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Abbruch am Allalingletscher topologisch bedingt

Die Abbruchstelle am Allalingletscher. Keystone

Der riesige Eisabbruch am Walliser Allalingletscher ist keine direkte Folge der Erderwärmung, sondern topographisch bedingt. Der Gletscher sei im steilen Gelände immer in Bewegung, sagte ETH-Experte Hermann Bösch am Mittwoch (02.08.) auf Anfrage.

Dieser Inhalt wurde am 02. August 2000 - 16:39 publiziert

"Der Abbruch von insgesamt rund einer Million Kubikmeter Eis am Allalingletscher auf 2'500 Meter über Meer vom vergangenen Sonntag und Montag (30./31.08.)ist ein aussergewöhnliches Ereignis, aber wir haben es erwartet", erlärte Bösch, Vermessungsingenieur an der Glaziologie-Abteilung der ETH Zürich.

Die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs sei immer da gewesen. Das abgebrochene Eis habe sich in einer steilen Felswand befunden. Das Lösen des Eises habe seine Hauptursache in der Topografie des Geländes und nicht in den Auswirkungen der Erderwärmung.

Um den genauen Zeitpunkt des Abbruchs herauszufinden, hätte der Gletscher intensiver beobachtet werden müssen, sagte Bösch weiter. Für die Einwohner von Saas Almagell (VS) bestehe bei einem Eisabbruch am Allalingletscher jedoch nie auch nur die geringste Gefahr.

Vor dem erwarteten Abbruch des Allalingletschers waren alle Sicherheitsmassnahmen getroffen worden, wie Charly Wuilloud, Chef der Walliser Sektion Naturgefahren, sagte.

Die Lage sei stabil; trotzdem werde mindestens ein Wanderweg weiterhin gesperrt bleiben, da in den kommenden Wochen mit einem weiteren Abbruch von nochmals rund 50'000 Kubikmetern im südlichen Teil des Gletschers gerechnet werde. Gefährdet seien nur Wanderer, die sich nicht an die Absperrungen hielten. Gemäss Wuilloud ist der Gletscher bekannt dafür, dass alle zwei bis drei Jahre Eis abbricht.

1965 hatten die Eismassen des Allalingletschers ein Baubarackendorf am Mattmark-Staudamm unter sich begraben; 88 Arbeiter kamen dabei ums Leben.

swissinfo und Agenturen

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