Adventure World stellt Aktivitäten ein

Bungy-Jumping im Berner Oberland. Keystone

Das Berner Outdoor-Unternehmen Adventure World stellt nach dem Bungy- Jumping-Unfall vom vergangenen Samstag (13.05.) in Stechelberg (BE) seine Aktivitäten definitiv ein. Rund 60 Mitarbeiter verlieren dadurch die Stelle.

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2000 - 13:23 publiziert

Adventure-Word-Geschäftsführer Georg Hoedle bestätigte am Freitag (19.05.) gegenüber der Nachrichtenagentur sda Berichte verschiedener Medien.

Nach dem Unfall vom letzten Samstag (13.05.) "fehlt die Kraft, um weiterzumachen", sagte Hoedle. Auch die ökonomischen Perspektiven sähen nach dem erneuten Unfall "schlecht aus".

Von dem Schliessungs-Entscheid betroffen sind laut Hoedle 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 24 Angestellte hätten jedoch bereits eine andere Stelle in Aussicht. Das Unternehmen - so Hoedle weiter - habe eine Stellenbörse eingerichtet.

Einen Teil des Kundenstamms von Adventure World übernimmt voraussichtlich der Zürcher Outdoor-Anbieter Eurotrek Eventure AG, wie Geschäftsführer Kaspar Fischer auf Anfrage sagte. Zuerst müssten jedoch die logistischen Möglichkeiten abgeklärt werden.

Eurotrek ist laut eigenen Angaben einer der grössten Outdoor- Anbieter in der Schweiz. Im Berner Oberland betreibt die Firma zwei Basen und hat unter anderem Riverrafting und Canyoning im Angebot.

Bisher keine Klage

Ob die Eltern des tödlich verunfallten 21-jährigen Amerikaners im Rahmen des Strafverfahrens als Privatkläger gegen die beiden Guides auftreten werden, wollte der zuständige Untersuchungsrichter Martin Andreas Trapp auf Anfrage nicht sagen. Gegen die Firma Adventure World liegt laut der zuständigen Behörde bisher keine Klage vor.

Adventure World führte seit 1992 Bungy-Jumping durch. Das Opfer des Unfalls vom Samstag war einem zu langen Seil gesprungen. Gegen den sogenannten Jumpmaster und seinen Assistenten wurde eine Strafverfahren eröffnet.

Gegen elf Mitarbeiter von Adventure World laufen bereits Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Canyoning-Unglück von 27. Juli 1999, bei dem 21 Menschen um Leben gekommen waren.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen