte - als Annerkennung für seine Leistungen für die Benachteiligten dieser Welt - dem Schauspieler, Regisseur und Autor Sir Peter Ustinov, der erste "Rose d’Or Charity Award" überreicht werden.

Dazu wird es nun nur noch postum kommen, denn Peter Ustinov ist kürzlich verstorben. "Jeder, der am Festival beteiligt war, nahm bestürzt vom Tod von Sir Peter Kenntnis", sagt Festival-Sprecherin Stephenson.

"Der Ball wird nun auch zu Ehren und zum Andenken von Peter Ustinov stattfinden. Wir werden ihm den 'Charity Award' postum verleihen."

"Big Brother" ausgezeichnet

Eine weitere Auszeichnung, die "Goldene Ehren-Rose", wird in diesem Jahr in Luzern an den Niederländer John de Mol verliehen, für seine herausragenden Leistungen für die TV-Unterhaltungsindustrie.

John de Mol ist Mitgründer und Chef der Firma Endemol. Die Firma ist verantwortlich für so genannte Reality Shows wie "Big Brother". Die Serie wurde zum weltweiten Erfolg und begründete ein neues Format der TV-Unterhaltung.

Wenig Erfolge für die Schweiz

In diesem Jahr wartet die "Goldenen Rose" in Luzern mit einer rekordverdächtigen Anzahl von eingereichten TV-Produktionen auf.

Mit 269 Sendungen aus 25 Ländern bestätigt das Festival sein Gewicht in der internationalen Fernsehszene. Eine Fachjury visioniert derzeit die eingereichten Programme.

In insgesamt 8 Kategorien - Comedy, Sitcom, Soaps, Variety, Game Show, Reality Show, Music, Arts&Specials - werden goldene Rosen vergeben.

Als erfolgreichstes Land nimmt Grossbritannien am Festival teil. Die Briten mit ihrer langen Tradition der Fernsehunterhaltung heimsten immer wieder zahlreiche Preise ein. Doch auch die Niederlande und Deutschland gehören zu den erfolgreichen Nationen.

Obwohl die Schweiz eine glänzende Gastgeberin der internationalen Fernsehindustrie ist, kann die einheimische TV-Produktion nicht mit dem Ruhm des Festivals Schritt halten: Beim "Oskar der Fernsehunterhaltung" geht die Schweiz meist leer aus.

Doch Angela Stephenson gibt sich optimistisch und meint, das könnte sich in diesem Jahr ändern. Es gebe 2004 etliche Schweizer Produktionen, die Erfolg haben könnten, so "Grock – der König der Clowns" in der Sparte "Arts & Specials" oder "Joya rennt", eine Reise- und Dating-Show in der Kategorie "Reality Show".

Stephenson: "Wenn das Pendel in den vergangenen Jahren immer etwas in Richtung Erfolglosigkeit ausgeschlagen hat, dürfte es in diesem Jahr für einmal in die entgegengesetzte Richtung pendeln."

swissinfo, Isobel Leybold
(Originaltext: Englisch)

In Kürze

Die "Goldene Rose" 2004 findet im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL)statt.

Das TV-Festival dauert vom 13. bis 18. April.

Die "Goldene Rose" wird in acht Kategorien verliehen: Comedy, Sitcom, Soaps, Variety, Game Show, Reality Show, Music, Arts&Specials.

Erster Preisträger im Jahr 1961 war die britische BBC mit dem Beitrag "Black and White Minstrel Show".

Weitere Gewinner und Gewinnerinnen sind unter vielen anderen: Barbra Streisand, "The Muppet Show", Liza Minelli, Benny Hill, "Monty Python", "Cirque du Soleil", Julie Andrews, "The Simpsons", "Mr Bean" und "French and Saunders".

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