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AKTIEN EUROPA/Schluss: Schwach - Schuldenkrise hat Markt im Griff

Dieser Inhalt wurde am 05. Mai 2010 - 18:16 publiziert

PARIS/LONDON (awp international) - Anhaltende Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise der Eurozone hat die europäischen Börsen am Mittwoch weiter belastet. Die Unruhen in Athen gefährden nach Ansicht von Experten die Milliarden-Rettung des Euro-Landes.
Der EuroStoxx 50 sank um weitere 1,06 Prozent auf 2.679,30 Punkte. Mit 2.656 Punkten war er zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar gerutscht. In Paris ging es für den Cac 40 am Ende um 1,44 Prozent auf 3.636,03 Punkte nach unten. Der Londoner FTSE 100 verlor 1,28 Prozent auf 5.341,93 Punkte.
Zudem befürchten Marktteilnehmer weiter, dass auch andere verschuldete EU-Staaten Hilfe benötigen werden. So drohte die US-Ratingagentur Moody's mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals um eine oder maximal zwei Stufen. Von der Suche der Anleger nach vermeintlich "sicheren Häfen" profitierten vor allem Bundesanleihen und US-Bonds, der Euro rutschte indes auf den tiefsten Stand seit März 2009.
Besonders schwach präsentierte sich der Sektor der Bau- und Baustoffwerte. Lafarge sackten am Ende des CAC-40 um 4,82 Prozent auf 50,320 Euro ab. Der französische Bauzulieferer hatte in den ersten drei Monaten des Jahres unter dem harten Winter und der weiterhin schwachen Konjunktur gelitten. Cheuvreux-Analyst Levon Babalyan beliess seine Anlageempfehlung auf "Underperfom". Die Zahlen hätten seine Erwartungen verfehlt, wobei vor allem die Entwicklung in den Schwellenländern negativ überrascht habe. Im EuroStoxx gehörten Papiere von Saint Gobain mit minus 4,09 Prozent auf 34,000 Euro zu den grössten Verlierern, im schweizerischen SMI sanken Holcim um deutliche 2,34 Prozent auf 77,25 Franken.
Auch die Finanztitel und hier weiter besonders Aktien spanischer Banken standen weiter unter massivem Abgabedruck. Papiere der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) rutschten um 3,65 Prozent auf 8,7610 Euro und brachen damit in drei Handelstagen um fast 12 Prozent ein. Seit Wochenbeginn noch einen Tick schwächer waren Santander-Anteile , die an diesem Mittwoch 2,50 Prozent auf 8,3950 Euro verloren. Grösster Verlierer im europäischen Leitindex waren aber Axa mit einem Abschlag von 4,81 Prozent auf 13,470 Euro. Titel der Societe Generale verloren nach zwischenzeitlichem Kurszuwachs moderatere 0,84 Prozent auf 38,295 Euro. Die französische Grossbank hatte zum Jahresauftakt wieder zu alter Stärke zurückgefunden und mit einem Milliardengewinn überrascht.
Papiere von Anheuser-Busch Inbev kletterten dagegen nach Zahlen mit einem Zuwachs von 2,33 Prozent auf 36,940 Euro an die Spitze des EuroStoxx 50. Die weltgrösste Brauerei war gut ins Jahr gestartet und rechnet weiterhin mit einer Verbesserung der Geschäftslage im zweiten Halbjahr. Der Konzern hate im ersten Quartal vor allem von einer hohen Nachfrage in Brasilien profitiert.
Aus Branchensicht besonders stabil präsentierten sich Öl-, Gas- und andere Rohstoffwerte, die sich trotz schwächerer Metallpreise von jüngsten Abschlägen erholten. Aktien des Gold- und Silberproduzenten Fresnillo ragten im "Footsie" mit plus 5,70 Prozent auf 778,088 Britische Pence heraus, gefolgt von BP mit einem Zuwachs von 1,16 Prozent auf 566,55 Pence. Dem britischen Ölkonzern war ein Fortschritt im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko gesunken. Eines der drei Lecks, aus denen Öl ins Wasser sprudelt, konnte geschlossen werden. Eni führten den Sektor im europäischen Leitindex mit plus 1,60 Prozent auf 16,5400 Euro an./ag/he

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