ADtranz-Personal will Schweizer Werke selbständig weiterführen

Die zur Schliessung bestimmten Schweizer ADtranz-Werke sollen selbständig werden. Gemäss einem Vorschlag des Schweizer Adtranz-Personals soll die neue Firma vom Konzern eine Starthilfe im Betrag der geplanten Schliessungskosten erhalten.

Dieser Inhalt wurde am 21. Dezember 1999 - 15:48 publiziert

Die zur Schliessung bestimmten Schweizer ADtranz-Werke sollen selbständig werden. Gemäss einem Vorschlag des Schweizer Adtranz-Personals soll die neue Firma vom Konzern eine Starthilfe im Betrag der geplanten Schliessungskosten erhalten, wie es an einer Pressekonferenz hiess.

Der ADtranz-Konzern überlässt gemäss Personalvorschlag der zu gründenden Schienenfahrzeugfirma alle Produkte und Fahrzeugtypen, die für den Konzern keine Konkurrenz darstellen, wie Toni Patscheider, der Sprecher des OK Mitarbeitende ADtranz Schweiz, am Dienstag (21.12.) sagte. Hergestellt würden in Pratteln (BL) und Zürich-Oerlikon unter anderem die IC-2000-Doppelstockwagen der SBB von der vierten Serie an, die Cobra-Trams der Stadtzürcher Verkehrsbetriebe, der Traktionsteil für Gelenktriebwagen sowie Bautraktoren, Spezialfahrzeuge, Trolleybusse und Antriebe für Zahnradbahnen. Auch Unterhalt und Erneuerung aller bisher gelieferten Produkte würden
übernommen.

Von ADtranz wird eine Starthilfe in der Grössenordnung der Schliessungskosten erwartet. Der Konzern soll das Lokomotiv-Engineering in Zürich weiterführen und das Know-how der entsprechenden Spezialisten nutzen können. Der IC-Neigezug würde laut Patscheider im Besitz von ADtranz bleiben, doch sollten die ersten 24 SBB-Züge in der Schweiz produziert werden. Bei der Produktionsverlegung nach Berlin wäre die neue Firma zum Transfer der IC-Neigezug-Technologie bereit.

Patscheider betonte, vorerst liege kein detaillierter Business-Plan vor. Bis der Vorschlag am kommenden 18. Januar in Berlin mit dem für ADtranz Schweiz zuständigen Konzernleitungsmitglied Jochen Gaissert besprochen werde, seien noch viele Detailfragen zu klären, sagte der Präsident der Schweizer ADtranz-Personalvertretung, Peter Vogel.

Während Patscheider sich optimistisch zeigte, dass mit der Verselbständigung der Schweizer Produktionswerke alle 700 Stellen gerettet werden könnten, machte Vogel dazu am Rand der Pressekonferenz Vorbehalte. Wahrscheinlich müssten für einzelne Adtranz-Leute andere Lösungen gesucht werden, sagte er.

Patscheider sagte, gerüchteweise sei betriebsintern von einem Verlust der ADtranz Schweiz im Bereich von 100 Millionen Franken die Rede. Er betonte, die Umstrukturierung von ADtranz nach dem Ausstieg des ABB-Konzerns und der Schliessungsentscheid seien "nicht gratis"gewesen. Und die Schliessungsankündigung habe auf die Motivation der Belegschaft und damit auf deren Produktivität gedrückt. In den Vorjahren habe ADtranz Schweiz aber nicht negativ abgeschlossen.

Adtranz offen für Baselbieter Vorschläge

Adtranz-Chef Rolf Eckrodt hat sich gegenüber einer Regierungsdelegation des Kantons Basel-Landschaft offen gezeigt für Vorschläge, mit denen die Schliessung des Adtranz-Werks in Pratteln vermieden werden soll. Er signalisierte laut Mitteilung vom Dienstag Bereitschaft, Ersatzlösungen zu prüfen.

SRI und Agenturen

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