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AKTIEN FRANKFURT: Fester dank etwas abnehmender Sorgen und guter Vorgabe

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag stabilisiert. Der Leitindex Dax stand zuletzt um 0,50 Prozent höher bei 7.149,31 Punkten. Händlern zufolge brachten freundliche Vorgaben einen neuen Erholungsversuch und liessen die risikoscheu der Anleger sinken. Die Unsicherheiten seien aber nicht aus der Welt und das bremse den Anstieg. Der MDax mittelgrosser Werte legte 0,73 Prozent auf 10.702,34 Punkte zu. Der TecDax gewann 0,32 Prozent auf 895,85 Punkte.
"Dank der positiven Vorgaben der Wall Street legen die Börsen zu", sagte Christian Falkner von der alpha Wertpapierhandelsbank. Wegen der anhaltenden Unsicherheit beispielsweise aufgrund der Krise in der Eurozone bleibe die Nervosität aber hoch. Entsprechend müssten Anleger immer wieder mit deutlichen Kursausschlägen rechnen. So habe im Verlauf ein Gerücht um mögliche Probleme bei der belgischen Bank Dexia für neue Unruhe gesorgt. Darüber hinaus habe auf die Stimmung gedrückt, dass die Ratingagentur Fitch den Ausblick für Japan gesenkt hatte. Dennoch lasse die Risikoscheu nach und es kämen wieder Käufer in den Markt, sagte ein Händler.
METRO NACH POSITIVER STUDIE SPITZE, TELEKOM SCHWACH
Metro-Aktien standen mit plus 2,08 Prozent auf 45,295 Euro an der Dax-Spitze. Händler verwiesen auf eine positive Studie, die eine Reaktion auf die zuletzt deutlichen Verluste auch vom Vortag ermögliche. JPMorgan fühlte sich nach einem Treffen mit dem Management in seiner positiven Haltung bestätigt. Ein Börsianer sieht aber den Abwärtstrend in der Aktie intakt. Die Vorzüge von Volkswagen (VW) legten 1,49 Prozent auf 123,55 Euro zu. Händler werteten einen Zeitungsbericht aus China positiv, demzufolge der Wolfsburger Autobauer eine Ausweitung seiner Kapazitäten im südchinesischen Werk Foshan erwägt. Zudem nannten Börsianer den massiven Einbruch der Produktion des japanischen Wettbewerbers Toyota nach dem Erdbeben und dem Tsunami als Unterstützung für den deutschen Konkurrenten.
Telekom litten dagegen unter Spekulationen um eine Aufstockung des Anteils an der griechischen OTE und neue Sorgen um Probleme bei der Genehmigung des geplanten Verkaufs von T-Mobile USA. T-Aktien verbilligten sich um 0,64 Prozent auf 10,095 Euro. RWE büssten 0,07 Prozent auf 41,145 Euro ein. Versorger blieben mit Berichten über die Zukunft der Brennelementesteuer im Fokus. Laut "Süddeutsche Zeitung" ist Angela Merkel offenbar zum Verzicht auf die Brennelementesteuer bereit. Die Bundeskanzlerin sondiere vor den entscheidenden Beratungen der Koalition bei der Opposition die Chancen für einen Atomkonsens. Händlern zufolge geht dies in die gleiche Richtung wie die jüngsten Berichte zu dem Thema und somit sei die Kursrelevanz gering. Der Sektor habe aber wegen der jüngsten Schwäche Erholungspotenzial. Jedoch bremse Barclays mit einer Zielsenkung für RWE und Eon den Sektor aus, hiess es.
Bankenwerte tendierten uneinheitlich. Ans Dax-Ende rutschten Commerzbank mit einem Minus von 1,03 Prozent auf 3,184 Euro ab. Das Bezugsrecht gab 1,84 Prozent ab. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der deutlichen Erholung an den Vortagen. Für Unruhe sorgten auch Gerüchte um die belgische Bank Dexia, deren Aktien vor einer Ankündigung vom Handel ausgesetzt wurden. Positiv wirkten eine Hochstufung des europäischen Bankensektors durch die Citigroup und auch eine optimistische Studie der UBS. Titel der Deutschen Bank , die ex Dividende gehandelt werden, konnten zuletzt die Ausschüttung von 0,75 Euro mehr als wettmachen und auf 41,185 Euro zulegen.
KLÖCKNER & CO. EX BEZUGSRECHT GEHANDELT
Im MDax lagen die Papiere von Klöckner & Co. optisch stark im Minus bei 20,900 Euro. Die Anteile an dem Stahlhändler wurden allerdings ex Bezugsrecht gehandelt, nachdem am Vortag Details zur erwarteten Kapitalerhöhung bekannt gegeben worden waren. Der Bezugspreis je neuer Aktie liegt bei 15,85 Euro und damit werde ein Brutto-Emissionserlös von rund 527 Millionen Euro erzielt. Zuletzt wurden in Berlin 2,47 Euro für das Bezugsrecht bezahlt und zusammen mit dem Aktienkurs ergibt sich bei 23,37 Euro im Vergleich zum Vortagesschlusskurs bei 21,61 Euro ein klares Plus.
Am TecDax-Ende standen Q-Cells , die ihre Talfahrt mit minus 4,64 Prozent auf 1,745 Euro ungebremst fortsetzten. Macquarie-Analyst Robert Schramm hatte sein Kursziel von 2,30 auf 1,50 Euro eingestampft und war bei seinem Votum "Underperform" geblieben. Die Berichte in dem Sektor zum ersten Quartal hätten seine Einschätzung bestätigt, dass die Geschäftsmodelle von Q-Cells, Solarworld und auch REC unter zunehmendem Konkurrenzdruck stünden.
KWS Saat gaben im SDax 0,66 Prozent auf 157,59 Euro ab. Das Saatzucht-Unternehmen legte Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2010/2011 vor und bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr. Analyst Dennis Schmitt von der Commerzbank stufte die Quartalsergebnisse als "gut" ein, sieht sie aber im Rahmen der Erwartungen. Seine Empfehlung liess er auf "Hold" mit dem Ziel 166 Euro./fat/rum

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