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Ab in das Reich der Drachen

Auf der anderen Seite der Brücke China - mit einem enormen Potenzial.

(Keystone)

Ist China das Land der Zukunft? Dieser Frage geht eine Schweizer Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik mit einer bisher einzigartigen Reise nach.

Nie zuvor hatte eine Schweizer Mission ins Ausland einen solch interdisziplinären Charakter. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und der Bundesbehörden begaben sich am Wochenende für eine achttägige Tour zusammen ins Reich der Mitte. Gesucht wird nach Synergien, um in dem grossen, teils widersprüchlichen und rätselhaften chinesischen Universum Fuss zu fassen.

Warum hat man der Delegation diese neue, interdisziplinäre Form gegeben? "Weil wir nicht nur ein Handelspartner sein wollen, sondern auch die Schweiz als Technologie-Standort fördern wollen", sagt Staatssekretär und Delegationsleiter David Syz gegenüber swissinfo.

Für die Handelskammer Schweiz-China sei es wichtig, von Anfang an diejenigen Personen mit einzubeziehen, die später die Projekte ausführen.

Biotechnologie, Umweltschutz und öffentlicher Verkehr

Die Delegation zählt 90 Personen. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Branchen: Banken, Universität, Bundesbehörden, multinationale Unternehmungen und Technologie-Firmen. Die Privatwirtschaft ist genauso vertreten wie die öffentliche Hand.

Delegationsleiter der so genannten "Swiss Innovation Week" sind die beiden Staatssekretäre David Syz (Wirtschaft) und Charles Kleiber (Forschung und Wissenschaft) sowie der Direktor des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, Eric Fumeaux.

Das Besuchsprogramm dauert eine Woche und spielt sich zwischen Bejing und Shanghai ab. Es gibt offizielle Empfänge, Workshops und Seminare. Die Topthemen sind Biotechnologie, Umweltschutz und öffentlicher Verkehr. Es gibt zudem Zeit für Einzelinitiativen, die individuell zwischen den Partnernationen diskutiert werden können.

Der richtige Moment

Seit wenigen Monaten ist China offizielles Mitglied der Welthandels-Organisation (WTO). Dies könnte den bereits starken wirtschaftlichen Aufschwung (in den letzten Jahren durchschnittlich 7%) im Reich der Mitte weiter beschleunigen.

"Der chinesische Markt hat ein unglaubliches Potential, wächst schnell und öffnet sich dank der WTO immer mehr. Es gibt grosse Lücken in den Bereichen der Hochleistungs-Technologie. Deshalb ist das Schweizer Wissen gefragt", betont David Syz. "Wir wollen unser Know-how nach China exportieren."

Die Schweiz will schnell handeln, um am Ball zu bleiben. Man hat nämlich aus Fehlern gelernt. Gemäss internen Quellen aus dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) war vor Jahren die Öffnung von Polen und der Tschechischen Republik verschlafen worden.

"Wir wollen unsere Kompetenzen nicht nur im wissenschaftlichen, sondern auch im praktisch-technischen Bereich zur Verfügung stellen. Deshalb ist während der 'Swiss Innovation Week' die Präsenz von Firmen und spezialisierten Technikern so wichtig", erläutert Delegationsleiter Syz.

Eine Erkundungstour

Für Exponenten der Wirtschaft sind solche Meetings nichts aussergewöhnliches. Für andere Sektoren handelt es sich dagegen um eine Neuheit. Dies ist der Fall für den wissenschaftlichen und universitären Bereich, auch wenn es in China eine Reihe von Forschungsstätten mit Schweizer Hintergrund gibt (beispielsweise von Nestlé).

"Wir wollen Kontakte mit den Universitäten knüpfen, um unser Bildungsmodell vorzustellen und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit abzuklopfen", sagt Eric Fumeaux gegenüber swissinfo. "Es handelt sich für uns auf alle Fälle um eine Erkundungstour. Wenn wir auf Interesse stossen, können wir die Projekte konkretisieren."

Dies alles könnte sehr schnell gehen. Insbesondere, weil die Schweizer, aber auch die chinesische Delegation, aus so unterschiedlichen Partnern besteht. "Wenn Politik, Wirtschaft, Forschung und Technik zusammenspannen, kann über ein Projekt sehr schnell entschieden werden", unterstreicht der Direktor des Bundesamtes für Berufsbildung.

Die theoretischen Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit sind gut. Aber wird die Reise ins Land der Drachen wirklich Früchte bringen? Gut möglich. Man wird sehen.

Marzio Pescia
(Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)


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