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1804: Schiller bringt Wilhelm Tell nach Weimar

Dank dem Theaterstück von Friedrich Schiller, einem der berühmtesten Exponenten der deutschen Literatur, gelangte der Schweizer Mythos auf die Bühnen von ganz Europa. Die Idee zum Stück stammte ursprünglich von seinem Freund Johann Wolfgang Goethe, der auf seiner langen Italienreise auch die Innerschweiz besuchte, die Uraufführung an der Hofbühne von Weimar inszenierte und damit zur Unsterblichkeit des Bühnenstückes beitrug.

Schiller hat die damals bekannten historischen Quellen sorgfältig studiert und die an sich mageren Angaben weiterentwickelt, indem er Tell zutiefst menschliche Züge verlieh. Den historisch verbürgten Tatsachen entsprechend ist Tell an der Gründung der Eidgenossenschaft nicht direkt beteiligt; die Tell-Szenen und die Szenen des Rütlischwurs sind streng getrennt.

In seinem Drama, das zwischen 1291 und 1315 spielt, weist Schiller auf die Bedrohung hin, welche die Habsburger für die ländliche Bevölkerung am idyllischen Vierwaldstättersee darstellt.

Das Stück wurde während der Feldzüge Napoleons publiziert und erhielt angesichts des französischen Expansionsdranges brennende politische Aktualität. Immer wieder aufgeführt, abgeändert und uminterpretiert, bot Friedrich Schillers Drama zahlreichen Generationen breiten Raum für die unterschiedlichsten Lesarten, ohne je seinen Charakter als Meisterwerk der Weltliteratur zu verlieren.

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