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FRANKFURT (awp international) - Trotz des Erdbebens in Japan und des nun offiziellen Antrags Portugals auf Finanzhilfe hat der Dax am Freitag Gewinne eingefahren. Bis zum Mittag legte der deutsche Leitindex um 0,50 Prozent auf 7.214,97 Punkte zu und stieg damit wieder über die Marke von 7.200 Punkten. Der MDax gewann 0,40 Prozent auf 10.530,05 Punkte, der TecDax machte 0,05 Prozent auf 937,85 Punkte gut.
"Das liegt vor allem an der Liquidität im Markt", sagte Chefvolkswirt Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse. Zudem seien Aktien im Vergleich zu anderen Anlageformen nach wie vor attraktiv. Ungeachtet dessen nehmen nach Meinung Intelmanns die Sorgen ab, dass die Katastrophe in Japan die Erholung der Weltwirtschaft abwürgen könnte.
DEUTSCHE BÖRSE IM DAX VORN - 'FOX BUSINESS' ZU NASDAQ
Die Titel der Deutschen Börse setzten sich mit plus 2,12 Prozent auf 54,05 Euro an die Spitze des Dax. Der US-Sender "Fox Business" hatte berichtet, dass die Gremien der umworbenen NYSE Euronext am Sonntag über das Übernahmeangebot des Rivalen Nasdaq OMX sprechen wollen. Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research betonte, dass der US-Sender bereits mit dem Gegengebot der Nasdaq OMX für die NYSE gut informiert gewesen sei. Insgesamt glaubt er aber weiter an eine Fusion mit der Deutschen Börse und sehe daher deren Aktie nach wie vor positiv.
Im MDax gaben die bereits am Vortag heftig unter Druck geratenen Titel von Hochtief weiter nach. Sie verbilligten sich um 1,19 Prozent auf 69,16 Euro. Die Zeitung "The Australian" hatte berichtet, dass die Hochtief-Tochter Leighton möglicherweise eine Kapitalerhöhung von 600 bis 800 Millionen australischen Dollar (rund 439 bis 585 Millionen Euro) vornehmen muss. Grund hierfür seien Abschreibungen bei Projekten in Australien und im Nahen Osten. Gerresheimer konnten dagegen einen Tag nach der Zahlenvorlage um 1,60 Prozent auf 33,605 Euro zulegen. Händler verwiesen auf eine positive Studie der HSBC.
ROTH & RAU MIT BERG- UND TALFAHRT NACH ZAHLEN
Im TecDax legten die Papiere von Roth & Rau nach endgültigen Zahlen eine wahre Achterbahnfahrt hin. Nachdem sie zunächst mit einem Minus von mehr als vier Prozent ans Ende rutschten, sprangen sie dann zeitweise an die Spitze des Index. Zuletzt lagen sie mit plus 0,94 Prozent auf 19,350 Euro im vorderen Drittel. Bei dem auf die Solarbranche spezialisierten Anlagenbauer steht 2010 wegen millionenschwerer Abschreibungen unter dem Strich ein Verlust von 25,81 Millionen Euro. Die Kurserholung erklärte ein Händler damit, dass es nach wie vor Spekulationen um eine Fusion oder eine Übernahme gebe.
Die Aktien des Börsenneulings Norma notierten zuletzt bei 21,100 Euro und lagen damit knapp über dem Ausgabepreis von 21,00 Euro, aber unter dem ersten Kurs von 21,50 Euro. Mit einem Gesamtvolumen von 386,4 Millionen Euro ist der Börsengang des hessischen Industrieausrüsters die grösste Neuemission seit der Platzierung von Titeln des Chemikalienhändlers Brenntag im März 2010./chs/gl

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