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FRANKFURT (awp international) - Dank des Waffenstillstands in Libyen in Folge des von den Vereinten Nationen verhängten Flugverbots hat der Dax am Freitag seine Tagesgewinne ausgebaut. Bis zum Nachmittag stieg der deutsche Leitindex , der zuvor schon von einer moderaten Entspannung der Lage in Japan profitiert hatte, um 1,23 Prozent auf 6.738,67 Punkte. Damit setzte er den vortags begonnenen Erholungskurs fort. Zum Schlusskurs vom Donnerstag vergangener Woche, dem letzten Handelstag vor dem Erdbeben in Japan, fehlen dem Börsenbarometer aber immer noch mehr als vier Prozent. Der MDax der mittelgrossen Werte stieg um 1,68 Prozent auf 9.904,44 Punkte. Der TecDax rückte um 0,17 Prozent auf 874,71 Punkte vor.
"Der Dax wird derzeit bestimmt von den Themen rund um Japan und Nordafrika", sagte Händler Andreas Lipkow von der MWB Fairtrade Wertpapierhandelsbank. "Je nach Nachrichtenlage schlägt er wie ein Seismograph in die eine oder andere Richtung aus. Derzeit steht eher Libyen wieder im Vordergrund." Fondsmanager Raimund Saxinger von der Fondsgesellschaft Frankfurt-Trust hatte am Mittag ebenfalls auf Japan und Libyen als die entscheidenden Kursfaktoren verwiesen. Der libysche Aussenminister Mussa Kussa hatte nach der verhängten Flugverbotszone überraschend einen sofortigen Waffenstillstand sowie die Einstellung aller Kampfhandlungen im Bürgerkrieg angekündigt.
Die erneuten Kühlversuche am Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins sind laut der japanischen Regierung erfolgreich. Allerdings stufte Japan die Gefährlichkeit des Störfalls auf das INES-Level 5 hoch. Er steht damit zwei Stufen unter der Katastrophe von Tschernobyl 1986, aber auf der selben Stufe wie der Unfall im US-Atomkraftwerk Three Mile Island 1979. Zudem meldete der Deutsche Wetterdienst, dass der Wind am japanischen Unglücksreaktor zu Beginn kommender Woche wieder in Richtung der Millionen-Metropole Tokio drehen soll.
ADIDAS SCHWÄCHELN NACH ENTTÄUSCHENDEN NIKE-ZAHLEN
Die Adidas-Titel gaben nach Zahlen des US-Rivalen Nike 0,15 Prozent auf 43,770 Euro ab. Der weltgrösste Sportartikelkonzern leidet unter gestiegenen Kosten und konnte die Analystenerwartungen in seinem dritten Geschäftsquartal nicht erfüllen. Auch die Worte von Konzernchef Mark Parker, dass Nike jede Menge Neuheiten im Köcher habe, konnten die Anleger nicht gnädig stimmen. Nike spürt eigenen Angaben zufolge die gestiegenen Beschaffungskosten. Ein Börsianer sagte: "Bisher hat sich Adidas optimistisch gezeigt, seine operative Marge zu halten oder gar zu verbessern - der Bericht von Nike könnte hier etwas Unsicherheit bringen. Das belastet die Adidas-Aktien."
Nach einem Pressebericht standen die Aktien von MAN im Fokus. Die Einigung zwischen dem Nutzfahrzeughersteller und dem arabischen Staatsfonds IPIC im Streit um den skandalgeschüttelten Industriedienstleister Ferrostaal verzögert sich laut "Financial Times Deutschland" (FTD) abermals. Ohne eine baldige Beilegung des Streits sei auch Volkswagens Fahrplan für die angestrebte Lkw-Allianz von MAN und Scania kaum mehr einzuhalten. Die VW-Tochter Scania sollte möglichst noch im April ein Gebot für MAN abgeben. Händler sahen in der Nachricht zwar eine leichte Belastung für die Aktie. Diese legten dennoch um 1,28 Prozent auf 81,32 Euro zu.
STUDIEN TREIBEN SIEMENS, BASF UND K+S AN
Darüber hinaus bewegten Analystenkommentare zahlreiche Papiere. Die Aktien von Siemens gewannen 2,78 Prozent auf 92,72 Euro, nachdem die Deutsche Bank sie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 95,00 auf 110,00 Euro angehoben hatte. Für BASF ging es nach positiven Studien um 2,02 Prozent auf 56,430 Euro aufwärts. Bei K+S stützte eine Hochstufung der Commerzbank. Die Titel verteuerten sich um 1,33 Prozent auf 50,630 Euro. Zudem hatte Konkurrent Compass seine Preise angehoben, was laut Equinet ebenfalls für Rückenwind sorgt.
Im MDax verloren indes die Papiere von Gagfah 2,51 Prozent auf 6,670 Euro, nachdem die FTD berichtet hatte, dem Immobilienkonzern drohe eine mögliche Klage der Deutschen Rentenversicherung (DRV Bund). Die SDax-notierte Fluggesellschaft Air Berlin legte vorläufige Zahlen für das vergangene Jahr vor, die laut einem Börsianer nicht für Freude sorgten. "Sie sind aber keine Überraschung mehr, nachdem Air Berlin schon vor ein paar Tagen Einblick in die Entwicklung 2010 gegeben hatte." Die Papiere verteuerten sich um 3,27 Prozent auf 3,190 Euro./gl/ajx

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