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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch in die Gewinnspur zurückgefunden. Der Dax startete zunächst mit Verlusten in den Tag, konnte sich gegen Mittag jedoch ins Plus vorarbeiten. Zuletzt stieg der deutsche Leitindex um 0,27 Prozent auf 6.799,42 Punkte. Der MDax der mittelgrossen Werte schaffte es mit 0,29 Prozent auf 9.993,02 Punkte ins Plus. Auch für den TecDax ging es um 0,32 Prozent nach oben auf 890,56 Punkte.
Händler sprachen von einer nach wie vor spürbaren Nervosität am Markt. "Es hängt derzeit alles von der Entwicklung in Japan und in Nordafrika ab", sagte Experte Udo Becker vom Bankhaus Silvia Quandt. Erneut aufsteigender Rauch am japanischen Kraftwerk in Fukushima hatte am Morgen zwischenzeitlich wieder die Kurse belastet. "Das reicht mittlerweile nur noch für kurze Aussetzer nach unten, die aber schnell wieder ausgestanden sind". Auch die politische Entwicklung in Portugal verfolgen Börsianer indes mit Spannung. Die portugiesische Regierung drohte am Mittwoch mit einer Abstimmung neuer Sparmassnahmen im Parlament zu scheitern.
MUNICH RE TROTZ GEWINNWARNUNG NUR GERINGFÜGIG IM MINUS
Aktien von Munich Re lagen trotz einer Gewinnwarnung nur moderat mit 0,45 Prozent im Minus bei 109,50 Euro. Der Rückversicherer schätzt die Belastungen aus der Naturkatastrophe in Japan vor Steuern auf 1,5 Milliarden Euro und hält daher das bisherige Gewinnziel in diesem Jahr nicht mehr für erreichbar. Einem Händler zufolge ist die genannte Summe der Schäden zwar hoch, aber immer noch unter den schlimmsten Befürchtungen von Analysten. "Die Gewinnwarnung war aber ohnehin ein von allen erwartetes Geheimnis", schränkte der Börsianer ein. Auch Hannover Rück bezifferte unterdessen die erwarteten Schäden. Der Konkurrent rechnet vor Steuern mit einer Belastung von 250 Millionen Euro. Die Papiere büssten jedoch 1,39 Prozent ein.
Im Blick standen aber auch zahlreiche Unternehmenszahlen aus der zweiten Reihe. Kräftige Kursgewinne verzeichneten im MDax die Papiere von Leoni . Die Titel des Autozulieferers reagierten positiv auf endgültige Zahlen und gewannen an der Indexspitze 3,49 Prozent auf 27,855 Euro. Dank eines Rekordumsatzes war Leoni im abgelaufenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt und blickt zudem optimistisch in die Zukunft. Ein Händler lobte ausserdem eine unerwartet hohe Dividende.
HOCHTIEF NACH ZAHLEN IM PLUS
Gute Nachrichten gab es auch bei Hochtief . Der Baukonzern hatte Händlern zufolge "deutlich besser als erwartete" Zahlen vorgelegt, worauf die Papiere um 1,59 Prozent auf 73,43 Euro stiegen. Auch eine aufgestockte Dividende wurde am Markt positiv beurteilt. Die Celesio-Anteile dagegen rutschten nach Zahlen und einem festeren Auftakt mit 0,52 Prozent ins Minus ab. Steigende Umsätze und Gewinne waren laut Händlern weitestgehend erwartet worden.
Auch von Rheinmetall gab es Zahlen. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern will seine Aktionäre für das vergangene Jahr mit einer Rekorddividende belohnen, Börsianer zeigten sich aber enttäuscht vom Ausblick. Die Papiere erholten sich von einem kurzzeitigen Kursrutsch und lagen zuletzt sogar moderat mit 0,07 Prozent im Plus.
GAGFAH BRECHEN IM MDAX EIN
Die Gagfah-Titel dagegen brachen um 8,44 Prozent auf 5,86 Euro ein. Händler werteten die vorgelegten Ergebnisse für 2010 als leichte Enttäuschung. Zum kräftigen Kursrutsch trug jedoch auch ein Bericht im "Handelsblatt" bei. Demnach wird wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen Gagfah-Chef William Brennan ermittelt. Dies bestätigte die Börsenaufsicht BaFin gegenüber der Zeitung. Brennan hatte Anfang Februar Gagfah-Aktien im Wert von 4,7 Millionen Euro verkauft. Vier Wochen später wurde dann bekannt, dass die Stadt Dresden eine Milliardenklage erwägt.
Im TecDax sorgten die Papiere von Centrotherm mit einem Plus von 5,66 Prozent auf 37,685 Euro für Aufsehen. Der auf die Solarindustrie spezialisierte Anlagenbauer legte im vergangenen Jahr unter dem Strich deutlich zu und will seine Aktionäre nun erstmals mit einer Dividende erfreuen. Ein Analyst sprach von starken Ergebnissen.
tih/la

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