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"Hausarzt-Modell" für Tiere

MIt der neuen Vereinbarung soll das Vertrauen zu den Kunden und damit wieder mehr Fleisch verkauft werden.

(Keystone Archive)

Tierärzte und Bauern wollen die Gesundheit der Tiere und damit die Lebensmittel-Sicherheit verbessern. Sie unterschrieben eine Vereinbarung für eine engere Zusammenarbeit.

Die Vereinbarung über die Betreuung von Nutztierbeständen sei ein Meilenstein in der langen und positiven Zusammenarbeit zwischen den Tierärzten und den Bauern, sagte Andrea Meisser, Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte GST am Donnerstag.

Der Präsident des Schweizerischen Bauern-Verbandes SBV, Hansjörg Walter, sprach sogar von einer Win-Win-Win-Situation, für die Tierproduzenten, die Tierärzte und die Konsumenten. Das wichtigste gemeinsame Ziel sei, den Einsatz von Tier-Medikamenten auf ein Minimum zu beschränken.

Ein einziger Arzt

Die Rahmen-Vereinbarung sieht vor, dass der Bauer in Zukunft mit einem einzigen sogenannten Bestandesarzt einen Vertrag abschliesst. Damit verpflichten sich beide Seiten zu einer umfassenden Zusammenarbeit. Der Tierarzt betreut und überwacht den Betrieb in den Bereichen Tiergesundheit und -haltung, Vorbeugung und Hygiene.

Der Tierhalter könne somit zwar Verantwortung an den Arzt abgeben, sagte Walter. Er müsse seinerseits aber alle Produktions- und Tier-Gesundheitsdaten offen legen und verantwortungsvoll mit Tier-Arzneimitteln umgehen. Das Ziel sei Prophylaxe vor Therapie und damit eine Verbesserung der allgemeinen Tiergesundheit.

Kosten sparen, Vertrauen gewinnen

Walter rechnet damit, dass mittelfristig die Anzahl Arztbesuche und der Medikamenten-Verbrauch reduziert und dadurch Kosten gespart werden können. Im neuen Modell sollen auch die Beratungs-Honorare der Tierärzte nicht mehr durch den Verkauf von Medikamenten an die Bauern quersubventioniert, sondern direkt abgerechnet werden.

Die Verträge seien zugleich eine vertrauensbildende Massnahme den Konsumenten gegenüber, sagte Xaver Sidler, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Schweine-Medizin. Er sieht darin eine Möglichkeit den massiven Rückgang des Fleischkonsums in letzten Jahren zu stoppen.

"Mutiger Schritt"

Gemäss Josef Schmid, Tierarzt beim Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), käme die Umsetzung dieser Beratungsverträge auch den Zielen des BVET in Sachen Lebensmittel-Sicherheit sehr entgegen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Tierärzten und -haltern bilde einen der Schlüsselpunkte, um etwa den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren.

Walter und Meisser sind sich indes bewusst, dass viel Kritik und Überzeugungsarbeit bei der Basis auf sie wartet. "Es ist ein mutiger Schritt, aber ich bin überzeugt, dass dies der einzig richtige Weg ist", sagte Walter.

swissinfo und Agenturen


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