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Glattbrugg (awp) - Die Adecco SA hat im zweiten Quartal 2010 von der starken Konjunkturerholung profitiert und die Erwartungen der Analysten auf allen Stufen klar übertroffen. Im Vergleich zum verlustreichen Vorjahresquartal kehrte der Personaldienstleister deutlich in die Gewinnzone zurück. Der Ausblick für die mittelfristige EBITA-Marge wurde entsprechend bestätigt. Nach einer guten Performance in den Vortagen leidet die Aktie am Berichtstag aber unter Gewinnmitnahmen.
Der Gruppen-Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 29% auf 4,646 Mrd EUR, organisch waren es +13%, wie der Personaldienstleister am Mittwoch mitteilte. Die Bruttomarge erreichte von April bis Juni einen unveränderten Wert von 17,8%, auf vergleichbarer Stufe waren es 110 Basispunkte weniger als im Vorjahr. Der Einfluss des Temporär- und des Outplacement-Geschäftes auf die Marge war dabei negativ mit -60 bzw. -70 Basispunkten, das Feststellen-Geschäft machte +20 Basispunkte aus.
KOSTEN IM GRIFF
Die Kosten (SG&A) stiegen auf vergleichbarer Basis gegenüber dem ersten Quartal um 3% an, waren aber zum Vorjahr unverändert. Auch wenn der allgemeine Kostendruck mit der Erholung der Märkte etwas kleiner geworden sei, betonte Finanzchef Dominik de Daniel im Interview mit AWP: "Kostenkontrolle ist immer ein Thema, da der Wettbewerb im Temporärgeschäft gross ist. Wir haben aber hier einen guten Job gemacht, was sich in der Entwicklung der Margen zeigt."
Die Zahl der Vollstellen wurde im Vorjahresvergleich um 7% (-2'100) abgebaut, zum Vorquartal nahm die Stellenzahl auf vergleichbarer Basis wegen Neuanstellungen vor allem in den Emerging Markets dagegen etwas zu. Bei Adecco gibt es derzeit noch 31'000 Vollzeitstellen in 5'500 Geschäftsstellen.
Das operative Ergebnis auf Stufe EBITA wurde mit 168 (32) Mio EUR ausgewiesen, die Marge vor Integrationskosten lag bei 3,8%. Der EBIT erreichte 154 Mio EUR (VJ -173 Mio) mit einer EBIT-Marge von 3,3%. Nach einem Vorjahresverlust von 147 Mio EUR resultierte in der Berichtsperiode wieder ein Reingewinn von 97 Mio EUR.
STARKE ENTWICKLUNG IN HAUPTMÄRKTEN FRANKREICH UND USA
"Die Geschäftsbedingungen im zweiten Quartal haben sich beträchtlich verbessert", sagte CEO Patrick De Maeseneire. Die Nachfrage stieg vor allem bei Industrie-Arbeitern, aber auch die Fachkräfte-Vermittlung wächst den Angaben zufolge nun wieder. In den Hauptmärkten Frankreich und Nordamerika, wo Adecco die Hälfte der Einnahmen erzielt, wuchsen die Umsätze um 20 bzw. 15%.
Stark zulegen konnte Adecco auch in Deutschland und Österreich, während in Grossbritannien und Irland sowie Japan das Unternehmen organisch tiefere Umsätze verkraften musste. In der Schweiz, wo Adecco nur 2% des Gesamtgeschäftes generiert, stiegen die Einnahmen um 4%. Kräftig wuchsen erneut die Schwellenländer mit einem 27%-Plus.
Der Konzern zeigte sich auch für den weiteren Verlauf überraschend optimistisch und kann keine Abschwächungstendenzen erkennen. Der Umsatztrend habe sich im zweiten Quartal 2010 stark verbessert und das dritte Quartal zeige bisher keine Anzeichen einer Verlangsamung. Nach einem Plus von 16% im Juni sei der Juli-Umsatz in vergleichbarem Ausmass gewachsen, hiess es.
Trotz der gegenwärtigen Unsicherheiten über die gesamtwirtschaftliche Erholung bestehe eine gesunde Nachfrage nach Personaldienstleistungen, hiess es. Adecco rechnet denn auch mit einer starken Umsatzentwicklung in der nahen Zukunft und mache insgesamt gute Fortschritte zur Erreichung des mittelfristige EBITA-Margenziels von "über 5,5%". Den Kosten und der Preissetzung soll weiterhin hohe Aufmerksamkeit zukommen.
GEWINNMITNAHMEN BEI DER AKTIE
Die Aktie eröffnete zwar leicht höher, fiel aber schnell ins Minus. Am frühen Nachmittag notiert das Papier 2,4% tiefer auf dem Stand von 54,25 CHF (SMI -0,9%). Händler sprachen allerdings von Gewinnmitnahmen, nachdem sich der Markt bereits vor den Zahlen auf eine deutliche Geschäftsbelebung eingestellt habe.
uh/rt

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