Air-Lib-Klage gegen Crossair

Für die französische Air Lib soll Crossair für Schulden der Swissair gerade stehen. Keystone Archive

Die französische Fluggesellschaft Air Lib (früher: AOM/Air Liberté) hat gegen die Tochter-Gesellschaften der Swissair Group Klage eingereicht.

Dieser Inhalt wurde am 04. Dezember 2001 - 17:59 publiziert

Air Lib fordert im Zivilverfahren insgesamt 3 Mrd. Francs (670 Mio. Franken). Air Lib hat insbesondere die derzeit von den beiden Grossbanken UBS und CSG zu 70% kontrollierte Crossair im Visier.

"Die Swissair ist zahlungsunfähig. Wir halten uns deshalb an deren Tochter-Gesellschaften, die noch liquid sind. Dazu gehört die Crossair, welche die Mehrheit der Flugaktivitäten der Swissair übernehmen soll."

Dies erklärte Jean-Charles Corbet, Verwaltungsrats-Präsident der Air Lib, am Dienstag in Paris. Die entsprechenden Klagen seien "vor einigen Tagen" bei den zuständigen französischen und schweizerischen Instanzen eingereicht worden.

Zusätzlich zu den 3 Mrd. Francs, welche Air Lib als Entschädigung versteht, fordert die Gesellschaft laut Corbet die 60,98 Mio. Euro (89 Mio. Franken), welche die Swissair als ehemalige Aktionärin (49,5 Prozent) der AOM/Air Liberté noch schulde.

Am Montag hatte der Richter des Zürcher Bezirksgerichts der SAirGroup eine Nachlassstundung für sechs Monate eingeräumt. Damit steht die SAirGroup unter Gläubigerschutz.

Crossair sieht es anders

Die ehemaligen Tochter-Gesellschaften, darunter die Crossair, sind nach Auffassung der Air Lib solidarisch mit der Swissair und müssten deshalb für deren Schulden gerade stehen.

Die Crossair teilte am Dienstag-Abend mit, die Klage stütze sich auf eine mit der SAir Group und SAirLines getroffene Vereinbarung von Anfang August 2001, wonach die Swissair zur Zahlung eines Betrags verpflichtet worden sei, von dem noch 38,1 Mio. Euro (56 Mio. Franken) ausstehend seien. Neben der Schadenersatz-Klage würden noch 22,4 Mio. Euro (33 Mio. Franken) für von AOM/Air Liberté ausgestellte Flugtickets beansprucht.

Es gebe keinen Grund, warum die Crossair mit haften solle, sagte Crossair-Sprecher Andreas Schwander am Dienstag. Das Ganze sei ein juristischer Rundumschlag gegen die Swissair, bei dem die Crossair mit eingeschlossen worden sei. Swissair-Sprecher Erwin Schärer gab keinen Kommentar ab.

swissinfo und Agenturen

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