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(Meldung erweitert um Abschluss der Baldor-Übernahme und Hintergrund zu Rückstellungen)
Zürich (awp) - Die ABB Ltd hat überraschend einen Update zur geschäftlichen Entwicklung im vierten Quartal 2010 veröffentlicht. Demnach wird beim Auftragseingang (in Lokalwährungen), dem EBIT (ausgewiesen) und dem Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich gerechnet. Der Umsatz soll in Lokalwährungen im einstelligen Prozentbereich wachsen, wie der Technologiekonzern am Mittwoch mitteilte. Für 2011 bestätigt das Management seinen Ausblick. Zudem konnte die Übernahme der US-amerikanischen Baldor Electric abgeschlossen werden.
Der EBIT werde im Schlussquartal allerdings durch zusätzliche Aufwendungen für Rückstellungen von ungefähr 120 Mio USD belastet, heisst es. Die zusätzlichen Rückstellungen im Q4 fallen laut den Firmenangaben in der Division Energietechniksysteme an und stehen im Zusammenhang mit einem Kabelprojekt, für das bereits von Rückstellungen berichtet worden sei.
Mit dem Q2-Abschluss wurde über Kosten zu Lasten des EBIT von rund 80 Mio USD berichtet, die im Zusammenhang mit "Installationsproblemen bei einer geringen Anzahl von Kabelprojekten" stünden. Im Q3 wurden zusätzliche Kosten im Kabelgeschäft durch frei gewordene Rückstellungen kompensiert, die für Geschäfte in Russland sowie für die kürzlich erfolgte Einigungen mit der US-Börsenaufsicht SEC und dem Department of Justice (DoJ) gebildet worden seien, hiess es Ende Oktober 2010. Im Rahmen der Anti-Korruptions-Untersuchungen der SEC und des DoJ bezahlte ABB 58,3 Mio USD.
Die Geschäftsbedingungen hätten im vierten Quartal den Trends entsprochen, die bereits im Vorquartal zu beobachten gewesen seien, heisst es weiter. Die Nachfrage aus der Industrie habe sich in den meisten Regionen auf einem hohen Niveau bewegt und die früh- und mittelzyklischen Geschäftsfelder von ABB im Automations- und im Energiebereich gestützt. Zudem habe das Unternehmen im vierten Quartal 2010 in Europa und dem Nahen Osten zahlreiche Aufträge für Energieinfrastruktur erhalten.
In dem für 2011 bestätigten Ausblick geht das Management davon aus, dass das anhaltende Industriewachstum die früh- und mittelzyklischen Geschäftsfelder im Energie- und Automationsbereich unterstützen werde. Eine umfassende Erholung der Investitionen von Energieversorgern in Stromübertragungstechnik werde erst für den späteren Jahresverlauf erwartet.
Schon bei der Präsentation der Q3-Zahlen war das Management bezüglich des Ausblicks vage geblieben. Zuversicht herrschte damals weiterhin für das früh- und mittelzyklische Geschäft, das im restlichen Jahresverlauf 2010 und Anfang 2011 weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum bringen sollte, wie es hiess. Mit einer Trendumkehr im spätzyklischen Geschäft - vor allem der Energie-Divisionen - sei erst für 2011 zu rechnen, so ABB im Oktober.
Wie ABB am Mittwoch ebenfalls mitteilte, wurden im Rahmen des zustande gekommenen freundlichen Übernahmeangebotes für Baldor Electric 42'415'177 Aktien des US-Unternehmens oder 89,38% der ausstehenden Anteile angeboten. Die Baldor-Aktien sollen nun von der New Yorker Börse dekotiert werden.
ABB hatte die Baldor-Übernahme für ein Transaktionsvolumen von insgesamt 4,2 Mrd USD Ende November 2010 angekündigt. ABB verspricht sich davon Kostensynergien von mehr als 100 Mio USD jährlich. Zudem sieht der Konzern "bedeutende weltweite Ertragssynergien von mindestens derselben Grössenordnung". Die Übernahme soll im ersten Jahr bereits ertragswirksam werden. Baldor beschäftigte Anfang 2010 rund 7'250 Mitarbeiter und erwartet für 2010 einen Umsatz von 1,7 Mrd USD.
ABB wird das ausführliche Q4-Ergebnis wird am 17.02.2011 publizieren.
rt/uh

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