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AKTIEN FRANKFURT: Freundlich - Zahlenflut - US-Daten helfen Markt ins Plus

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 15:20 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Angeschoben von überraschend guten US-Daten ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag ins Plus gedreht. Die Produktivität legte in den USA im dritten Quartal kräftig zu, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen überraschend deutlich zurück. Mit Blick auf Einzelwerte hingegen standen erneut zahlreiche Unternehmen mit ihren Bilanzvorlagen im Blick der Anleger. Mit der Deutschen Telekom, der Commerzbank, der Post und der Munich Re legten allein vier Dax-Konzerne Zahlen vor. Der Dax stand am Nachmittag 0,36 Prozent höher bei 5.463,74 Punkten. Im Verlauf war er noch bis auf 5.356 Punkte abgesackt. Der MDax mittelgrosser Werte gewann 0,65 Prozent auf 6.996,07 Zähler, der TecDax legte 1,32 Prozent auf 745,09 Punkte zu.
"So richtig runter will der Markt nicht, eine nachhaltige Erholung ergibt sich nach der jüngsten Korrektur aber auch nicht", sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Allerdings habe die Nervosität und damit auch die Schwankungsbreite der Kurse in Abhängigkeit neuer Daten zuletzt spürbar zugenommen. So sei der Markt dann auch prompt nach etwas besser als erwarteten Konjunkturdaten aus den USA ins Plus gesprungen, nachdem zuvor noch die abgebröckelten Kurse im späten US-Handel den Dax im Minus gehalten hatten. Grundsätzlich bleibt Halver, aufgrund der massiven Liquidität an der Seitenlinie bei gleichzeitig fehlenden Anlagealternativen zu Aktien, optimistisch für den deutschen Aktienmarkt.
Die Berichtssaison halte die Anleger eigentlich positiv in Atem, sagte Halver. Die aktuelle Unsicherheit im Markt zeige sich auch darin, dass Anleger wieder solide Substanztitel mit hoher Dividendenrendite kauften und zyklische Banken- und Technologiewerte links liegen liessen. So zählten T-Aktien nach Zahlen mit plus 2,80 Prozent auf 9,545 Euro zu den Favoriten. Der Telekomkonzern steigerte dank der Beteiligung an der griechischen OTE Umsatz und Gewinn im dritten Quartal. Börsianer lobten die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und hoben das überraschend gute Nettoergebnis hervor. Die Analysten der Citigroup hoben die Aktien von "Hold" auf "Buy" und setzten das Kursziel auf 10,30 Euro. Wie Halver hob auch Citigroup-Analyst Terence Sinclair die hohe Dividendenrendite hervor.
Auf der anderen Seite wirkt aber die erneute Notwendigkeit staatlicher Zuschüsse für Banken negativ, da so die "Gefahr der Exit-Strategie als Partybremse" wachse. So blieben die Commerzbank-Aktien nach den Quartalszahlen der teilverstaatlichten Bank mit minus 4,79 Prozent auf 6,860 Euro am Dax-Ende. Börsianer bemängelten die erhöhte Risikovorsorge im dritten Quartal. Das positive operative Ergebnis in dem Zeitraum scheine wohl "eher ein Ausrutscher" zu sein - schon im vierten Quartal wird wieder ein Verlust erwartet.
Die Aktien der Deutschen Post bewegten sich nach Zahlen kaum und standen zuletzt 0,13 Prozent tiefer bei 11,760 Euro. Der Logistikkonzern hat sich im dritten Quartal zwar noch nicht aus der Krise befreit, stockte aber dank drastischer Kostensenkungen das Jahresziel für den zugrunde liegenden Gewinn vor Zinsen und Steuern auf. Munich Re fielen um 0,53 Prozent auf 106,81 Euro. Der weltgrösste Rückversicherer dämpfte nach einem von hohen Steuern belasteten Quartal die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr.
Im MDax sackten die Aktien der SGL Group um 8,16 Prozent auf 23,64 Euro ab. Der Kohlenstoffspezialist blickt nach einem Geschäftsergebnis im dritten Quartal, das leicht unter den Analystenerwartungen gelegen hatte, etwas pessimistischer auf das Gesamtjahr. Am Indexende notierten die Anteile an dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 , die nach einem Kurssprung von 13,34 Prozent am Vortag nun 8,48 Prozent auf 7,23 Euro verloren. Einem Aktienhändler zufolge waren die Zahlen schlechter als erwartet. Vor allem der Nettoverlust sei deutlich höher als prognostiziert. Der Konzern sucht neue Einnahmequellen und will schrittweise Bezahlformate einführen.
Symrise legten dagegen 2,96 Prozent auf 13,56 Euro zu. Die Zahlen des Duft- und Geschmacksstoff-Spezialisten seien deutlich besser als erwartet ausgefallen, lautete das einhellige Händler-Urteil. Allerdings sei die Neuordnung im Vorstand eine eher negative Überraschung. Hochtief profitierten mit plus 2,70 Prozent auf 54,03 Euro von Zahlen der australischen Tochter Leighton und dem noch 2009 geplanten Börsengang der Tochter Concessions.
Im TecDax sprangen die schwer gewichteten Aktien der Software AG nach der Bilanzvorlage mit plus 9,62 Prozent auf 67,91 Euro an die Spitze. Deutschlands zweitgrösster Softwarehersteller übertraf die Gewinnerwartungen und gab einen positiven Jahresausblick. Analysten reagierten positiv./fat/ck

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