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3,5 Millionen Franken für kriegsgeschädigte Kinder

Hilfe für Kinder, die Opfer von Kriegen werden.

(Keystone)

Auf rund 12 Millionen wird die Zahl der Kinder geschätzt, die weltweit zu Opfern von Kriegen werden. Ihr Schicksal stand im Zentrum des Sammeltags der Glückskette.

Mit dem Spendengeld werden Schweizer Hilfsprojekte für diese Kinder in der ganzen Welt unterstützt.

Allein rund 300'000 Kinder werden weltweit als Kindersoldaten missbraucht. Sie erleben dabei Gräueltaten, werden verletzt, getötet oder bleiben ein Leben lang traumatisiert.

Insgesamt wird die Zahl der Kinder, die anderweitig Opfer von Kriegen und bewaffneten Konflikten werden, weltweit auf rund 12 Millionen geschätzt.

Kinder seien besonders verletzlich und gefährdet und könnten sich als Schwächste in der Gesellschaft auch kaum wehren, schreibt die Glückskette.

Sie erlitten Bedrohungen und Verletzungen, würden zu Waisenkindern oder müssten als Vertriebene oft jahrelang auf der Flucht in Lagern leben. Viele der Folgen bleiben unsichtbar, eingraviert in die Seelen der Kinder.

Vielen diesen Kindern und Jugendlichen kann und muss geholfen werden: mit medizinischer Pflege - zum Beispiel nach Minenunfällen -, mittels Ausbildung oder Umschulung, mit Betreuungs-Programmen für Waisenkinder oder psycho-therapeutischen Massnahmen.

Schweizer Hilfswerke sind in zahlreichen solcher Hilfsprogramme engagiert; die Glückskette will nun mit einem nationalen Sammeltag auf diese permanente Katastrophe aufmerksam machen und für Projekte dieser Art Mittel sammeln. Sie hat dazu 16 Musterprojekte von 11 Hilfswerken ausgewählt.

Erstmals mit Privatradios

Erstmals wurde der nationale Sammeltag – der bislang allein von der Glückskette, dem Sammmelwerk der öffentlich-rechtlichen SRG, durchgeführt wurde - auch von 13 Privatradios in der Deutschschweiz mitgetragen.

Dazu hatten ein speziell gegründeter Verein der Privatradios und die Stiftung Glückskette letzte Woche eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

"Konkurrenz schliesst Solidarität mit Notleidenden nicht aus", begrüsste Glückskette-Direktor Félix Bollmann die neue Zusammenarbeit und betonte, ähnliche Bestrebungen seien ebenfalls in der Westschweiz im Gang.

"Die Glückskette, die auch mit Zeitungsverlegern punktuell zusammenarbeitet, wird immer mehr zur Sammelplattform der Schweizer Medien generell", kommentierte Kommunikationsleiter Roland Jeanneret.

Auch Auslandschweizer können spenden

Am nationalen Sammeltag "Kinder - Opfer von Kriegen" vom 19. November nahmen gegen 600 freiwillige Helfer und Helferinnen in sechs Telefonzentralen und auf über 100 Leitungen Spendenzusagen entgegen.

Swisscom stellte die Gratisnummer 0800 87 07 07 zur Verfügung und in allen Postbüros der Schweiz stehen Einzahlungsscheine bereit.

Online-Spenden konnten und können auch direkt übers Internet unter www.glueckskette.ch erfolgen; dies ermöglicht auch Auslandschweizern, sich an der Spendenaktion zu beteiligen.

Bis Mitternacht gingen Spendenzusagen in Höhe von rund 3,5 Mio. Franken ein. Rund 30'000 Menschen machten eine Zusage. Die grösste Einzelspende betrug 40'000 Franken.

Die Glückskette hofft, dass sich der Gesamtbetrag noch erhöhen wird. Erfahrungsgemäss würden die Spendenzusagen bei den Zahlungen noch übetroffen, teilten die Organisatoren nach Abschluss des Sammeltags mit.

Hilfe für die Schwächsten

Die Glückskette finanziert mit den Spenden Projekte von Schweizer Hilfswerken. Es geht dabei beispielsweise um Nothilfe an Tausende von unbegleiteten Kindern in Uganda, um Tagesstätten für Kinder in Grosny oder in Afghanistan.

Weiter um Therapie-Programme für traumatisierte Kinder in Bosnien-Herzegowina oder Palästina, um Schul- und Präventions-Programme in den Armenvierteln Kolumbiens.

In Angola werden 10'000 Jugendliche unter 15 Jahren in einem Flüchtlingslager betreut.

In Irak sollen vertriebene Frauen und Kinder in ihre Heimatdörfer zurückkehren können und Minenfelder geräumt werden.

In Eritrea wird der Bau eines Waisenhauses und einer Gesundheits-Station finanziert. In Sierra Leone sollen Kindersoldaten dank Hilfe aus der Schweiz ein neues Leben weg von Leid und Gewalt erhalten.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Kinder – Opfer von Kriegen

Weltweit sterben jedes Jahr ungefähr 20'000 Menschen durch Minen, oft trifft es spielende Kinder. Schätzungsweise 10 Millionen Landminen sind in der Erde vergraben - selbst wenn keine neuen gelegt würden, bräuchte man 1100 Jahre, um sie alle zu entfernen...

In den letzten Jahren starben 2 Millionen Kinder in Kriegsgebieten. Weitere 4 Millionen bleiben durch Verletzungen und direkte Kriegsfolgen lebenslänglich behindert, 2 Millionen wurden durch Verletzungen entstellt. (Zahlen: UNICEF).

Und selbst wenn Kinder kriegerische Auseinandersetzungen einigermassen heil überleben, werden sie oft zu Waisenkindern, werden vertrieben und verlieren sowohl Familie wie soziale Einbettung. Viele der Kriegsfolgen bleiben unsichtbar, eingraviert in die Seelen dieser Kinder.

Solchen Kindern will die Glückskette mit ihrer aktuellen Sammlung helfen. Dazu hat sie 16 Musterprojekte von Schweizer Hilfswerken ausgesucht, die mit den Spenden finanziert werden sollen.

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