Abrupter Abgang des Oerlikon-Konzernchefs

Thomas Limberger, ex-CEO von OC Oerlikon. Keystone

Thomas Limberger, der Konzernchef der Oerlikon-Gruppe, verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Nach offizieller Sprachregelung erfolgt der Abgang aus freien Stücken.

Dieser Inhalt wurde am 08. Mai 2007 - 11:00 publiziert

Limberger war wegen seines hohen Salärs von 26 Millionen ins Gerede geraten. Daraufhin hatte er auf zwei Drittel seiner Bezüge verzichtet.

Thomas Limberger tritt nur wenige Stunden vor der Generalversammlung vom Dienstag ab. Über die Gründe kann nur spekuliert werden.

Der bisherige Konzernchef, der im vergangenen März wegen überrissener Bezüge in die Kritik geraten war, verlasse den Technologiekonzern per sofort und lege auch alle anderen Mandate in der Oerlikon-Gruppe nieder, teilte das Unternehmen in der Nacht auf Dienstag mit.

Der Verwaltungsrat habe den 42-jährigen Uwe Krüger zum neuen CEO der Oerlikon-Gruppe ernannt. Krüger war erst Anfang März dieses Jahres vom deutschen Baukonzern Hochtief als Chief Operating Officer (COO) zu OC Oerlikon gestossen.

"Wir befinden uns in der glücklichen Lage, mit Dr. Uwe Krüger einen hervorragend qualifizierten und erfahrenen neuen CEO zu präsentieren", wurde Oerlikon-Verwaltungsratspräsident Georg Stumpf in der Mitteilung zitiert.

Er habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten bereits in allen Segmenten kennengelernt und sei in der Lage, seine Verantwortung als CEO unverzüglich wahrzunehmen.

Limberger war seit 2004 für die Geschicke des OC-Oerlikon-Konzerns verantwortlich, zuerst als Verwaltungsrat, danach ab Juni 2005 als Konzernchef. Er werde der Gruppe weiterhin über einen Beratervertrag verbunden bleiben.

Hohe Bezüge

Limberger hatte Ende März im Zusammenhang mit überrissenen Bezügen für negative Schlagzeilen gesorgt. Diese hatten sich nach damaligen Medienberichten auf gegen 26 Mio. Franken belaufen.

Schon damals hiess es, dass das Verhältnis zwischen Limberger und den beherrschenden Oerlikon-Aktionären der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory gestört sei.

Nach öffentlicher Kritik krebste Limberger zurück und verzichtete angeblich freiwillig auf die Zuteilung von 40'000 Optionen als Teil seiner Entschädigung für 2006. Unter dem Strich verblieb ihm deshalb für 2006 noch eine Gesamtentschädigung von 7,7 Mio. Franken.

Oerlikon-Präsident Stumpf sagte zu dieser Zeit, Limberger sei sein Geld wert. Stumpf verwies darauf, dass die Optionen über vier Jahre hinweg liefen und das Gehalt zeige, was von Limberger erwartet werde: "Vier Jahre ist eine Frist, in der man nachhaltige Erfolge erzielen und dann auch partizipieren kann."

Bereits damals war über den Abgang Limbergers spekuliert worden. Am Markt kursierten Gerüchte, wonach Limberger als Konzernchef zum Genfer Warenprüfkonzern SGS wechseln soll. Diese wurden jedoch von SGS dementiert.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die österreichische Beteiligungsfirma Victory kaufte 2005 den Schweizer Technologiekonzern Unaxis. Aus Unaxis (ehemals Oerlikon-Contraves) wurde OC Oerlikon. Victory gehört zu gleichen Teilen den beiden Österreichern Georg Stumpf und Ronny Pecik.

Anfang 2007 schloss OC Oerlikon die Übernahme des Saurer-Konzerns ab. Per 1. Januar übernahm OC-Oerlikon-Konzernchef Limberger die operative Führung von Saurer.

OC Oerlikon erzielte 2006 vor allem Dank der Übernahme von Saurer und der darauf folgenden Umstrukturierung ein deutlich besseres Ergebnis: Umsatz: 2,29 Mrd. Fr. (+42,7%), Gewinn: 302 Mio. Fr. (Vorjahr: 21 Mio.).

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