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BERLIN (awp international) - Die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will sich nach dem tiefen Absacken 2010 stabilisieren. Zumindest operativ will Vorstandschef Joachim Hunold die Airline wieder aus der Verlustzone steuern. Hauptziel sei es, in diesem Jahr ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu erreichen, sagte er am Donnerstag. Dies sei zu schaffen, "wenn die Rahmenbedingungen sich nicht noch weiter verschlechtern". Die Zahl der Passagiere soll nach dem Rekordwert von zuletzt 33,6 Millionen weiter um vier bis fünf Prozent steigen. Auch Platzauslastung und Umsatz sollen zulegen. Die Unruhen in Nordafrika, hohe Kerosinkosten und die deutsche Flugticketsteuer belasten allerdings das Geschäft.
Die Air-Berlin-Aktie reagierte mit einem kräftigen Kurssprung auf die Nachrichten. Bis zum frühen Nachmittag legte sie um 3,38 Prozent auf 3,179 Euro zu, nachdem sie seit Januar deutlich an Wert verloren hatte.
Der Start ins Jahr sei wegen der instabilen Lage in den wichtigen Urlauberzielen Ägypten und Tunesien schwach gewesen, sagte Hunold. Im Februar fielen in beiden Ländern, in denen Air Berlin stärkster deutscher Anbieter ist, einige hundert Flüge mit mehr als 100.000 Gästen aus.
Mit einem Sparprogramm von 100 Millionen Euro sollen in diesem Jahr Kostensteigerungen jenseits des Treibstoffs aufgefangen werden. Die Kerosinzuschläge für die Passagiere wurden schon je nach Entfernung um drei bis fünf Euro Euro erhöht. Mögliche weitere Anhebungen hingen von der Entwicklung des Ölpreises ab, hiess es.
Eine genaue Ergebnisprognose für 2011 wagte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer nicht. Im vergangenen Jahr war Air Berlin vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 9,3 Millionen Euro in die roten Zahlen geraten, nachdem 2009 noch 28,5 Millionen operativer Gewinn verbucht worden waren. Allein die Ausfälle und Mehrkosten wegen der Vulkanaschewolke aus Island schlugen mit 40 Millionen negativ durch. Daneben haben der heftige Wintereinbruch im Dezember und Streiks im wichtigen Zielland Spanien das Ergebnis gedrückt.
Unter dem Strich flog Air Berlin unter dem Strich mit 97,2 Millionen Euro einen zehnmal so hohen Verlust ein wie im Krisenjahr 2009, wie die Gesellschaft schon Mitte März mitgeteilt hatte. Der Umsatz stieg dank stärkerer Nachfrage und neu in die Bilanz einbezogener Konzernteile um 15 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro.
Weiter vorbereiten will sich das Management auf den Beitritt zur Allianz Oneworld um British Airways im Frühjahr 2012. Das Angebot im Interkontinentalverkehr und das Geschäft in Osteuropa soll ausgebaut werden. Die bessere Konjunktur dürfte auch den Geschäftsreiseverkehr in Schwung bringen. Die seit 1. Januar geltende Ticketsteuer für Starts von deutschen Flughäfen erhöhe den Preisdruck massiv. Wie sehr dies auf die Buchungen schlage, lasse sich schwer kalkulieren. Als Reaktion auf die Steuer sollen drei bis fünf Jets aus der Flotte genommen werden. Dies solle die Produktivität verbessern.
Auf eine Dividende können die Air-Berlin-Aktionäre vorerst nicht hoffen. Der Vorstand will erzielte Gewinne in den kommenden Jahren "aller Voraussicht nach" im Unternehmen belassen. Zu Spekulationen um seine persönliche Zukunft wegen der anhaltenden Turbulenzen sagte der 61-Jährige Hunold, er habe einen ungekündigten Vertrag bis zu seinem 65. Lebensjahr. Aus dem Aufsichtsrat habe er "nicht ein Anzeichen gehört, dass sie daran etwas ändern wollen"./stw/sam/DP/stw

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