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WIESBADEN (awp international) - Der staatlich unterstützte Immobilienfinanzierer Aareal Bank erhöht mit einer Kapitalerhöhung seinen finanziellen Spielraum. Insgesamt will das Unternehmen durch die Ausgabe neuer Aktien rund 269 Millionen Euro erlösen, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Vorstandschef Wolf Schumacher betonte, mit dem frischen Geld in erster Linie das operative Geschäft stärken zu wollen. Lediglich ein kleiner Teil der Erlöse aus der Kapitalerhöhung - soll in den Abbau der Staatshilfen gesteckt werden. Dafür sind rund 75 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung vorgesehen. Die Aktie verlor in der ersten Handelsstunde rund 7,5 Prozent.
"Die Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau unserer Marktposition und wird unsere Profitabilität weiter verbessern", sagte Schumacher. Das Unternehmen sehe derzeit grosse Wachstumschancen. Das liegt auch daran, dass sich die Konkurrenz derzeit noch zurückhält. In diesem Jahr hofft die Aareal Bank nun auf ein Neugeschäft von 7 bis 8 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr war es bereits um drei Viertel auf 6,7 Milliarden Euro gestiegen. Zukäufe plant die Bank derzeit nicht. Im vergangenen Jahr wurde die Bank immer wieder als Interessent für die WestLB-Tochter Westimmo genannt.
OPTIMISMUS WÄCHST
Den Schritt an den Kapitalmarkt verstehen die Wiesbadener als Zeichen für ihren wachsenden Optimismus. Sie erhöhten zugleich ihre Prognose für dieses Jahr und erwarten nun eine "deutliche Steigerung" des Betriebsergebnisses. Bei der Bilanz-Pressekonferenz vor zwei Wochen hatte sich der Vorstand noch vorsichtiger gezeigt und lediglich eine "Steigerung" angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte die Bank den operativen Gewinn um gut 50 Prozent auf 134 Millionen Euro verbessert.
Die Aareal-Bank ist damit die dritte grosse deutsche private Bank, die sich seit Ende der Finanzkrise Geld am Aktienmarkt besorgt. Den Anfang hatte im Herbst 2010 die Deutsche Bank mit einer Kapitalerhöhung über 10 Milliarden Euro gemacht. Der Branchenprimus finanzierte damit den Postbank-Kauf und rüstete sich für die künftig strengeren Kapitalregeln für Banken. Derzeit sammelt die teilverstaatlichte Commerzbank insgesamt elf Milliarden Euro über die Ausgabe neuer Aktien ein, um damit zumindest den grössten Teil der Stillen Einlage zurückzuzahlen.
Damit will sich die Aareal Bank hingegen Zeit lassen, wie Finanzvorstand Hermann Josef Merkens am Donnerstag betonte. Der Zinssatz von 9 Prozent, den sein Haus für die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin zahlen muss, seien marktüblich.
KEINE EILE BEI RÜCKZAHLUNG DER STAATSHILFEN
Die Aareal Bank hatte Anfang 2009 vom Soffin Staatshilfen in Höhe von 525 Millionen Euro erhalten. Dies geschah nach eigenen Angaben aus Vorsichtsgründen und als eine Art Versicherung. Das Institut hatte auch in der Finanzkrise stets schwarze Zahlen geschrieben. Im vergangenen Sommer hatte es bereits 150 Millionen Euro der Stillen Einlage zurückgezahlt.
Um die Hälfte zurückgefahren werden nun hingegen zusätzliche Garantien des Soffin. Eine vom Rettungsfonds garantierte Anleihe über 2 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis Juni 2013 will die Bank zurückgeben. Diese war emittiert worden, um die Flexibilität zu erhöhen. Sie wurde aber dank des sich bessernden Umfelds nicht gebraucht und daher nicht platziert. Durch die Rückgabe der Anleihe spart die Aareal Bank pro Jahr nach eigenen Angaben 19 Millionen Euro Zinsen.
KAPITALERHÖHUNG GARANTIERT
Der geplante Erlös aus der Kapitalerhöhung ist gesichert, da die beiden begleitenden Banken - Deutsche Bank und HSBC - dafür garantieren. Durch das frische Geld wird sich die Kernkapitalquote (Tier 1) auf 14 Prozent verbessern, die harte Kernkapitalquote ohne Hybridkapital (Core Tier 1) auf 9,6 Prozent.
Insgesamt werden gut 17 Millionen neue Stammaktien ausgegeben. Dadurch steigt das Grundkapital um 40 Prozent. 5 alte Aktien berechtigen zum Bezug von 2 neuen. Der Bezugspreis liegt bei 15,75 Euro pro Stück und damit deutlich unter dem Aktienkurs. Der Vorstand sprach von einem "marktüblichen Abschlag" von gut 28 Prozent.
Der Mehrheitsaktionär Aareal Holding, hinter der unter anderen mehrere Versicherungen stehen, wird im Zuge der Kapitalerhöhungen seinen bisherigen Anteil von gut 37 auf gut 26 Prozent senken. Sie will einen Teil ihrer Bezugsrechte in einem beschleunigten Verfahrens verkaufen./enl/zb/wiz

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