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FRANKFURT (awp international) - Nach dem Dax-Jahreshoch am Vortag haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt weiter kauffreudig gezeigt. Der Leitindex , der im frühen Donnerstagshandel noch keine klare Tendenz gezeigt hatte, stieg bis zum Mittag um 0,36 Prozent auf 6.354,08 Punkte. Zeitweise fehlte ihm nur ein Wimpernschlag zum gestrigen Jahresbestwert von 6.361,67 Punkten. Der MDax gewann 0,55 Prozent auf 8.646,89 Punkte und der TecDax rückte um 0,33 Prozent auf 783,91 Punkte vor.
Die Berichtssaison bleibt einmal mehr das Hauptthema am Markt. Neben den Unternehmensnachrichten könnten die Kommentare der EZB nach dem Zinsentscheid am Mittag und US-Daten den Markt noch bewegen. Norbert Weber, Handelsvorstand bei der Schnigge-Wertpapierhandelsbank, zeigte sich optimistisch: "Wenn die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht gerade extrem schlecht ausfallen, könnte der Dax versuchen, aus der Widerstandszone zwischen 6.330 und 6.400 Punkten auszubrechen." Da institutionelle Anleger kleine Rücksetzer sofort zum Aufbau von Positionen nutzten, gebe es keine wirklichen Rückschläge am Markt.
Die staatlich gestützte Commerzbank ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Sie verdiente im zweiten Quartal deutlich mehr als von Experten erwartet. Vor allem der Vorsteuer- und Nettogewinn seien höher als prognostiziert ausgefallen, hob ein Börsianer hervor. Zudem erwartet das Institut, auch auf Gesamtjahressicht wieder profitabel zu werden. Dagegen sah die UBS die Gefahr, dass die Debatte schon bald wieder um die zwei dominanten Fragen Kapitalausstattung sowie die Gewinnstärke im Kerngeschäft kreisen werde. Zuletzt verloren die Titel 0,25 Prozent auf 7,180 Euro. Positive Studiendaten für das Thrombosemittel Xarelto liessen Bayer-Aktien an der Dax-Spitze um 3,25 Prozent auf 48,080 Euro steigen.
Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahr, was die Papiere um 0,05 Prozent auf 10,495 Euro sinken liess. Beim Nettoergebnis wirkte sich die Entkonsolidierung der britischen Tochter T-Mobile UK mit rund 200 Millionen Euro besonders negativ aus. Einen kleinen Lichtblick lieferte das US-Geschäft: Dort verlor die Telekom vor allem Prepaid-Kunden, die Zahl der Vertragskunden legte genauso zu wie der Datenumsatz je Kunde. Von Händlern hiess es, die bereinigten Zahlen lägen im Rahmen der Erwartungen bis leicht darüber. Nach der jüngst starken Kursentwicklung reiche dies aber nicht aus, um Gewinnmitnahmen zu verhindern.
Negativ aufgenommene Quartalszahlen liessen Beiersdorf-Titel am Dax-Ende um 3,26 Prozent auf 44,355 Euro absacken. Marktteilnehmer hoben zwar die starke Entwicklung des Konsumgüterherstellers im Klebergeschäft Tesa hervor, sahen aber das Consumergeschäft bestenfalls im Rahmen der Erwartungen. Bei den Kennziffern fand lediglich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) Lob.
Im MDax gewannen Fraport-Titel 0,41 Prozent auf 42,105 Euro, nachdem die Halbjahreszahlen des Flughafenbetreibers Händlern zufolge die Marktschätzungen übertroffen hatten. Zudem habe Fraport die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Gesamtjahr unerwartet deutlich angehoben. Eine Anhebung sei jedoch bereits von vielen Marktteilnehmern erwartet worden, sagte ein Börsianer.
Für die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 ging es nach endgültigen Zahlen um 3,85 Prozent auf 14,580 Euro hoch. Nachdem der Fernsehkonzern schon Ende Juli von einem Gewinn- und Umsatzplus im zweiten Quartal berichtet hatte, rechnet das Unternehmen nun dank der Erholung des Werbemarktes im gesamten Jahr 2010 mit einem deutlich höheren operativen Gewinn. Ein Händler verwies zudem darauf, dass die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) am Vortag wie erwartet den Verkauf des Nachrichtensenders N24 genehmigt hatte.
Die Titel von Rhön-Klinikum büssten dagegen 0,67 Prozent auf 17,880 Euro ein. Der Krankenhaus-Betreiber verdiente dank höherer Patientenzahlen und der jüngsten Übernahmen bei einem gestiegenen Umsatz mehr als im Vorjahr und bekräftigte den Ausblick. Das im Vergleich zum Vorjahr höhere Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag über den Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Indes sagte ein Händler, die Zahlen seien wie erwartet ausgefallen.
Im TecDax verteuerten sich Drägerwerk-Titel als bester Wert um 4,59 Prozent auf 58,990 Euro. Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller knüpfte an das gute Auftaktquartal an und verzeichnet erneut einen Ergebnissprung. Dabei übertrafen alle Zahlen zum zweiten Quartal die Schätzungen der Analysten. Den erst jüngst angehobenen Ausblick bestätigten die Lübecker. Das Biotechnologie-Unternehmen Medigene reduzierte im ersten Halbjahr bei einem höheren Umsatz den Verlust. Dieser fiel laut einem Händler nun geringer als erwartet aus. Die Titel gewannen 0,68 Prozent auf 2,950 Euro.
Dagegen litt der Windkraftanlagenbauer Nordex auch im zweiten Quartal noch unter den Spätfolgen der Wirtschaftskrise, was den Umsatz um fast 30 Prozent sinken liess. Dies war jedoch ebenso wie der rückläufige Gewinne besser als von Analysten befürchtet, so dass die Aktien um 0,74 Prozent auf 8,080 Euro stiegen./gl/la

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