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ABB baut Automationsdivisionen um - kein Indiz für baldige Akquisition (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 27. November 2009 - 13:00 publiziert

Zürich (awp) - ABB stellt seine Automationsdivisionen neu auf. Per Anfang 2010 werden die Divisionen Automationsprodukte und Robotik zu den zwei neuen Divisionen "Industrieautomation und Antriebe" und "Niederspannungsprodukte" zusammengefasst. Die Division Prozessautomation bleibt in ihrer heutigen Form bestehen und wird um das Instrumentierungsgeschäft der Division Automationsprodukte ergänzt.
Mit diesen Massnahmen will sich ABB besser auf das Kundenspektrum ausrichten. Geschäftsfelder mit ähnlichen Kunden, Technologien und Servicemodellen werden gebündelt, damit künftig Lösungen für die Kunden schneller entwickelt werden können. "Das Automationsgeschäft von ABB mit seiner Ausrichtung auf Produktivität und Energieeffizienz birgt enormes Wachstumspotenzial", erklärte dazu CEO Joe Hogan.
Die Reorganisation hat allerdings keine grossen Auswirkungen strategischer Art. "Die Reorganisation bedeutet keine strategische Änderung", sagte CEO Joe Hogan anlässlich einer Telefonkonferenz.
Und sie habe auch keine nennenswerten finanziellen Auswirkungen. Die Auswirkungen auf die einzelnen Geschäftseinheiten seien zudem minimal. Hogan zeigt sich aber zuversichtlich, dass ABB für das künftige Wachstum besser aufgestellt sei. Die Reorganisation bringe Einheiten mit ähnlichen Geschäftsmodellen oder Produkteportfolios besser zusammen und sei auch aus technologischer Sicht sinnvoll.
Der Umbau der Division ist auch keine Abkehr vom Robotics-Geschäft. "Ich bin sehr zuversichtlich für Robotics", erklärte Hogan. Der Bereich sei aber sehr in der Automobilindustrie eingebettet und das Robotics-Geschäft ändere sich auch sehr schnell. Gemäss einem Analysten in Zürich sind die heute angekündigten Massnahmen denn auch ein "klares Commitment für das Robotics-Geschäft", über dessen Verkauf allenthalben spekuliert wurde.
Die Massnahmen sollen helfen, das Service-Geschäft auszubauen. Der Serviceanteil am Umsatz des Konzerns liege derzeit bei 16 bis 17%, so der ABB-Chef. "Wir wollen diesen Anteil auf 20 bis 25% ausbauen, das ist unser langfristiges Ziel."
Mit der neuen Aufteilung wäre eine allfällige Akquisition laut Hogan leichter zu integrieren. "Ein Hinweis auf verstärkte Akquisitionsbemühungen ist dies aber nicht", schwächte er Spekulationen ab.
Die neue Division "Niederspannungsprodukte" umfasst Geschäftsbereiche, die hauptsächlich Niederspannungsprodukte mit geringerem Wartungsbedarf für den Verkauf an Grosshändler, OEMs und Systemintegratoren produzieren. Die Division erzielte 2008 mit rund 19'000 Mitarbeitern einen Proforma-Umsatz von 4,8 Mrd USD. Geleitet wird die Division von Tom Sjökvist, der zur Zeit für die Division Automationsprodukte verantwortlich zeichnet.
Die Division "Industrieautomation und Antriebe" umfasst Produkte und Systeme, die in der diskreten Fertigungsindustrie zur Anwendung kommen. Sie hält ein breites Angebot für den Sonnen- und Windenergiesektor und die Bahnindustrie bereit, welches einen intensiveren, massgeschneiderten Service erfordert. Die Division erzielte 2008 mit ebenfalls rund 19'000 Mitarbeitern einen Proforma-Umsatz von 6,6 Mrd USD.
Die Leitung der Division "Industrieautomation und Antriebe" wird von Ulrich Spiesshofer übernommen, derzeit für die Konzernentwicklung verantwortlich.
Veli-Matti Reinikkala bleibt Leiter der Division Prozessautomation. Anders Jonsson, zur Zeit Leiter der Division Robotik, bleibt Mitglied der Konzernleitung und übernimmt neu die Verantwortung für die Umsetzung des Kostensenkungsprogramms sowie der Global-Footprint-Initiative von ABB.
ABB wird für die neue Organisation zusammen mit den kommenden Q4-Ergebnissen Proforma-Zahlen bekannt geben. Ausserdem werden dann die mittelfristigen Finanzziele der Divisionen für 2007 bis 2011 auf die neue Struktur angepasst.
Die Aktie steht nach schwachem Start und einem Ausflug ins Plus derzeit unverändert. Die Kommentare reichen von kursneutral bis eher positiv.
cf/ch

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