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FRANKFURT (awp international) - Der Dax hat am Dienstag wieder Kurs auf sein Jahreshoch genommen. Anhaltende Unsicherheiten um die politische Lage im Nahen Osten schüttelte der Aktienmarkt dank freundlicher Vorgaben und positiv aufgenommener Zahlen von Deutscher Bank und Infineon ab. Der Leitindex kletterte bis zum Mittag um 0,97 Prozent auf 7.145,87 Punkte. Mit 7.180 Punkten hatte er in der Vorwoche den höchsten Stand seit Mai 2008 erklommen. Für den MDax ging um 1,27 Prozent auf 10.268,63 Punkte nach oben, der TecDax stieg um 0,73 Prozent auf 874,11 Punkte.
Bereits am Vortag zeichnete sich einem Börsianer zufolge ab, dass die Anleger ihr Hauptaugenmerk auf die bislang erfolgreiche Berichtssaison richten und sich von der politischen Krise in Ägypten nicht allzu lange aus dem Konzept bringen lassen. Freundliche Vorgaben der Überseebörsen und positiv aufgenommene Zahlen hätten die Marktteilnehmer darin weiter bestärkt.
DEUTSCHE BANK-AKTIEN STEIGEN NACH ECKDATEN - INFINEON MIT HÖHERER PROGNOSE
Nach überraschend vorgelegten Eckdaten zum vierten Quartal stiegen Aktien der Deutschen Bank um 0,87 Prozent auf 43,545 Euro. Wegen des Konzernumbaus und der Übernahme der Postbank sowie der Privatbank Sal. Oppenheim hat sich der Gewinn von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 600 Millionen Euro mehr als halbiert, die Erträge stiegen aber vorläufigen Berechnungen zufolge von 5,5 Milliarden Euro im vierten Quartal 2009 auf rund 7,4 Milliarden. Die Analysten von Goldman Sachs sprachen von einer positiven Überraschung bei den Erträgen und einer negativen auf der Kostenseite. Ein Händler sagte aber: "Die Deutsche Bank hat offenbar alle Belastungen im vierten Quartal verbucht, um 2011 richtig loszulegen." Insgesamt müssten aber noch die Details am Donnerstag abgewartet werden.
Infineon erhöhte nach einem überraschend hohen Gewinn im ersten Geschäftsquartal die Prognose für das Gesamtjahr. Für die Halbleitertitel ging es daraufhin um 1,87 Prozent auf 7,864 Euro nach oben. Erste Reaktionen von Analysten fielen positiv aus. So stockten die Experten der Investmentbank Cheuvreux ihre Ergebnisprognose um 10 Prozent und das Kursziel für die Infineon-Aktie von 5,50 auf 8,50 Euro auf. Das erste Quartal sei stark ausgefallen.
Eine Kaufempfehlung der UBS trieb Papiere der Metro um 1,81 Prozent auf 52,360 Euro nach oben. Trotz der Abhängigkeit von zyklischer Nachfrage und vom osteuropäischen Markt habe der Handelskonzern die Rezession gut überstanden, schrieb Analyst Matthew Taylor in seiner Studie. Die Zahlen zum vierten Quartal hätten zwar die optimistischsten Erwartungen verfehlt, allerdings aufgrund externer Faktoren. Grundsätzlich sei Metro auf gutem Weg zu einem soliden Wachstum im zweistelligen Prozentbereich.
AURUBIS NACH ZAHLEN AM MDAX-ENDE - QIAGEN VOM LETZTEN PLATZ AN DIE SPITZE
Aurubis-Aktien sackten als mit Abstand schwächster MDax-Wert um 3,08 Prozent auf 39,850 Euro ab. Der Kupferkonzern ist im ersten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerutscht. Das operative Ergebnis nach eigener Definition lag wegen Sondereffekten bei minus 21 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis betrug 135 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das operative Ergebnis noch bei plus 47 Millionen Euro gelegen. Ein Händler erinnerte jedoch an hohe Sonderbelastungen, die das Ergebnis verhagelt hätten.
Im TecDax ging es für die Qiagen-Papiere nach Zahlen auf einer Achterbahnfahrt vom Indexende an die Spitze. Das Biotechunternehmen hat im vierten Quartal bei einem leicht rückläufigen Umsatz operativ mehr verdient als im Vorjahr. Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff senkte die Aktie in einer ersten Einschätzung von "Buy" auf "Hold" und setzte sein Kursziel unter Beobachtung. Er reagierte damit auf den Wachstumsausblick, der sowohl für den Umsatz als auch das Ergebnis je Aktie (EPS) unter seinen Erwartungen liege. Ein Börsianer sah jedoch angesichts der jüngst stark unterdurchschnittlichen Kursentwicklung das verbleibende Rückschlagrisiko als nur noch begrenzt. Aktuell trieb eine Erholungsbewegung die Aktien um 3,16 Prozent nach oben auf 13,880 Euro./ag/rum

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