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FRANKFURT (awp international) - Ungeachtet der anhaltenden Sorgen um Japan hat der Dax am Montag seine Anfangsverluste eindämmen können. Um die Mittagszeit verlor der deutsche Leitindex noch 0,76 Prozent auf 6.928,17 Punkte, nachdem er im frühen Handel bis auf 6.848,58 Punkte abgesackt war. Bereits vor dem Wochenende hatten die Katastrophenmeldungen aus Japan das Börsenbarometer erstmals seit zwei Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten gedrückt und ihn damit fast die kompletten Kursgewinne seit Jahresbeginn gekostet. Der MDax der mittelgrossen Werte verlor zuletzt 0,75 Prozent auf 9.936,32 Punkte. Für den TecDax ging es hingegen dank fulminanter Kursgewinne für die Aktien im Bereich Erneuerbare Energien um 1,17 Prozent auf 879,63 Punkte nach oben.
Die jüngsten Nachrichten zum Kernkraftwerk Fukushima signalisieren etwas Entspannung. So teilte die Betreiberfirma Tepco mit, die Einleitung von Meerwasser habe eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima Eins verhindert. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Im zweiten beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima Zwei (Daini) arbeiteten Experten weiter an der Wiederherstellung der Kühlung von zwei Reaktoren, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA mit.
"Die Japaner werden ihr Land schnell wieder aufbauen, auch um den Preis noch höherer Schulden", kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Die massiven Liquiditätsspritzen der japanischen Notenbank für die heimischen Märkte und mögliche weitere Massnahmen "sollten der dortigen Binnenkonjunktur auf die Sprünge helfen". Auch das weltweite fundamentale Wirtschaftsumfeld, das mittelfristig für weitere Kursgewinne an den Börsen sorgen sollte, sei weiterhin intakt.
VERSORGER UND VERSICHERER WEGEN JAPAN UNTER DRUCK
Mangels anderer Unternehmensnachrichten standen vor allem die Aktien der Versicherungsunternehmen und der Energiekonzerne im Fokus, die am stärksten von den Nachrichten aus Japan belastet wurden. Munich Re büssten 3,62 Prozent auf 107,70 Euro ein und Allianz sackten um 1,89 Prozent auf 97,93 Euro ab. Im MDax mussten Hannover Rück Kursverluste von 4,37 Prozent auf 36,955 Euro hinnehmen. "Die Branche dürfte unter Druck bleiben, nachdem die verheerenden Ausmasse der Katastrophe erst nach und nach deutlich werden", sagte ein Börsianer. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar oder 21,5 Milliarden Euro. Dagegen relativierte die Ratingagentur Moody's, grosse europäische Erstversicherer wie die Allianz hätten in Japan nur einen geringen Marktanteil, und die Rückversicherer könnten ihre übernommenen Risiken teilweise an Wettbewerber abgegeben und so ihre eigene Belastung begrenzt haben.
Die RWE-Titel sackten um 3,54 Prozent auf 46,230 Euro ab und Eon verloren 3,16 Prozent auf 22,350 Euro. Nachdem die Regierung zunächst entsprechende Forderungen der Opposition abgelehnt hatte, prüft sie nach der Atomkatastrophe in Japan nun doch Konsequenzen für die deutschen Atomkraftwerke und hält dabei ein Aussetzen längerer Laufzeiten für möglich. Für Analystin Tanja Markloff von der Commerzbank steht die Laufzeitverlängerung nun wieder auf dem Prüfstand. Es bestünden einige Risiken, dass die Regierung diese zurückziehen könnte. Eine frühere Abschaltung der sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke könnte den fairen Wert für die Eon-Aktie von 26 auf 22 Euro und für RWE von 48 auf 42 Euro drücken.
NORDEX UND SOLARWERTE SCHIESSEN NACH OBEN
Mit teilweise zweistelligen Kursgewinnen profitierten indes im TecDax die Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien von den Nachrichten aus Japan. Die Titel des Windkraftanlagenbauers Nordex schossen um 16,27 Prozent auf 6,760 Euro hoch. Auch die Papiere der Solarunternehmen Conergy , Q-Cells und Solarworld stiegen deutlich. Robert Halver von der Baader Bank sah darin aber allenfalls eine sehr kurzfristige Entwicklung und keine Trendwende für die zuletzt angeschlagene Branche.
Die Aktien von ElringKlinger brachen als MDax-Schlusslicht um 6,82 Prozent auf 20,820 Euro ein, obwohl der Autozulieferer 2010 mit dem Rückenwind der angezogenen Autokonjunktur einen Rekordumsatz erzielt und das operative Ergebnis laut vorläufigen Zahlen überproportional gesteigert hatte. Händler nannten die Zahlen indes "etwas enttäuschend"./gl/rum

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