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1451 Kilometer Schweiz

Die Tour de Suisse - ein Lieblingsanlass für viele Schweizerinnen und Schweizer.

(Keystone)

Über 100 Fahrer starten am Dienstag in Luzern zur Tour de Suisse - gefolgt von einem Werbe- und Medientross. Ein Event zwischen Schweiss, Marketing und Doping.

Die 66. Ausgabe der Tour de Suisse führt von Luzern nach der Expo.02-Arteplage in Biel. Dazwischen liegen Pässe, kleinere Ortschaften, Städte. Die Tour erstreckt sich über 1451 Kilometer und führt durch alle vier Sprachregionen der Schweiz.

"Ich glaube, dass die fünfte Etappe die schwierigste und spektakulärste wird", sagt der Tour de Suisse-Organisator Marc Biver gegenüber swissinfo. "Die Fahrer starten in Meiringen, überqueren die Pässe Grimsel, Furka, Susten und kehren danach nach Meiringen zurück."

Die Tour de Suisse ist weder die spanische Vuelta, noch die Tour de France, noch der Giro d'Italia: kleiner, kürzer - menschlicher eben, sagt man.

Zwischen Identitäts-Stiftung und Kommerz

Im Unterschied zu den anderen grossen Touren verlässt die Tour de Suisse beinahe nie das heimische Territorium. Die Tour-Organisatoren bemühen sich darum, alle vier Landesteile zu berücksichtigen.

Die Routenwahl folge den Gesetzen der Marktwirtschaft, sagt der Sozio-Geograf Martin Schuler von der ETH Lausanne: "Man will Sponsoren und Konsumenten in allen vier Sprachgebieten ansprechen. Zudem stehen hinter der Routenwahl auch ideelle Überlegungen." Die Tour als Identitäts-Stiftung im Vielvölkerstaat Schweiz?

Christophe Jaccoud, Soziologe am internationalen Institut für Sportwissenschaft Neuenburg, winkt ab: "Grosse Sportanlässe sind weder identitätsstiftend nach innen, noch imagebildend nach aussen." Das sei bei der Tour de Suisse nicht anders, als bei den anderen grossen Rennen im europäischen Ausland.

Der Schatten des Dopings

Im Unterschied zu den anderen Rundfahrten ist die Tour de Suisse bisher von grösseren Doping-Skandalen verschont geblieben. Schweizer Fahrer waren jedoch bei anderen Rennen schon verschiedentlich in Dopingskandale verstrickt.

Spektakulär war der Fall Alex Zülle. Der Schweizer gestand während der Tour de France 1998, EPO und Wachstums-Hormone gebraucht zu haben. Und: Anfang Juni sperrte Swiss Olympic, die Dachorganisation der Schweizer Sportverbände, den Schweizer Radprofi Stefan Rütimann für vier Jahre. Er hatte während der Tour de Romandie gedopt.

Seit dem 1. Januar ist ein neues Bundesgesetz in Kraft, das der Dopingbekämpfung grosses Gewicht beimisst. Im Visier sind - entsprechend ähnlichen Gesetzgebungen in Italien und Frankreich - nicht nur die Athleten, sondern auch deren Helfer: Wer Dopingmittel herstellt, einführt, vermittelt, vertreibt, verschreibt oder abgibt, dem drohen Gefängnis oder saftige Bussen.

"Ich bin sehr glücklich über das neue Gesetz", sagt Oliver Hintz, Doping-Experte bei Swiss Olympic, gegenüber swissinfo. "Nun hat auch die Schweiz eine Grundlage, damit die Behörden im Verdachtsfall einschreiten können."

Ist künftig mit Razzias nach italienischem Vorbild zu rechnen? "Wohl kaum", glaubt Hintz. "Die Dopingbekämpfung sollte nicht primär den Gesetzen der Medienwirksamkeit folgen."

Anhaltende Popularität

"Der Radsport hat zweifelsohne das Image, alles andere als fair zu sein," sagt Christophe Jaccoud. "Trotzdem geniesst er nach wie vor die Gunst des Publikums. Noch immer sind die Strassenränder voll von Publikum und die TV-Einschaltquoten hoch."

Sicher: Die Tour de Suisse manifestiert sich nach aussen durch eine Radfahrerkolonne, die durch atemberaubende Landschaften rauscht. Die Tour ist aber auch ein Konglomerat aus sportlicher Leistung und chemischer Versuchung, aus Ideal und Kommerz.

swissinfo


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