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AKTIEN FRANKFURT: Dax rutscht ins Minus - Verfall, Ukraine-Sorgen, Schäuble

Dieser Inhalt wurde am 20. November 2009 - 15:00 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Nach dem kleinen Verfallstermin ist der Dax am Freitag ins Minus gerutscht. Händler verwiesen auf Sorgen über ein mögliches Engagement von Banken in der von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders hart getroffenen Ukraine. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,70 Prozent tiefer bei 5.662,46 Punkten. Ähnlich erging es dem MDax , der 0,66 Prozent auf 7.157,20 Punkte verlor. Dagegen konnte der TecDax ein knappes Plus von 0,11 Prozent auf 761,53 Zähler behaupten.
Auch wenn es keine Anzeichen für eine Verschlechterung der Schuldenlage der Ukraine gebe, "reicht das aus, um die Märkte zu bremsen", sagte ein Devisenhändler. Andere Marktteilnehmer nannten den schwächelnden Euro und Aussagen vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble als Belastungsfaktoren. "Ich hoffe, dass niemand glaubt, wir hätten die Krise schon überstanden", sagte Schäuble laut Redetext auf dem Europäischen Bankenkongress in Frankfurt. Zudem stellte er klar, dass die Eigenkapitalanforderungen an die Banken steigen werden.
Bankaktien gehörten entsprechend zu den grössten Verlierern. Am Dax-Ende büssten Commerzbank 3,23 Prozent auf 6,590 Euro ein. Deutsche Bank verbilligten sich um 2,11 Prozent auf 49,360 Euro. Hier sorgten laut Händlern zusätzlich Medienberichte für Druck, denen zufolge die Ratingagentur Moody's wegen gewisser Schwächen des Kreditprofils der führenden deutschen Bank eine Senkung ihres derzeitigen Langfristratings "Aa1" prüft. "Das dürfte einmal mehr Spekulationen über eine Kapitalerhöhung heraufbeschwören", mutmasste ein Händler. Dass die Deutsche Bank für die Teile von ABN Amro, die sie kaufen will, einen grösseren Teil der Risiken übernimmt als ursprünglich geplant, stiess bei den Analysten von Merck Finck auf ein verhaltenes Echo. Im MDax fielen Aareal Bank mit minus 3,39 Prozent auf 13,67 Euro auf den letzten Platz zurück.
Papiere der Merck KGaA gaben 0,94 Prozent auf 63,44 Euro ab. Wie der Pharmakonzern bereits am Vortag während des späten Xetra-Handels mitgeteilt hatte, gab es für das Krebsmittel Erbitux einen erneuten Rückschlag. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA (European Medicines Agency) habe sich gegen den Einsatz des Medikaments bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs ausgesprochen. Als neuen Belastungsfaktor sehen die Händler die Reaktion der Citigroup, die die Aktien von "Buy" auf "Hold" herunterstufte und das Kursziel von 75 auf 70 Euro zurücknahm. Die Entscheidung der EMEA sei eine negative Überraschung, kommentierte Analyst Mark Dainty.
Im MDax gewannen Papiere des Bezahlsenders Sky Deutschland 2,31 Prozent auf 2,66 Euro. Ein Börsianer sprach von einer reinen Kurserholung nach vier Verlusttagen in Folge. Das Interview, wonach der Medienkonzern News Corp derzeit nicht plant, seinen Anteil an Sky zu erhöhen, habe nicht mehr wirklich überrascht.
Im TecDax setzten SMA Solar , die mit plus 4,456 Prozent auf 84,42 Euro abermals an der Spitze standen, ihren Rekordkurs fort. "Zwei Prognoseerhöhungen innerhalb von vier Wochen sind Grund genug für diese Kursentwicklung", sagte ein Händler. Dazu kämen eine Reihe positiver Analystenkommentare. Fundamental gebe es hingegen keine neuen Nachrichten zu dem Solartechnikhersteller. Qiagen-Aktien verloren dagegen 0,47 Prozent auf 14,83 Euro. Wie am Donnerstagabend nach Handelsschluss bekannt geworden war, hat sich die Riesner Verwaltungs GmbH von Qiagen-Mitgründer Detlev Riesner zwischen dem 16. und 19. November von Aktien des Biotechunternehmens im Wert von mehr als drei Millionen Euro getrennt. "Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn ein Unternehmens-Insider eine so grosse Menge Aktien verkauft", sagte ein Börsianer. Allerdings sei der Kurseinfluss begrenzt./gl/la

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