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AKTIEN EUROPA/Eröffnung: Wieder im Minus - Finanztitel belasten erneut (AF)

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2009 - 10:50 publiziert

PARIS/LONDON (awp international) - Die Aktienmärkte in Europa haben am Dienstag wegen der starken Kursverluste bei Finanztiteln weiter an Boden verloren. Das konnten selbst positiv aufgenommene Zahlen des britischen Ölriesen BP nicht ändern. Der EuroStoxx 50 fiel bis 10.15 Uhr um 0,14 Prozent auf 2.830,85 Euro. Der Pariser CAC-40-Index gewann 0,09 Prozent auf 3.747,88 Punkte. Hier wirkte sich vor allem der Kursanstieg des Ölkonzerns Total positiv aus, dessen Titel im Sog von BP stark zulegten. Auch in London ging es bergauf. Dort stieg der FTSE 100 wegen der dort stark gewichteten Ölwerte um 0,16 Prozent auf 5.200,22 Zähler.
An der Spitze der europäischen Indizes waren nach den besser als von Experten erwartet ausgefallenen Zahlen des britischen Konzerns BP vor allem Ölwerte. Der Dow-Jones-Sektorindex für Öl- und Gaswerte legte am Dienstag um mehr als zwei Prozent, nachdem er in den vergangenen Monaten hinter der Marktentwicklung zurückgeblieben war. Unter den Ölwerten profitierte BP selbst am meisten von den starken Zahlen. Das BP-Papier legte knapp fünf Prozent auf 494,4 Pence zu. Im Kielwasser der Briten ging es für Eni, BG, Repsol und Total zwischen einem und zwei Prozent nach oben.
Schlusslicht im EuroStoxx 50 war erneut das Papier von ING, die bereits am Montag belastet von der Ankündigung einer immensen Kapitalerhöhung 18 Prozent verloren hatten. Am Dienstag ging es in der ersten Handelsstunde um weitere 8,20 Prozent auf 8,777 Euro nach unten. Die ING hatte am Tag zuvor angekündigt, das Kapital um 7,5 Milliarden Euro erhöhen zu wollen. Nach dem Kursrutsch seit Montagmorgen liegt der Marktwert des Finanzkonzerns, der sich zudem auf Geheiss der Europäischen Kommission aufspalten muss, nur noch bei knapp 18 Milliarden Euro und damit sechs Milliarden Euro weniger als noch am Freitagabend.
Im Sog der schwachen ING-Aktie ging es auch für die anderen Bank- und Versicherungswerte weiter nach unten. Die beiden Branchensektoren verloren weiter an Boden. Im EuroStoxx fanden sich neben ING vor allem Finanztitel wie Generali, BNP, Deutsche Bank, BBVA, Allianz, Axa, Unicredit, Intesa SanPaolo, Societe Generale, Aegon und Credit Agricole am Indexende. Die Papiere der genannten Titel verloren zwischen zwei und vier Prozent.
Bei der zweitgrössten spanischen Bank BBVA sorgten neben der Sektorschwäche die im Rahmen der durchschnittlichen Analystenprognose ausgefallenen Zahlen für Ernüchterung. Am Montag hatte die Aktie in Erwartung positiver Zahlen noch zu den wenigen Gewinnern in Europa gehört. Ein ähnlicher Effekt war bei Papieren des Chemiewertes Akzo Nobel zu beobachten. Die Aktie fiel am Dienstag um rund fünf Prozent auf 42,505 Euro, obwohl das Unternehmen im dritten Quartal besser als von Experten erwartet abschnitt. Händler nahmen den vorsichtigen Ausblick enttäuscht auf. Zudem hatte das Papier zuletzt deutlich zugelegt.
Ebenfalls nach unten ging es für den norwegischen Aluminium-Produzenten Norsk Hydro und den holländischen Telekomkonzern KPN. Beide konnten mit ihren am Dienstag vorgelegten Zahlen den Markt nicht überzeugen - der Kurs der beiden Aktien gab nach./zb/sf

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