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ABB Q3: Auftragsseingang enttäuscht - Ausblick weiter wenig konkret (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2009 - 12:40 publiziert

Zürich (awp) - ABB hat im dritten Quartal 2009 erneut einen Rückgang von Umsatz und Auftragseingang verbucht. Die Umsätze sind dabei dank des weiterhin hohen Auftragsbestandes weniger stark zurückgegangen als die Aufträge. Betriebs- und Reingewinn lagen wegen der vor kurzem bekanntgegebenen Sonderfaktoren über den Vorjahreswerten. Für das Gesamtjahr macht ABB weiterhin keine konkreten Prognosen.
ABB verzeichnete einen Umsatzrückgang um 10% auf 7'910 Mio USD (Lok.Whrg. -5%). Der Auftragseingang schrumpfte wie in den Quartalen zuvor deutlicher um 21% auf 7'060 Mio USD (LW -15%).
Die weltweiten Investitionen in die Strominfrastruktur seien weiter angestiegen, wogegen die Nachfrage nach kurz-zyklischen Industrieprodukten zurückgegangen sei, teilt ABB am Donnerstag zum Geschäftsgang mit. So gingen die Basisaufträge in Lokalwährungen um 23% zurück, wogegen die Grossaufträge um 42% zulegten.
Regional betrachtet, habe sich der Auftragseingang auf dem amerikanischen Kontinent in Lokalwährungen erhöht. Dies vor allem dank eines Grossauftrages in Brasilien, welcher den Rückgang in den USA mehr als ausgeglichen habe. Auch im nahen Osten und in Afrika habe der Auftragseingang aufgrund des Zuwachses von Energietechnikaufträgen zugenommen.
In Europa dagegen gingen die Aufträge in Lokalwährungen um 25% zurück. Hier sei das Plus an Aufträgen in der Division Energietechniksysteme durch den starken Rückgang in allen anderen Divisionen aufgehoben. In Asien verringerte sich der Auftragseingang um 24%.
Der EBIT erhöhte sich um 10% auf 1'419 Mio USD und die EBIT-Marge auf 17,9 (14,7)%. Dabei wirkten im dritten Quartal verschiedene Sonderfaktoren auf den Betriebsgewinn ein. Positiv kam die Verbuchung von 430 Mio USD aus den bereits angekündigten Rückstellungsanpassungen hinzu.
Negativ schlugen die Kosten für das laufende Restrukturierungsprogramm von 40 Mio USD zu Buche. Die Marktpreisanpassung von Hedging-Transaktionen steuerte rund plus 0,6 Prozentpunkte zur EBIT-Marge bei. Bereinigt um diese Faktoren lag die EBIT-Marge rund 3,5 Prozentpunkte niedriger als die bereinigte EBIT-Marge des Vorjahresquartals. Sie hätte also bei rund 12,4% gelegen, präzisierte CEO Joe Hogan anlässlich einer Telefonkonferenz.
Der Reingewinn liegt mit 1'034 Mio USD um 12% über dem Vorjahreswert von 927 Mio USD. Er wurde positiv beeinflusst von den erwähnten aufgelösten Rückstellungen abzüglich 50 Mio USD für Zinsen, Finanzierungsaufwand und Ertragssteuern.
Das Kostensenkungsprogramm, welches die Kosten bis Ende 2010 nachhaltig um 2 Mrd USD reduzieren soll, liegt gemäss ABB "beträchtlich über den Planungen" und hat in den ersten neun Monaten 2009 bereits Einsparungen von über 1 Mrd USD gebracht. Die Gesamtkosten werden auf rund 1 Mrd USD geschätzt, wovon 100 Mio USD bereits im Jahr 2008 und im bisherigen Geschäftsjahr nun rund 170 Mio USD verbucht wurden.
Auf die vor einer Woche bekanntgegebenen Probleme in Russland, wollte Hogan nicht genauer eingehen. Zuerst müsse alles genauer angeschaut werden. Laut Finanzchef Michel Demaré kooperiert ABB mit den russischen Steuerbehörden.
Was die Aussichten betrifft, gibt sich ABB weiterhin betont vorsichtig. "Wir sehen noch keine Stabilisierung der Märkte", sagte Hogan, allerdings gebe es positive Zeichen aus Asien.
Nach seinen Erwartungen für 2010 gefragt, erklärte Hogan, dass sich von den Märkten her derzeit ein gemischtes Bild ergebe, er aber zwischen dem vierten Quartal 2009 und dem Beginn des Jahres 2010 keine "extreme Differenz" erwarte. "Das Umfeld dürfte herausfordernd bleiben. Wir hoffen auf eine Erholung in einigen Märkten. Es bleibt aber eine Hoffnung." Trete eine Erholung nicht ein, sei ABB auch bereit, genauso wie ABB für einen Aufschwung bereit wäre.
An der Börse fallen ABB bis am Mittag gut 3% zurück, wobei vor allem der enttäuschende Auftragseingang wie auch das um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsergebnis kritisiert wurden.
cf

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