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«Miss Saigon» mit grosser Sicherheit, Lambiel enthronte Meier

Sarah Meier, neue Schweizer Meisterin, während ihrer hervorragenden Performance.

(Keystone)

Sarah Meier hat mit einer grossartigen Kür ihren Schweizer Eiskunstlauf-Meistertitel in Genf erfolgreich verteidigt. Der Genfer Stéphane Lambiel entthronte den siebenmaligen Titelgewinner Patrick Meier und schnappte ihm damit den EM-Startplatz weg.

Einige aufregende Minuten erlebten die Eistänzer Eliane und Daniel Hugentobler. Noch in der ersten Minute ihrer ausdrucksstarken West-Side-Story-Kür geriet der Schuh von Daniel ins Wackeln, nachdem je zwei Schrauben im Absatz hinausgefallen beziehungsweise gebrochen waren. Die provisorische Reparatur, unter anderem mit Sekundenkleber, sorgte dafür, dass die in Zug wohnhaften und für Frauenfeld startenden Geschwister den Rest des Programms 20 Minuten später etwas verhaltener liefen. "Unter diesen Umständen war es dennoch sehr gut", meinte Daniel Hugentobler. "So hat man gesehen, dass noch Reserven vorhanden sind."

Titelverteidigerin Sarah Meier strotzt gegenwärtig vor Selbstvertrauen. Die Junioren-WM-Dritte, die mit diesem Niveau an den bevorstehenden Europameisterschaften einen Spitzenplatz anvisieren kann, stand in ihrer gefühlvoll interpretierten Musical-Kür sieben Dreifachsprünge, wobei lediglich eine unsaubere Zwischenlandung in der Kombination Dreifach-Lutz/Doppel-Toeloop als Makel festzustellen war. "Fast alles war perfekt. Sarah war fast übermotiviert, sprühte von Kraft und Energie", meinte Trainerin Eva Fehr. "Ich weiss einfach beim jedem Sprung genau, was ich machen muss", umschrieb die Läuferin selbst ihre Sicherheit.

Diese fehlt momentan etwas der Silbermedaillen-Gewinnerin Kimena Brog Meier. "Ich wollte fehlerfrei laufen, was mir nicht gelungen ist. Mit diesem Ausgang habe ich jedoch gerechnet", sagte die bald 14-jährige Luzernerin, die nur drei Dreifachsprünge zeigte und und von den Preisrichtern einstimmig hinter Sarah Meier eingereiht wurde.

Bronze errang die von Oliver Höner trainierte Zürcherin Simone Walthard, die Martine Adank (Bern), die Dritte nach dem Kurzprogramm, mit einer einzigen Preisrichterstimme vom dritten Platz verdrängte.

Verhängnisvolle Entscheidung bei den Männern

"Ich hatte einen schlechten Tag. Es ärgert mich, dass ich mich nach schlechtem Beginn gut aufgefangen habe, aber dann nicht so fertiggelaufen bin", sagte Patrick Meier. "Ich lief meine beste Kür", entgegnete Stéphane Lambiel. Mit 8:1 setzten die Preisrichter den Genfer an die Spitze, nachdem der Titelverteidiger eine wenig berauschende Leistung erbracht hatte. "Den Sturz beim Dreifach-Axel merzte Meier zwar noch mit einer sauberen Wiederholung dieses Elementes aus, aber Flip und Salchow blieben doppelt und der Rittberger missriet vollständig. Im Gegenzug zeigte Lambiel sieben Dreifache, drehte virtuose Pirouetten und war auch künstlerisch recht präsent. "Dass ich die zweite Sprung-Kombination nicht unmittelbar nach der ersten zeigte, sondern später einbaute, bestätigt mir meine gute mentale und physische Verfassung", erklärte der in Genf und Villars trainierende Schüler aus St-Maurice.

Für Patrick Meier endeten diese Titelkämpfe gleich dreifach fatal. Zum einen musste er nach sieben nationalen Titeln und fünf Goldmedaillen in Serie seine Vorherrschaft abtreten, zum andern hat ihn die Niederlage gegen Stéphane Lambiel aufgrund des Selektionsentscheides des Verbandes auch das EM-Ticket gekostet. Das wiederum bedeutet, dass er allenfalls nur an der WM in Vancouver (Ka) starten kann, wo es um die Olympia-Quotenplätze geht. Da der um neun Jahre jüngeren Genfer Lambiel den international unabdingbaren Dreifach-Axel noch nicht zeigen kann, hat er jedoch keine Chance, mit einer Top-Ten-Rangierung an den EM für das kommende Jahr in Lausanne zwei Schweizer Startplätze zu sichern. Und schliesslich ist Meier auch in seiner Arbeit am Projekt "Swiss Skater Pool", einer vom Verband unabhängigen Förder- Organisation, die Eiskunstlauf-Trainingslager organisiert und Sponsoren sucht, zurückgeworfen worden.

swissinfo und Agenturen

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