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Akademisches Zentrum für das internationale Genf

Der Sitz der HEI in Genf, welche mit der IUED fusionieren soll.

Mit der Fusion von zwei bekannten Instituten für internationale Studien und Entwicklung schaffen Genf und die Schweizer Regierung ein herausragendes akademisches Zentrum.

Das IUED und das HEI werden in das künftige Haus für den Frieden integriert, im Jahr 2012 eröffnet werden soll.

Die Konkurrenz zwischen den beiden Instituten sowie föderalistische Kompetenz-Streitigkeiten behinderten bisher eine Fusion. Innenminister Pascal Couchepin musste für eine Lösung sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale werfen.

Dafür ist es heute fast sicher: Genf und die Schweiz werden eine wichtiges akademisches Pol Zentrum für internationale Beziehungen schaffen.

Genf ist nach New York die Stadt, die am meisten internationale Institutionen beherbergt.

Die einzige Klippe, an der das Projekt noch scheitern könnte, wäre eine Ablehnung durch das nationale oder das Genfer Kantons-Parlament. Diese sollten das Geschäft bis zum nächsten Jahr behandeln.

Die Fusion des institut universitaire d'études du developpement (IUED) und des institut universitaire de hautes études internationales (HEI) soll ab 2008 wirksam werden, sagt Jean-Marc Crevoisier, Sprecher des Eidgenössischen Departements des Innern.

Die neue "Stiftung für internationale Studien und Entwicklung" wird zwei Besitzer haben: die Schweiz und den Kanton Genf. Diese wird das Institut für internationale Studien und Entwicklung (HEID) verwalten.

Drei Bundeszentren kommen dazu

"Das ist eine grosse Hilfe für das internationale Genf", sagt Jean-Marc Crevoisier. "Man musste dabei die Bedürfnisse des Bundes, des Kantons Genf und der Universitäten in Einklang bringen."

Konkret hat die Landesregierung Mitte Mai die Bildung des akademischen Zentrums durch die Fusion der beiden Institute gebilligt, die auch mit drei Bundeszentren zusammengeschlossen werden.

Es handelt sich dabei um das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP), das Genfer Internationale Zentrum für humanitäre Minenräumung (GICHD) und das Zentrum für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte (DCAF.

Der Entscheid der Regierung gilt auch für den Bau des Hauses für den Frieden, welches ab 2012 in Zusammenarbeit mit der Universität Genf die Heimat der zusammengeschlossen Institutionen bilden soll.

Mann der Presse

Der Bau wird etwa 100 Mio. Franken kosten, 37 Mio. sollen durch den Kanton Genf aufgebracht werden, 30 Mio. durch den Bund, der Rest soll durch eine Anleihe.

Um den Betrieb zu gewährleisten, muss der Bund seine jährlichen Zuwendungen verdoppeln. Die Unterstützung für das IUED und das HEI belaufen sich aktuell auf etwas über 10 Mio. Franken.

Roger de Weck, ehemaliger Chefredaktor des Tages Anzeigers und der Zeit, wird der neuen Stiftung vorstehen. Er ist auch der aktuelle Chef des HEI.

"Wir haben sechs Monate Verspätung", sagt Jean-Marc Crevoisier. "Aber wir möchten alle Beteiligten in den Prozess integrieren."

Die Hochzeit der zwei Visionen

Nächste Etappe: Vorbereiten der Statuten der neuen Institution durch Vertreter von HEI und UIED. Diese Statuten sollten Ende Jahr vom Bund und dem Kanton Genf genehmigt werden.

Das HEI wurde 1927 gegründet. Es zählt 1100 Studierende und beschäftigt sich mit Forschung, Lehre und Gutachten. Seine Stärke liegt in der Heranbildung einer Elite, die in grossen internationalen Organisationen oder Staaten tätig sein wird. Ein Beispiel ist die derzeitige Schweizer Aussenministerin, Micheline Calmy-Rey.

Das UIED bildet 250 Studierende aus, die meist aus südlichen Ländern stammen. Es entstand 1961 und hat sich spezialisiert auf Veränderungen in den Ländern des Südens und auf die Nord-Süd-Beziehungen.

swissinfo, Pierre-François Besson
(Übertragung aus dem Französischen: Etienne Strebel)

Fakten

HEI und UIED sollen im Januar 2008 zusammengelegt werden.
Das Haus des Friedens sollte seine Pforten 2012 öffnen.
Die Baukosten sind mit rund 100 Mio. Franken veranschlagt.
Zum neuen Institut gesellen sich unter anderen auch das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP), das Genfer Internationale Zentrum für humanitäre Minenräumung (GICHD) und das Zentrum für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte (DCAF).

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In Kürze

Mit der Fusion der beiden Institutionen und dem Bau des Haus für den Frieden verstärkt Genf seine Position in den Bereichen internationale Studien und Entwicklung.

In dieser Domäne sind aber auch andere Schweizer Institutionen tätig. So die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (ETH) und die Universitäten Bern und Basel.

Genf ist Sitz von 22 internationalen Organisationen. Zählt man die 170 Nichtregierungs-Organisationen dazu, sind in diesem internationalen Sektor rund 38'000 Personen aktiv.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des internationalen Sektors auf den Kanton Genf werden jährlich auf 5 Mrd. Franken geschätzt.

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