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AKTIEN FRANKFURT: Gewinne - US-BIP sorgt für Kursfeuerwerk

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2009 - 15:00 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker als erwartet gewachsen und hat damit am deutschen Aktienmarkt für ein kleines Kursfeuerwerk gesorgt. Der Dax stieg um 0,92 Prozent auf 5.546,07 Zähler und notierte damit nahe seinem Tageshoch. Für den MDax mittelgrosser Werte ging es um 2,04 Prozent auf 6.839,51 Punkte nach oben und der TecDax verbuchte ebenfalls ein Plus von 1,24 Prozent auf 725,59 Zähler. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Juli bis September um annualisiert 3,5 Prozent gestiegen, teilte das US-Handelsministerium in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten einen auf das Jahr hochgerechneten Zuwachs um 3,3 Prozent erwartet.
Laut Florian Weber, Handelsvorstand bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank, sorgten die positiven Fundamentaldaten aus den USA für den Schub. Allerdings spiele auch die Tatsache, dass der Monat zu Ende gehe und das Wochenende bevorstehe eine Rolle. Ob sich die positive Tendenz weiter fortsetze, werde sich erst mit dem neuen Monat zeigen. Der Aktienexperte hob zudem hervor, dass die Marke von 5.450 Punkten sehr wichtig für den Markt sei. Wäre diese gleich im ersten Anlauf nach unten durchbrochen worden, hätte man von einer Trendwende sprechen müssen, erklärte er.
Alleine aus dem Dax legten mit der Deutsche Bank , Volkswagen , MAN , BASF und Henkel fünf Mitglieder ihre Quartalsbilanzen vor. Stiessen die Zahlen im frühen Handel noch auf uneinheitliche Reaktionen, dominierten am Nachmittag die erfreulichen Aspekte. Bei den endgültigen Zahlen der Deutschen Bank hob ein Börsianer den überraschend hohen Zinsüberschuss als Blickfang hervor. Die Aktien gewannen im Einklang mit den heimischen und europäischen Konkurrenten 3,38 Prozent auf 50,56 Euro hinzu. Commerzbank verteuerten sich sogar um 5,98 Prozent auf 7,35 Euro.
MAN zogen ebenfalls deutlich an und notierten bei 57,94 Euro um 6,06 Prozent fester. Händler zeigten sich vor allem vom Auftragseingang positiv überrascht. Bereits am Vorabend nach Börsenschluss hatte Henkel überraschend vorläufige Zahlen vorgelegt. Die Aktien bildeten mit einem Kurgewinn von 2,94 Prozent auf 31,47 Euro einen der grössten Lichtblicke im Dax. UBS-Analystin Eva Quiroga meinte: Sowohl das Umsatzwachstum bei Henkel als auch die Margen lägen über den Erwartungen.
Im Quartalsbericht der BASF fielen laut einer ersten Händlereinschätzung bis auf den Umsatz alle Kenngrössen schwächer als erwartet aus. Die Aktien konnten sich zwar in die Gewinnzone vorarbeiten, legten aber nur um unterdurchschnittliche 0,54 Prozent auf 37,20 Euro zu. Vor allem der Nettogewinn sehe schwach aus, sagte der Börsianer. Ein ähnliches Bild bei Volkswagen: nach ersten Verlusten kletterten die im Dax notierten Stammaktien zuletzt um 0,72 Prozent auf 110,95 Euro. Marktteilnehmer sprachen von einer "gemischt" ausgefallenen Bilanz. Laut einem ersten Analystenkommentar zeichnet das Zahlenwerk - mit einem deutlich besseren Vorsteuergewinn bei einem gleichzeitig enttäuschenden operativen Ergebnis - ein gemischtes Bild. Der Ausblick wurde von den Wolfsburgern bestätigt. Einige Börsianer hoben den stabilen Absatz positiv hervor.
Die Aktien der Lufthansa schlugen einen Erholungskurs ein und zogen um 2,60 Prozent auf 10,64 Euro an. Deutschlands grösste Fluggesellschaft hatte zuvor weitere Details aus dem Geschäftsbericht des dritten Quartals präsentiert. Tags zuvor hatten die Aktien noch wegen eines extrem vorsichtigen Ausblicks auf das restliche Jahr knapp sechs Prozent verloren.
Die Zahlen des Maschinenbau-Konzerns Gea fielen laut Marktteilnehmern "gemischt" aus. Während Umsatz und Auftragseingang schwächer als erwartet ausgefallen seien, habe das MDax-Unternehmen auf dem operativen Niveau und beim Gewinn besser als prognostiziert abgeschnitten, urteilte ein Experte. Zudem höre sich der Ausblick in Ordnung an. Ähnlich wie bei den Schwergewichten, schafften es auch die Gea-Titel, die Verlustzone zu verlassen und kletterten um 1,14 Prozent auf 13,27 Euro. Die Anteilsscheine von Krones verharrten indes nach Zahlen im negativen Terrain und gaben um 1,71 Prozent auf 33,94 Euro nach. Beim Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones stiess vor allem der Ausblick auf geteiltes Echo bei den Händlern. Rhön-Klinikum gaben nach Zahlen ebenfalls nach und fielen um 0,96 Prozent auf 16,44 Euro. Laut einer ersten Analysteneinschätzung lagen die Zahlen unter den Erwartungen.
Continental reagierten sehr positiv auf die vorgelegten Zahlen und sprangen zuletzt um 7,81 Prozent auf 37,69 Euro. Der Automobilzulieferer will zudem spätestens bis Ende März nächsten Jahres seine geplante Kapitalerhöhung durchführen. Ein Analyst sagte: "Es gibt zwar hohe Sonderabschreibungen bei Continental, aber das ist weniger entscheidend. Wichtig ist, dass Conti sehr gute operativen Zahlen geliefert hat."
Im TecDax gehörten Aixtron zu den grössten Gewinnern und verteuerten sich um 5,34 Prozent auf 19,12 Euro. Dem Spezialmaschinenbauer Aixtron fliessen aus seiner Kapitalerhöhung 159,4 Millionen Euro zu. Wie das Unternehmen mitteilte, liegt der Platzierungspreis bei 17,75 Euro je Aktie. Die mehrfach überzeichnete Platzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre erhöht das Kapital um 9,8 Prozent. Ausserdem hatte Aixtron ebenfalls bereits am Vorabend nach Börsenschluss seine jüngsten Quartalszahlen vorgelegt. Danach schloss der Konzern im dritten Quartal besser ab als von Analysten erwartet./rum/ck

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