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Zürich (awp) - Die Affichage Gruppe ist im Ausland gescheitert. Das missglückte Auslands-Abenteuer namentlich in Griechenland kommt die in der Vermarktung von Aussenwerbung tätige Gruppe auch 2010 teuer zu stehen. Das Geschäftsjahr endet wie 2009 mit einem hohen Verlust. Nun will sich Affichage strategisch auf den Heimmarkt konzentrieren.
Wie bereits im Vorjahr musste Affichage auch 2010 hohe Wertberichtigungen auf den Auslandsbeteiligungen vornehmen. Diese betrugen insgesamt 70,8 Mio CHF. Als Folge davon resultierte ein negativer EBIT von 39,1 (VJ -65,2) Mio CHF sowie ein Verlust von 52,3 Mio CHF, nach einem Minus von 59,1 Mio CHF im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
Der Umsatz verminderte sich 2010 ebenfalls als Folge der schwierigen Situation im Ausland insgesamt um 10,5% auf 304,3 Mio CHF. Operativ konnte sich die Gruppe nicht zuletzt dank den ergriffenen Kostenmassnahmen verbessern; der EBITDA stieg um 12,5% auf 51,3 Mio CHF.
Im Heimmarkt Schweiz haben sich die Geschäfte im Urteil des Managements zufriedenstellend entwickelt. Der Umsatz erhöhte sich getrieben von einem stärkeren zweiten Semester insgesamt um 3,6% auf 259,0 Mio CHF. Der EBITDA wird mit 68,1 Mio CHF um 17,5% über dem Vorjahr ausgewiesen.
ABENTEUER IN GRIECHENLAND KOSTETE INSGESAMT 150 MIO CHF
Im Ausland brach der Umsatz um knapp die Hälfte auf noch 45,2 Mio CHF ein. Auf Stufe EBITDA resultierte ein Minus von 12,5 (VJ -8,1) Mio CHF. Im grössten Problemland Griechenland gingen die Erlöse um knapp 80% auf noch 10,7 Mio CHF zurück. Das Nettoergebnis für Hellas wird mit -21,9 Mio CHF ausgewiesen. Für jeden Franken Umsatz habe man damit in Griechenland zwei Franken verloren, brachte CFO Ulrich von Bassewitz die Dramatik der Situation auf den Punkt. Insgesamt habe das Griechenland-Abenteuer die Gruppe 150 Mio CHF gekostet, so der Finanzchef weiter.
Damit ist nun aber Schluss. Die Auslandsexpansion müsse im Nachhinein mehrheitlich als gescheitert oder zumindest als enttäuschend beurteilt werden, resumierte der seit Oktober amtende neue CEO Daniel Hofer vor den Medien. Strategisch rückt damit wieder die Schweiz in den Vordergrund, das Auslandportfolio soll zügig angepasst werden.
Die Gruppe sei in den einzelnen Ländern in intensiven Verhandlungen mit verschiedenen möglichen Käufern oder Joint-Venture Partnern. Noch sei es allerdings zu früh für konkrete Aussagen zu Details und Zeitpunkt, so der CEO. Allerspätestens bis Ende 2011 müsse das Auslandsportfolio bereinigt sein. Ein vollumfänglicher Rückzug ist gemäss Hofer aber nicht geplant.
AKTIONÄRE GEHEN WIEDER LEER AUS
Das Eigenkapital verminderte sich 2010 auf 99,8 (165,2) Mio CHF, der Eigenfinanzierungsgrad beträgt noch 36,3%. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung einen erneuten Dividenden-Verzicht vor. Solange die Aktionäre leer ausgehen, verzichtet der VR weiter auf sämtliche Honorare. Unter der Voraussetzung, dass die vorgesehenen Massnahmen wie geplant umgesetzt werden, sollte die Gruppe aber sehr rasch wieder Dividenden im früher üblichen Rahmen ausschütten, versprach Hofer.
Im Heimmarkt Schweiz will Affichage im laufenden Jahr die Innovationskraft stärken und die Verkaufsaktivitäten intensivieren. Bezüglich Geschäftsverlauf in der Schweiz gibt sich das Management vorsichtig optimistisch. Der Start ins neue Jahr sei wohl eher verhalten ausgefallen. In den vergangenen Wochen habe man aber eine deutliche Beschleunigung beobachtet. Im Gesamtjahr rechnet CFO von Bassewitz im Heimmarkt mit einer Umsatzsteigerung: Dies nicht zuletzt auch dank der anstehenden Parlamentswahlen.
SCHWARZE ZAHLEN FÜR 2011 ERWARTET
Für den Gesamtkonzern erwartet der CFO auf Basis des heutigen Wissensstandes im laufenden Jahr die Rückkehr in die schwarze Zahlen. Er gehe nicht davon, dass 2011 erneute Wertberichtigungen notwendig würden.
Die von Affichage vorgelegten Zahlen blieben deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten in ihren Schätzungen keine Wertberichtigungen eingebaut. Am Markt warf der Abschluss indes keine grossen Wellen. Die Affichage-Aktien notieren am frühen Nachmittag auf dem Vortagsschluss.
gab/ps

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