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20 Jahre "Schwarzer Montag" an den Börsen

Seit dem Crash von 1987 wird der Handel an den New Yorker Börsen bei massiven Verlusten ausgesetzt.

(Keystone)

Am 19. Oktober 1987 brach an den Börsen die Welt zusammen. Der grösste Crash nach dem Zweiten Weltkrieg brachte dem Tag den Namen "Schwarzer Montag" ein.

Den Börsianern graut vor dem Jahrestag aber nicht: Das System habe sich seither verbessert, sagen Händler, auch wenn die Computersysteme noch immer fehlbar und verletzlich seien.

Spekulationen auf Zinserhöhungen in den USA hatten vor 20 Jahren die Börsenkurse weltweit ins Straucheln gebracht. Computerprogramme traten mit ungebremsten Verkäufen eine Kettenreaktion los.

Fast 23% büsste der Dow-Jones-Index an jenem legendären "Schwarzen Montag" ein - ein Absturz um über 500 Punkte an einem Tag. Das hatte es vorher noch nie gegeben, das gab es auch seither nicht mehr.

Vermögen vernichtet

Der Wall Street folgten die anderen Börsen wie Dominosteine. An der Zürcher Börse stürzte das damalige Börsenbarometer Swissindex - der heutige SPI - um 11,5% ab.

Zuvor hatte alles rosig ausgesehen: Noch am 5. Oktober 1987 lag der damalige Bankverein-Index mit 734,2 Punkten auf einem Rekordstand. Bis am 10. November fiel er um 38,2% auf 453,9 Punkte. Der Bankvereinindex umfasste alle börsenkotierten Titel seit ihrem Börsendebut.

Laut einer seinerzeitigen Schätzung der Bank Vontobel verloren die privaten Haushalte in der Schweiz gegen 20 Milliarden ihres Gesamtvermögens von 500 Mrd. Franken.

Lange Dürre als Folge

Der Crash liess die Börsen weltweit lange dürsten. Der deutsche Dax etwa sackte bis zum 28. Januar 1988 auf seinen absoluten Tiefstand von 931,18 Punkten, ein Abschlag von mehr als 35% binnen drei Monaten.

Zwei Jahre dauerte es, bis die Schweizer Börsen die Verluste des Katastrophenmontags wieder wettgemacht hatten. Doch sorgte schon ein Mini-Crash wie jener vom 13. Oktober 1989 erneut für grosse Aufregung.

Kaum hatte sich die Börse wieder erholt, leitete der Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait im August 1990 eine Baisse ein, die durch den Erfolg der Operation "Desert Storm" grösstenteil ausgeglichen wurde.

Der Schock sass tief

Der Schock von 1987 sass so tief, dass selbst am 10. Jahrestag im Jahr 1997 noch mancher Börsianer mit bösen Ahnungen auf die Kurstafel schielte. Allerdings schlug dann kein böses Geschick zu. Nicht einmal beim Platzen der Internet-Blase ging es so rasant bergab wie 1987.

Unterdessen schaut am 20. Jahrestag des "Schwarzen Montags" niemand mehr mit schlotternden Knien nach schlechten Omen im Börsenhimmel aus. Denn die Börsen haben unterdessen zuviel erlebt und durchgemacht, nicht zuletzt 9/11, die Anschläge in den USA.

Systeme verbessert

Börsenhändler verweisen auch darauf, dass nach dem Crash von 1987 die Handelssysteme verbessert wurden. So gibt es nun bei grossen Schwankungen Handelsunterbrechungen, die den Anlegern kurz Zeit zum Nachdenken einräumen. Auch sind die US-Aktien nicht mehr derart überbewertet wie 1987.

Immerhin warnen Händler, dass die Computersysteme zwar ausgereifter, aber weiterhin fehlbar seien. Durch die Globalisierung wurde das System zudem vernetzter und verletzlicher, wie der Einbruch der Shanghaier Börse vom Februar zeigt, der weltweit die Börsen belastet hatte.

swissinfo und Agenturen

Schwarze Börsentage

Am 19. Oktober 1987, dem "Schwarzen Montag", erlebte die New Yorker Wall Street in einem beispiellosen finanziellen Erdbeben den schlimmsten eintägigen Kursverlust ihrer Geschichte.

Die internationalen Börsen gerieten mit in diesen dramatischen Abwärtssog. Es gab eine weltweite Panik.

Die Anleger verloren an einem Tag allein an der New Yorker Börse mehr als 500 Mrd. Dollar.

Der bis dato stärkste Absturz ereignete sich im Jahre 1929. Am 28. Oktober 1929 brach das bekannteste US-Börsenbarometer um 12,8% ein - also nur knapp halb so viel wie 1987.

Es war der Auftakt zur weltweiten Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre.

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