Navigation

Skiplink navigation

"Ticinogate"-Hauptakteur in Italien verurteilt

"Ticinogate"-Hauptakteur Gerardo Cuomo (rechts) jetzt in Italien wegen Schmuggels verurteilt. Keystone

Wegen Verbindungen zur Mafia hat ein italienisches Gericht am Samstag Gerardo Cuomo zu sieben Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Dieser Inhalt wurde am 20. November 2004 - 16:39 publiziert

Im Jahr 2001 war der Neapolitaner Hauptakteur der Justizaffäre "Ticinogate".

Gemäss italienischer Anklage hat der Clan um Gerardo Cuomo im Zeitraum von 1996 bis 2000 zwischen Montenegro und Apulien monatlich Tausende von Tonnen Zigaretten geschmuggelt, wie die italienische Nachrichtenagentur ansa berichtete.

Finanzerträge in der Schweiz gewaschen

Der Staatsanwalt von Bari, Guiseppe Scelsi, forderte in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von zehn Jahren. Nachweislich habe der Angeklagte die illegalen Erträge aus dem Zigarettenhandel in der Schweiz und auf anderen Finanzplätzen gewaschen, indem Cuomo verschiedene Firmen gegründet habe.

1992 hatte Cuomo trotz Vorstrafen in Italien eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung im Tessin erhalten. Diese wurde zwar nicht verlängert, aber in der Folge von Rekursen konnte Cuomo bis 1998 legal in der Schweiz bleiben.

Nicht Steuerdelikt, sondern Korruption

Die Schweiz hatte zum damaligen Zeitpunkt dem italienischen Auslieferungsantrag nicht Folge geleistet, weil die erhobene Anklage wegen Steuerdelikten nach Schweizer Recht nicht strafbar ist (der Schmuggel wurde nicht als Delikt erachtet).

Inzwischen wurde laut Eidgenössischer Zollverwaltung der Zigarettenschmuggel Ausgangspunkt beim Abkommen zur verbesserten Amts- und Rechtshilfe zwischen der EU, ihren Mitgliedsstaaten und der Schweiz (Dossier Betrugsbekämpfung).

"Ticinogate" als Tessiner Justizaffäre

Im Jahr 2000 wurde Cuomo in der Schweiz verhaftet. Im Sommer 2001 wurde er in der Schweiz wegen passiver Korruption gegen den Tessiner Richter Franco Verda verurteilt.

Cuomo erhielt zehn Monate Gefängnis bedingt und ein fünfjähriges Einreiseverbot in die Schweiz.

Nach seinem Prozess in der Schweiz wurde Cuomo der italienischen Justiz übergeben. Richter Verda, der im letzten April gestorben ist, war auf Bewährung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Ihm wurde Amtsmissbrauch und passive Korruption vorgeworfen.

Vorwurf der Einfuhr von Schmuggelware nach Italien

Nach den Angaben des italienischen Staatsanwaltes Scelsi war Cuomo einer von vier Vertragshändlern, die zusammen mit dem Tessiner Francesco Della Torre die Einfuhr der Schmuggelware organisiert haben sollen.

Della Torre wird verdächtigt, ein Drahtzieher des illegalen Handels zu sein. Aus diesem Grund forderte Scelsi wiederholt die Festnahme des Tessiners.

Dieser hat die Vorwürfe der italienischen Justiz stets bestritten. Er hatte Mitte der 80er-Jahre bereits zu den Beschuldigten des Drogenrings "Pizza Connection" gehört und war mit einer bedingten Haftstrafe von 18 Monaten davongekommen.

Della Torre argumentiert, dass er über eine gültige Lizenz für die Einfuhr von ausländischen Zigaretten aus Montonegro verfüge.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Laut italienischer Anklage soll Cuomo nachgewie-senermassen zwischen 1996 und 2000 einen Schmuggel zwischen Montenegro und Apulien mit Tausenden von Tonnen Zigaretten monatlich aufgezogen haben.
Die Erträge sollen auch in der Schweiz weiss-gewaschen worden sein.

End of insertion

In Kürze

In der Schweiz war Cuomo 2000 verhaftet und 2001 wegen passiver Korruption gegen Franco Verda verurteilt worden ("Ticinogate").

Der mit Cuomo befreundete frühere Tessiner Gerichts-Präsident Verda war im gleichen Prozess wegen passiver Bestechung zu einer bedingten Strafe verurteilt worden.

Danach wurde Cuomo als "mutmasslicher Zigarettenschmuggler" nach Bari in Italien ausgeliefert.

Wegen Verbindungen zur Mafia und nachgewiesenem Waschen von Erträgen aus dem Zigarettenschmuggel hat ihn nun der Staatsanwalt von Bari verurteilt.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen