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Acino 2009: Reingewinn steigt auf 50,5 Mio CHF - Peter Burema neuer CEO (AF)

Dieser Inhalt wurde am 04. März 2010 - 09:00 publiziert

(Ergänzt um Angaben zu den Sparten, der Entwicklung am Hauptmarkt Deutschland und der Erhöhung des genehmigten Kapitals)
Basel (awp) - Der Pharma- und Generikahersteller Acino wuchs im Krisenjahr 2009 unbeirrt weiter und erzielte einen rekordhohen Gewinn. Das Berichtsjahr stand im Zeichen von Wachstumsinitiativen und die Erhöhung des genehmigten Kapitals soll weitere selektive Akquisitionen finanzieren. Mit Peter Burema wird ab dem 1. April 2010 ein neuer CEO das Zepter bei den Baslern schwingen.
Gestützt auf die Produkte Clopidogrel und Fentanyl stiegen die Verkäufe um 3% auf 238,2 Mio CHF, währungsbereinigt betrug das Plus 8%. Der EBIT belief sich auf 60,9 (VJ 46,2) Mio CHF. Der Reingewinn kletterte auf 50,5 (33,0) Mio CHF, dabei resultierte aus dem Erwerb des Iclaprim-Geschäfts von Arpida ein Sonderertrag von rund 12 Mio CHF.
Mit diesen Zahlen hat Acino die Prognosen der Auguren übertroffen. Die Aktionäre sollen via eine unveränderte Dividende von 2,50 CHF je Aktie am Erfolg teilhaben.
Acino beabsichtige weitere selektive Akquisitionen im Pharma- und Generikageschäft. Im Sinne der Mittelbeschaffung sollen die Aktionäre an der nächsten Generalversammlung der Erhöhung des genehmigten Kapitals von 313'300 auf 800'000 Aktien zustimmen.
Das Berichtssegment Peroral (feste orale Darreichungsformen) musste ein Umsatzminus von 2% auf 187,9 Mio CHF hinnehmen (+3% in LW). Besonders positiv hätten sich die Verkäufe mit Clopidogrel, einem Generika des Originalpräparats Plavix von Sanofi-Aventis, und dem neu lancierten Metoprolol Succinat entwickelt.
Um ein Drittel tiefere Erlöse verzeichnete hingegen die Lohnfertigung. Acino führt dies auf die angespannte Finanzlage der Kunden aus dem Mittleren Osten zurück. Ebenfalls tiefer als erwartet seien die Umsätze mit Amlodipin und Oxycodon ausgefallen.
Das Berichtssegment Parenteral (Wirkstoffabgabe via Pflaster und Implantate) steigerte den Umsatz um 24% auf 50,3 Mio CHF. Entscheidend seien die steigenden Verkäufe mit dem Schmerzpflaster Fentanyl gewesen.
Der Acino-Hauptmarkt Deutschland ist im Umbruch. Im Zuge der Gesundheitsreform werde heute rund 60% des generikafähigen Angebotes unter Rabattverträgen abgewickelt. Acino beurteilt die Auswirkungen der bisher mit dem grössten Krankenversicherer AOK getroffenen Rabattvereinbarungen als "insgesamt positiv".
So träten per 1. April neue Rabattregelungen für die umsatzstärksten Produkte in Kraft, darunter auch Oxycodon und Fentanyl. Für diese Arzneistoffe würden nun zwar tiefere Preise, dafür aber höhere Bestellmengen erwartet. Von den neuen Regelungen nicht betroffen ist Clopidogrel.
Die Acino-eigene Entwicklungspipeline umfasst vier Produkte in der Zulassungsphase. Als "grösster Hoffnungsträger" wird ein neues Verhütungspflaster im Auftrag von Bayer genannt. Mit ersten Zulassungsanträgen sei im Jahr 2012 zu rechnen.
Die Investitionsprojekte in die Produktion und die Infrastruktur kommen dem Unternehmen zufolge planmässig voran und werden bis 2011 abgeschlossen sein. Die Investitionssumme für 2009 wird auf 30,3 Mio CHF beziffert und wurde vollumfänglich aus den eigenen Mitteln finanziert. Diese standen per Ende Jahr bei 48,4 Mio CHF. Der freie Mittelfluss stieg im Berichtsjahr auf 28,9 (21,9) Mio CHF.
Acino hat die Berichtswährung auf das Geschäftsjahr 2010 hin auf Euro umgestellt, weil 98% des Umsatzes in Euro abgerechnet werden.
Peter Burema wird per 1. April 2010 neu die Konzernleitung übernehmen. Seit Vorgänger Axel Müller habe sich entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzugehen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Acino mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich und mit weiter reduzierten Umsätzen in der Lohnproduktion. Ausserordentliche Ereignisse vorbehalten sei mit einem "zufriedenstellenden" bis "guten" Resultat zu rechnen. Ausschlaggebend für das Jahr werde unter anderem die Preis- und Konkurrenzsituation um Clopidogrel sein.
ra/cf

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